„Was hat Culture Hacking mit Manipulation zu tun?“

In dieser Artikelserie wollen Martin Bartonitz und Ludger Wagner die Diskussionen im Meetup der Gruppe „Culture Hacking Berlin“ vorstellen.

Im ersten Teil beginnt Martin mit der Frage:

„Was hat Culture Hacking mit Manipulation zu tun?“

Das war die Frage, zu dessen Beantwortung letzte Woche im Meetup aufgerufen wurde und zu dem mich mein Forumskollege Ludger mitgenommen hat. Von dem Begriff „Culture Hacking“ hatte ich bisher noch nicht gehört. Da ich in der Software-Branche tätig bin, hatte ich aber eine Ahnung, was mit Hacking gemeint sein könnte. OK, es gibt zwei Ansätze. Einen positiven als auch einen negativen.

Der postive Ansatz

Es wird mal schnell ein Prototyp zusammen programmiert, der anschließend Stakeholdern gezeigt wird, um eine Idee besser rüber bringen zu können und so schnell eine positive Entscheidung zu erreichen. Am Ende wird er aber weggeworfen und die Lösung nochmals neu und professionell umgesetzt.

Der negative Ansatz

Da gibt es ein paar Störenfriede, die sich in ein System einhacken, um Schaden anzurichten, siehe das aktuelle Hacking der Systeme der Bundesregierung (Achtung: Hier die Vermutung, dass die Angriffe aus Russland stammen, kann genauso ein Hacking sein, um einen weiteren Weltkrieg auf den Weg zu bringen, Stichwort: False Flag). Ein weiteres Beispiel, das dann schon persönlicher tangiert, ist das Hacking von angekündigten selbstfahrenden Autos. Laut Frau Dr. Merkel soll es so sein, dass in ca. 20 Jahren das Selbstfahren verboten sein wird (siehe Fokus-Artikel). Und dann schauen wir uns an, was diese Hacker mit einem solchen Auto angestellt haben:

Culture Hacking

OK, gehen wir also lieber vom positiveren Ansatz aus. Hierbei geht es darum, dass eine Kultur, sei es die des Miteinanderarbeitens in einer Firma oder die des gemeinsamen Verständnisses des Miteinanderlebens einer Gesellschaft / Gemeinschaft, einem führenden Beobachter als gefährlich eingefahren erscheint, und es womöglich zuträglich erscheint, dass sich etwas ändern muss.

Hier im Blog schreiben wir immer wieder darüber, dass die Herausforderungen für die öffentlichen Verwaltungen immer komplexer werden, so dass das Alte nicht mehr richtig funktioniert, aber Neues auch noch nicht so richtig klar ist und greifen kann. Wir äußern die Vermutung, dass agile Ansätze hier deutlich helfen könnten. Und schon sind auch wir vom Forum Agile Verwaltung mitten dabei, d.h. nach der Definition des Culture Hacking haben wir uns also angeschickt, die aktuelle Kultur zu hacken, also verändern zu wollen.

Manipulation

Stellt sich demnach die Frage, ob wir manipulieren? Eben die Frage dieses Abends. Und so schauten wir schnell nach, was denn Manipulation ausmacht. Ein Blick auf Wikipedia macht klar:

Der Begriff Manipulation (latein. Zusammensetzung aus manus ‚Hand‘ und plere ‚füllen‘; wörtlich ‚eine Handvoll (haben), etwas in der Hand haben‘, übertragen: Handgriff, Kunstgriff) bedeutet im eigentlichen Sinne „Handhabung“ und wird in der Technik auch so verwendet. Darüber hinaus ist Manipulation auch ein Begriff aus der Psychologie, Soziologie und Politik und bedeutet die gezielte und verdeckte Einflussnahme, also sämtliche Prozesse, welche auf eine Steuerung des Erlebens und Verhaltens von Einzelnen und Gruppen zielen und diesen verborgen bleiben sollen (Camouflage, Propaganda).

Es gibt demnach eine Intention, wo es bei der Manipulation hingehen soll, jedoch wird den Manipulierten nicht klar, in welchem Spiel sie gerade zu etwas hinbewegt werden.

Demnach könne wir beim Forum Agile Verwaltung aufatmen, denn wir sprechen offen darüber, was wir erreichen wollen: Die Arbeitskultur möge sich so ändern, dass die Haltung der Menschen in Verwaltungsprozessen es erlaubt, dass alle Beteiligten sich auf Augenhöhe begegnen, um die möglichst zuträglichste Lösung zu finden.

Wann fängt (Culture) Hacking an? – Teil 2 .. folgt bald

Im zweiten Teil dieser Artikelserie wird Ludger Wagner dieser Frage nachgehen. Woran erkennt man Hacking überhaupt?

Was bezwecken wir vom Forum Agile Verwaltung, wenn wir Werkzeuge zum Verändern von Arbeitsweisen und Kultur in der Öffentlichen Verwaltung vorstellen (und propagieren). Was ist daran Hacking?

Was bewirkt es, dass wir (Frei-)Räume, wie die Konferenz „Agile Verwaltung 2018“ schaffen, in dem sich Verwaltungsexperten zusammen mit Agi-, Idea- und Realisten austauschen und hierarchiefrei und auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch kommen? …

 

Autor: Dr. Martin Bartonitz

Geboren 1958 und aufgewachsen in Dortmund, am Rande des Kohlenpotts, einem Schmelztiegel während der Gründerzeit eingewanderter Menschen. 1992 nach der Promotion in experimenteller Physik gewechselt von der Messprozess- in die Geschäftsprozesssteuerung. Mit Blick auf die Erfahrungen in der Optimierung der Effizienz von Prozessen in der Bürowelt kam in den letzten Jahren immer mehr die Erkenntnis: Das Business machen die Menschen. Und wenn nur nach der Effizienz geschaut wird, dann wird auch noch die letzte Motivation in den Unternehmen zerstört. Daher sollten Organisation und auch die eingesetzte Software die Menschen in ihrer Kreativitität unterstützen und sie nicht knechten. Selbstbestimmtheit statt Fremdbestimmung sollte uns den nächsten Schub in unserer gesellschaftlichen Entwicklung bringen. Aufgrund dieser Überzeugung schreibe ich hier mit.

Ein Gedanke zu „„Was hat Culture Hacking mit Manipulation zu tun?““

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