„Wenn Du loslässt, hast Du plötzlich zwei Hände frei“ – Führung und andere Baustellen

In den letzten Wochen häufen sich die Anfragen nach Workshops und Inputs oder Begleitung, in denen es darum geht, wie es gelingen kann

  • bei anstehender Veränderung mitzuhalten,
  • nicht der Angst vor dem fremdneuen handlungslähmend nachzugeben oder
  • in den veränderten Umwelten einen Platz und eine Rolle zu finden.

Besonders Führung ist vieldiskutiert als statisch – hierarchisch – veraltet – uncool unagil… Führungskräfte – und meiner Erfahrung nach insbesondere Führungskräfte von Führungskräften – sind spürbar verunsichert.  Weiterlesen „„Wenn Du loslässt, hast Du plötzlich zwei Hände frei“ – Führung und andere Baustellen“

Wert versprechen

Auf der Suche nach der „guten“ digitalen Verwaltungsleistung

Dass unsere derzeitigen digitalen Verwaltungsleistungen wirklich gut für Bürger*innen, Wirtschaft und Verwaltung sind, ist zweifelhaft. „Super“, „darauf haben wir gewartet“, geäußert aus tiefstem Herzen und von allen Beteiligten – kennen Sie ein Beispiel? Eines, das nicht aus dem Baltikum, Skandinavien oder Singapur stammt?  Eines, das mit  überzeugenden Nutzungszahlen punktet? Dann freue ich mich auf den Link hier im Blogkommentar. Best practice aus deutschen Landen sind nämlich rar.

Weder mit Geschäftsprozessoptimierung noch mit akribischer Empirie sind überzeugende, „coole“ Angebote entstanden. Ausnahme bilden mitunter halblegale aber sinnvolle digitale Services, die sich streng an den Bedarfen der Nutzenden und weniger an Gesetzesnormen orientieren. Ihre Macher*innen warten in manchen Fällen bis heute auf die erste Klage und genießen solange zufriedene Kundschaft und Entlastung der Verwaltung.

Eine gute digitale Verwaltungsleistung ist die, die entweder massenhaft genutzt wird, großen Aufwand reduziert oder signifikant Mehrwert generiert (oder alles zusammen). So trivial stellt sich der Zielrahmen dar. Menschenzentriertes Design und agiles Teamworking werden für die Umsetzung gebraucht. Gutes Performance Monitoring, im Idealfall visualisierte Open Data, sorgt für nachhaltige Qualität (vgl GOV.UK). Weiterlesen „Wert versprechen“

Die Digitalisierung kommt, soviel ist sicher. Wir dürfen uns nicht überrollen lassen…, müssen vorbereitet sein.

Dieser Artikel soll wieder ein Ping-Pong werden – diesmal mehr ein Rundlauf als eine reine Zweierpartie: eine Einladung an meine Mitstreiter und -innen vom Forum Agile Verwaltung und an alle Leserinnen und Leser, den Ball aufzunehmen und mit ihrem Drall weiterzuspielen….

„Die Digitalisierung kommt, soviel ist sicher. Wir dürfen uns nicht überrollen lassen…, müssen vorbereitet sein.“

Mhhmmm…. Ich habe es an dieser Stelle schon gelegentlich erwähnt: Ich bin Science Fiction- und insbesondere Star-Trek-begeistert[1]. Technische Gadgets, neue digitale Möglichkeiten, to seek out new life … and to boldly go where no one has gone before – für mich und die meisten ‚Trekkies‘ ist das alles höchst anziehend, spannend, reizvoll, macht neugierig. Bei vielen aber löst der Begriff ‚Digitalisierung‘ Befremden, Furcht und Frust aus. Warum so unterschiedliche Reaktionen?

Wir funktionieren meist – und oft noch zu Recht – nach der Haltung, dass, wer gut ist, weiss wie es geht. Nach allen Regeln der Kunst plant, die bewährten (Fach-)Standards erfolgreich und kompetent anwendet – und dass dann, weil man ja gut ist, die Rechnung aufgeht… . Weiterlesen „Die Digitalisierung kommt, soviel ist sicher. Wir dürfen uns nicht überrollen lassen…, müssen vorbereitet sein.“

Empirisches Arbeiten öffnet die Augen

Bei der Auseinandersetzung mit anstehenden Problemen arbeiten wir in unseren Verwaltungen oft lösungsorientiert. Kaum stellen wir uns ein Problem vor Augen (oder erhalten wir es vor Augen gestellt) – schon laufen wir auf die nächstbeste Lösung zu.

