Wie die Zukunft der (Innen-) Städte entsteht

Was machen wir mit unseren Innenstädten? Die letzten Monate haben die Entwicklungen dort beschleunigt. Jetzt wird sichtbar, was passieren könnte, wenn es keine Läden und Restaurants mehr gibt. Die ExpertInnen sind sich uneinig, was die Lösung ist. Aber sie sind sich einig, wie Lösungen entwickelt werden. Und das ist eine Aufgabe, die gut zu unserem Forum passt.

Photo by The New York Public Library on Unsplash

Zwei Artikel von Simon Book bei Spiegel+ beschäftigen sich mit der Zukunft der Innenstädte./1, 2/ Books Experte und Interviewpartner Thomas Krüger fasst die Entwicklung zusammen.

Warum sollten Menschen noch in die Innenstadt gehen?

Es gibt an vielen Orten die gleichen großen Ketten. Hohe Pachten und ein großes Online-Angebot machen es kleinen Händlern schwer, Kundschaft anzulocken. Restaurants und Cafés bekommen erst langsam wieder BesucherInnen. Es wird noch eine lange Zeit dauern, bis wir wieder Reisende in der hohen Zahl wie vor der Pandemie in den Innenstädten treffen. Es dauert lange, bis sich neue Geschäftsideen etablieren. Zudem ist es sehr schwer, eine Straße wieder zu beleben, wenn der erst einmal Verfall eingesetzt hat.

Krüger gibt aber auch Hinweise auf eine Lösung.

Zukunft entsteht gemeinsam

Die AkteurInnen in den Städten arbeiten nicht zusammen. Es gibt keinen, der sie für eine große, konkrete und gleichzeitig offene Vision an einen Tisch bringt.

Das Zusammenbringen ist gar nicht so einfach, wie Amy Edmondson und Susan Salter Reynolds schreiben. /3/ Die Autorinnen haben Akteure von Smart Cities begleitet. Leute aus dem Technologiebereich ticken einfach ganz anders als Leute aus der Immobilienwirtschaft oder aus der städtischen Verwaltung. Jede Gruppe hat bestimmte Verhaltensweisen entwickelt, um mit typischen Problemen ihrer Branche umzugehen. Beispiele:

  • Die Softwareleute arbeiten sehr schnell und individuell. Sie haben viele Ideen, die sie schnell umsetzen wollen.
  • Die Menschen aus der Immobilienbereich müssen mit großen Risiken umgehen. Dazu bilden sie Netzwerke mit verschiedenen Spezialisten. Vertrauen aufbauen braucht Zeit.
  • BürgermeisterInnen müssen viele Interessen berücksichtigen und es fehlt immer an Geld. Ihr Verhalten wird von einem bestimmten Rechtsrahmen und von Fristen bestimmt.

Jede Gruppe hat bestimmte Verhaltensweisen, ein eigenes Zeitgefühl und eine eigene Sprache entwickelt. Für die künfige Stadtentwicklung müssen diese Gruppen zusammenarbeiten. Edmondson und Reynolds nennen das Big Teaming. Dazu gehört, miteinander über das Verhalten und die Bedürfnisse der anderen zu lernen. Am Anfang steht eine wichtige Erkenntnis.

Der Markt regelt nicht alles

Städte sind keine Marktobjekte. Durch die Privatisierung sind in vielen Städten die Preise für Wohnung, für Strom und Wasser stark gestiegen. Viele Städte weltweit kaufen sich ihre Wohnungen oder Wasserwerke wieder zurück. /4/

So sollte die Zukunft der (Innen-) Städte nicht allein dem freien Markt überlassen werden.

Das wird eine spannende Aufgabe, die Menschen aus den verschiedenen Bereichen an einen Tisch zu bringen: Wie stellt Ihr Euch Eure Stadt in der Zukunft vor? Große Visionen in ganz kleinen Schritten umsetzen, mit dem Blick auf das Ganze und die Bedürfnisse aller Anspruchsgruppen. So entsteht Zukunft.

Verweise

Ein Gedanke zu „Wie die Zukunft der (Innen-) Städte entsteht“

  1. Was mich allerdings auch an Corona fasziniert hat war, dass die „kleinen läden“ dann plötzlich auch digital wurden. In Freiburg gab es eine tolle Aktion, ein stadt-internes Netzwerk aufzubauen. Eine Art lokales Facebook. Sowas ist für mich die Zukunft, lokales Einkaufen online.

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