Agilhausen – die agilste Stadt Deutschlands

Morgens um 8 Uhr in Agilhausen, der agilen Musterstadt. Alexander betritt energiegeladen sein Büro im ersten Stock des Rathauses. An der Wand – gegenüber von seinem Schreibtisch – hängt ein großes Kanbanboard. In knapp einer Stunde werden sich rund 8 Kolleginnen und Kollegen wieder davor versammeln und gemeinsam besprechen, was sie seit gestern alles erledigen konnten und was heute ansteht.

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Process Mining in einer (agilen) Verwaltung – Teil 1

In diesem und einem weiteren Artikel möchte ich Ihnen einen Einstieg in das Thema Process-Mining geben. Mir geht es dabei nicht um eine wissenschaftliche Betrachtung, sondern vielmehr um eine anschauliche Darstellung, welcher tatsächliche Nutzengewinn hinter diesem Verfahren steckt. Weiterlesen „Process Mining in einer (agilen) Verwaltung – Teil 1“

Agile Projekte in öffentlichen Verwaltungen – Teil 4

In diesem vierten Beitrag möchte ich nun gerne die Ergebnisse unseres Artikels „Agilität und Nutzerzentrierung in der öffentlichen Verwaltung“, den wir im Rahmen der „Mensch und Computer“ 2019 veröffentlicht haben, vorstellen.

Looks, H., Fangmann, J., Thomaschewski, J. & Schön, E.-M., (2019). Agilität und Nutzerzentrierung in der öffentlichen Verwaltung. In: Fischer, H. & Hess, S. (Hrsg.), Mensch und Computer 2019 – Usability Professionals. Bonn: Gesellschaft für Informatik e.V. Und German UPA e.V.. DOI: 10.18420/muc2019-up-0301

Jannik Fangmann hat bereits in einem Beitrag über die Entwicklung seines Screening-Instruments zur Fortschrittsermittlung in der agilen Transformation berichtet. Nach der Durchführung der Bestandsaufnahme [1] (die Ergebnisse wurden bereits vorgestellt – Teil 1 und Teil 2) und der Entwicklung des Screening-Instrumentes erkannten wir das Potenzial dieser beiden Forschungsergebnisse und setzten uns zum Ziel, diese zusammenzubringen.

Durch eine Anpassung des Screening-Instrumentes an den Kontext öffentliche Verwaltung möchten wir es ermöglichen, den Fortschritt der agilen Transformation in diesem Kontext messen und vergleichbar machen zu können. Um festzustellen, ob das Screening-Instrument in der öffentlichen Verwaltung anwendbar ist, wurde zunächst das Transformationspotenzial anhand der Ergebnisse der durchgeführten Bestandsaufnahme [1] analysiert.

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Klimadebatte: eine neue agile Sichtweise aus den USA

Jonathan Franzen, einer meiner amerikanischen Lieblingsautoren, hat sich mit einer Stellungnahme zur aktuellen Klimadebatte gemeldet. Sein Essay „Wann hören wir auf, uns etwas vorzumachen? Gestehen wir uns ein, dass wir die Klimakatastrophe nicht verhindern können“ ist im Rowohlt-Verlag erschienen und umfasst ganze 60 Seiten (Anmerkung 1). Eigentlich ist es nur der Abdruck eines Zeitungsartikels, gefolgt von einem längeren Interview. Für mich gibt nicht das Thema – die „Klimakatastrophe“ – den Ausschlag, das Buch hier vorzustellen. Das gehört sicher nicht zu meinen Kernkompetenzen. Sondern was mich beeindruckt, ist die agile Sichtweise, die Franzen zum Thema beisteuert. Weiterlesen „Klimadebatte: eine neue agile Sichtweise aus den USA“

Zur Messbarkeit von Veränderungsprozessen

Es gibt Zusammenhänge und Veränderungsprozesse, die sich gut messen lassen, z.B. die Gewichtszunahme infolge der Weihnachtsvöllerei oder das Schrumpfen im Alter. Aber auch bei solchen relativ einfachen und vermutlich wissenschaftlich gut nachgewiesenen Zusammenhängen dürfen die Rahmenbedingungen nicht außer Betracht gelassen werden. So muss die Kohorte für ein belastbares Ergebnis groß genug sein. Außerdem muss sichergestellt sein, dass die Kohorte sich der Weihnachtsvöllerei hingibt. Und im Idealfall gibt es noch eine Vergleichsgruppe, die sich durch das Weihnachtsfest nicht in ihrem Essverhalten beeinflussen lässt.

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rehm Barcamp 2020: Digitalisierung und agiles Arbeiten in der öffentlichen Verwaltung

Der digitale Wandel ist in vollem Gange. Die technologischen Entwicklungen verändern die Art, wie wir leben, uns informieren, kommunizieren und arbeiten. Es gilt, die Veränderungen mit zu gestalten und zukunftsorientiert zu handeln.

Welche Anforderungen werden zukünftig an die Beschäftigten in der Verwaltung gestellt und wie kann man dabei jeden mitnehmen? Braucht es neue Prozesse und Strukturen in Führung und Zusammenarbeit? Oder sogar eine ganz neue Kultur?
Zu diesem spannenden Thema veranstaltet die Verlagsgruppe HJR am 26.03.2020 das erste rehm Barcamp in Essen.  Weiterlesen „rehm Barcamp 2020: Digitalisierung und agiles Arbeiten in der öffentlichen Verwaltung“

Smart City Goslar und die Arbeitsgruppe GoSMART – ein crossfunktionales Team

Die Stadtverwaltung Goslar /Anmerkung 1/, das  ist eine Kommune, am nördlichen Harzvorrand in Niedersachsen gelegen, mit rund 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und drei UNESCO-Welterbestätten: unsere Altstadt, unser Bergwerk Rammelsberg und unsere Oberharzer Wasserwirtschaft.