Selten machen wir uns die Mühe, den Phänomenen genauer auf die Spur zu kommen. /1/ eGovernment ist in aller Munde. Aber welche Probleme soll eGovernment für wen lösen? Was müssen wir von der E-Akte verlangen, damit sie möglichst großen Nutzen bringt?

Man würde erwarten, dass hierzu empirische Untersuchungen vorliegen – ca. 15 Jahre nach Beginn der Diskussion um eGovernment. Und dass aufgrund von Untersuchungen dann auch Anforderungen an Lösungen formuliert wurden. Das ist aber keineswegs der Fall. Weiterlesen „Empirisches Arbeiten öffnet die Augen“

Inspiration, Partizipation, Kreativität – innovative Ansätze bei der Entwicklung einer neuen Stadtteilbibliothek in Würzburg

Stadtentwicklung in Würzburg: Bei der Konversion eines ehemaligen Flug- und Militärgeländes fungiert die Stadtbücherei als Treiber von Innovation und Bürger/innen-Beteiligung. Inspiriert von internationalen Beispielen geht das Bücherei-Team neue Wege, um die Bibliothek eng an den Bedürfnissen der Stadtteilgesellschaft auszurichten. So wird die Konzeption mittels Design Thinking for Libraries gemeinsam mit Würzburger Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet.
Ein Erfahrungsbericht über die Anwendung dieser innovativen Methode. Weiterlesen „Inspiration, Partizipation, Kreativität – innovative Ansätze bei der Entwicklung einer neuen Stadtteilbibliothek in Würzburg“

Agile Führung: Die Schwarmintelligenz des Teams hervorlocken

Es ist das Kick-off-Meeting für ein großes und komplexes Projekt in einer Großstadtverwaltung. Der Erste Bürgermeister, Vertreter der Steuerungsgruppe, redet seit einigen Minuten Unsinn. Er lässt sich aus über Dinge, in denen er keinesfalls Experte ist, und gibt Lösungswege vor, die in die Irre führen werden. Die wirklichen Fachexperten, die mit am Tisch sitzen, werfen sich verstohlene Blicke zu. Aber keiner traut sich, dem Bürgermeister zu widersprechen, der zum Teil ihr Linienvorgesetzter ist.

Der Bürgermeister spürt die kritische Aura im Raum. Er interpretiert sie als mangelnde Motivation der Projektgruppe. Also wird er noch nachdrücklicher, versucht noch mehr Druck,  schlägt noch mehr Pflöcke als Projektvorgaben ein. Sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit den Projekterfolg gefährden. Am Schluss gehen alle aus der Sitzung und haben ein mulmiges Gefühl: dieses Projekt wird nicht rund laufen.

Soweit, so häufig. Aber was wären agile Ratschläge an Bürgermeister und Projektteam? Wie kann eine Führungskraft führen auf Feldern, wo sie selbst das Terrain nicht kennt? Wie kann ein Team die Rolle der Führungskraft anerkennen, wenn es weiß, dass diese sachlich nicht unbedingt „besser“ ist?

Um eine mögliche Antwort zu illustrieren, möchte ich ein historisches Beispiel erzählen. Und zwar handelt es von der Präsidentschaft John F. Kennedys und ihren beiden Hauptereignissen: der Schweinebucht-Invasion und der Kuba-Krise. /1/ Weiterlesen „Agile Führung: Die Schwarmintelligenz des Teams hervorlocken“

Ergebnis der Konferenz „Agile Verwaltung 2018“: Community of Practice für „Digitalisierung und E-Akte“ wird vorbereitet

Am Nachmittag der Konferenz fanden sich ca. 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie ich als Referent vom Vormittag zu einem vertiefenden Workshop „Einführung der E-Akte: Ein agiler Blick“ zusammen. Wir hatten 45 Minuten Zeit, so sehr vertiefend konnte es also nicht werden.

So nahmen wir uns die letzten 10 Minuten, um Möglichkeiten einer weiteren Zusammenarbeit zu besprechen. Ergebnis: wir wollen prüfen, ob eine Community of Practice (CoP) eine Form ist, die möglichst Vielen mit möglichst wenig Verpflichtung und Aufwand möglichst großen Nutzen bringt. Weiterlesen „Ergebnis der Konferenz „Agile Verwaltung 2018“: Community of Practice für „Digitalisierung und E-Akte“ wird vorbereitet“