Bergbautradition im Rathausbüro

Viel Historie und Industriegeschichte und die vierte industrielle Entwicklungsstufe vor der Haustür: die „Digitalisierung“. Im Jahr 2017 fassten wir den Entschluss, dieses Thema und seine Herausforderungen für die Stadtverwaltung und die Stadtgesellschaft Goslar anzugehen. Weiterlesen „Smart City Goslar und die Arbeitsgruppe GoSMART – ein crossfunktionales Team“

Ist agile Schule zeitgemäße Schule?

Ich war einmal Geografie-, Mathematik- und Physiklehrer und heute als Unruheständler und Vierfach-Opa fände ich es ganz wunderbar, wenn man die Möglichkeiten von agilem Lernen und Lehren schon ganz normal in die ganz normalen Schulen geholt hätte. Und das geht auch immer mehr Lehrer/innen so, weil sie im Schulalltag merken, dass dieses überall geforderte und für VUCA-Zeiten absolut notwendig individuelle Lernen mit dem normalen gewohnten Unterrichten nicht mehr zu machen ist. Leider merkt man die Mangelerscheinung bei den Lernenden erst nach der Schulzeit, weshalb der Druck auf die Schulen nicht so groß ist wie etwa bei den öffentlichen Verwaltungen. Aber wenn man einmal Lehrpersonen nach der Zufriedenheit mit ihrer pädagogischen Arbeit fragt, dann erfährt man sehr wohl die aktuelle Dringlichkeit. Wenn man sich die Schulen anschaut, die in den letzten Jahren den Deutschen Schulpreis bekommen haben und sich in den prinzipiellen Vorstellungen von agilem Lernen und Lehren ein wenig auskennt, dann wird klar: Da wurden immer agil aufgestellte Schulen ausgezeichnet. Meist sind es einzelne Direktor/innen, die den Mut aufbringen, sich mit einem aufgeschlossenen Kollegium auf einen Weg zu machen, den man ja nicht wirklich kennt. Schuttertal ist jüngst so ein Beispiel aus meiner eigenen Region. Die Grundschule Schuttertal. Sie werden dort natürlich nicht das Wort agile Schule finden, aber im Sinne der Vorstellung von unserem Forum agil lernen und lehren ist sie das natürlich. Zeitgemäße Bildung könnte man auch schlicht und treffend dazu sagen, wie es Déjan Mihajlovic aus unserem Forum gerne benennt.

Für einen wie mich, der Schulentwicklung Richtung zeitgemäßer Schule auch nach meiner Pensionierung noch äußerst spannend findet, nicht zuletzt weil meine Enkelkinder sich in den alten Schulstrukturen bewegen, stellt sich für mich die Frage: Warum tun sich eigentlich alle Beteiligten so schwer mit dem „Schule neu denken“?

In viel zu vielen Familien finden im Moment wieder diese heißen Diskussionen über die richtige weiterführende Schulwahl statt – außer da steht eine satte Gymnasialempfehlung im Raum. Dann zögern die meisten Eltern auch heute nicht. Mit dem großartigen „Auf dem Gymnasium hat mein Kind die Zukunft in der Tasche“-Gefühl. Was natürlich alles andere als „mein Kind wird jetzt für seine Zukunft fit gemacht“ bedeutet.

Wenn ich mir wünschen dürfte, wie der Übergang zu den weiterführenden Schulen ablaufen sollte, dann träume ich mit einem Bild einmal für Sie vor mich hin.  Zusammen mit dem Blogtext und einem Link zu Split4WinWin dürfte es sich selbst erklären.

Agile Schule

 

Ich erzähle Ihnen zum Verständnis auch noch Geschichte namens „Grundbildung“, die sich an meiner Schule vor einem Vierteljahrhundert abgespielt hat.

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Agile Projekte in öffentlichen Verwaltungen – Teil 3

In dem vorherigen Teil dieser Beitragsserie hat Hanna Looks die Ergebnisse der Bestandsaufnahme Agile Projekte in öffentlichen Verwaltungen [1] vorgestellt /siehe Anmkerung 1/. Anhand dieser Ergebnisse konnte das hohe Potenzial agiler Methoden für die Projektarbeit in öffentlichen Verwaltungen herausgestellt werden. Um von diesem Potenzial profitieren zu können, ist jedoch ein Umdenken bezüglich der Arbeitsweise und Projektorganisation in der öffentlichen Verwaltung nötig. So fordert das agile Paradigma beispielsweise ein hohes Maß an Kommunikation und Selbstorganisation sowie auch flache Hierarchien. Aufgrund der umfassenden Umstellung von Arbeitsweise und Mindset kann eine solche Entwicklung nicht von jetzt auf gleich durchgeführt werden, sondern muss im Rahmen eines kontinuierlichen Entwicklungsprozesses, der agilen Transformation, erfolgen. Weiterlesen „Agile Projekte in öffentlichen Verwaltungen – Teil 3“