Die agile Methode Retrospektive in der (öffentlichen) Verwaltung

Krisen bewältigen. Entscheidungen reflektieren. Arbeitswelt gestalten.

Krisen, wie die Covid-19-Pandemie, erfordern schnelles und agiles Handeln der Beschäftigten öffentlicher Verwaltungen sowohl auf kommunaler als auch auf Landes- und Bundesebene. Neben der konkreten Bewältigung von Aufgaben, wie die Überarbeitung von Pandemieplänen, erfordern die äußeren Umstände auch eine Änderung der Zusammenarbeit und eine Anpassung der Arbeitsweisen innerhalb kürzester Zeit, wie die Einführung mobilen Arbeitens und die Etablierung neuer digitaler Kommunikationswege. „Eine Rückkehr zur vollständigen Präsenzkultur wird es wohl nicht geben“, sagt Inga Dransfeld-Haase, Präsidentin des Bundesverbands der Personalmanager.

Die „Corona-Krise“ bringt eine Vielzahl an neuartigen Entscheidungsnotwendigkeiten und Veränderungen mit sich. Einige Veränderungen werden von Beschäftigten der Unternehmen und Verwaltungen positiv bewertet und sollten beibehalten werden, wie insbesondere die Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort oder die aktive Weiterentwicklung der betrieblichen Digitalisierung. Einige andere Entscheidungen werden rückblickend durchaus kritisch oder ambivalent gesehen, wie z.B. die möglicherweise entstehende soziale Isolation, und sollte für die künftigen Entwicklungen einbezogen werden. „Alle Verwaltungen haben Erfahrungen gesammelt, welche Auswirkungen die Corona-Krise hat und noch haben kann. Es gilt, die Lernerfahrung dieser Krise zu nutzen, um gestärkt aus ihr hervorgehen zu können“, sagt Doreen Molnár, Referentin in der Abteilung Digitalisierung und Arbeitswelt im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

  • Welche Veränderungen und neue Arbeitsweisen haben sich bewährt, werden als positiv bewertet und sollen beibehalten werden?
  • Welche Probleme und Herausforderungen sind aufgetreten?
  • Welche Veränderungen und neue Arbeitsweisen haben sich nicht bewährt, werden kritisch bewertet und sollen wieder verworfen werden?

Mit Hilfe der Methode „Retrospektive“ können die Erfahrungen aus dem Arbeitsumfeld der Beschäftigten, und zwar nicht nur während einer Krise, systematisch reflektiert werden. Sie eignet sich für Führungskräfte und Personaler*innen, um die mitunter intensiven Erfahrungen der Mitarbeitenden im Team zu reflektieren und gemeinsam zu entscheiden, welche Veränderun-gen und neue Arbeitsweisen auch jenseits der Krise beibehalten oder verworfen werden sollen.

Die kurze Handlungsempfehlung „Krisen bewältigen. Entscheidungen reflektieren. Arbeitswelt gestalten. Anwendung der Methode Retrospektive in der (öffentlichen) Verwaltungumfasst neben der Darstellung der Methode auch konkrete Praxistipps, die aus Erfahrungen der Kreisverwaltung Soest, Praxisorganisation im Projekt AgilKom, gewonnen werden konnten.

Die Handlungsempfehlung steht auf der Website des ifpm Institut für Public Management der FOM Hochschule unter „Publikationen“ zum Download zur Verfügung.

rehm Barcamp 2020: Digitalisierung und agiles Arbeiten in der öffentlichen Verwaltung

Der digitale Wandel ist in vollem Gange. Die technologischen Entwicklungen verändern die Art, wie wir leben, uns informieren, kommunizieren und arbeiten. Es gilt, die Veränderungen mit zu gestalten und zukunftsorientiert zu handeln.

Welche Anforderungen werden zukünftig an die Beschäftigten in der Verwaltung gestellt und wie kann man dabei jeden mitnehmen? Braucht es neue Prozesse und Strukturen in Führung und Zusammenarbeit? Oder sogar eine ganz neue Kultur?
Zu diesem spannenden Thema veranstaltet die Verlagsgruppe HJR am 26.03.2020 das erste rehm Barcamp in Essen.  Weiterlesen „rehm Barcamp 2020: Digitalisierung und agiles Arbeiten in der öffentlichen Verwaltung“

Lessons learned

Autorin: Lea Wüst

Dieser Artikel wurde zuerst auf den „Musterwandlern in Hochschulen“ veröffentlicht (https://musterwandler-hochschulen.org/).

Wie man aus Fehlern lernen und wo Agilität wirklich nützen kann

Heute schildere ich eine Situation, die bei uns recht ähnlich abgelaufen ist, die aber viele Personen bestimmt genau so kennen und zeige auf, was man hätte vielleicht besser machen können.

Worum gehts?

In der Abteilung ABC sind Fachadministratoren eingesetzt, die für spezielle Produktbereiche einer Software zuständig sind. Als man die Software eingeführt hatte, war man davon ausgegangen, dass nur minimale Anpassungen vorgenommen werden müssen und man sich daher den Aufwand sparen könnte, eine wirkliche „Testumgebung“ aufzubauen. Mit den Jahren entstanden aber immer mehr Ideen und Anforderungen seitens der unterschiedlichen Nutzer und der Wunsch wurde lauter, doch auch eine Umgebung für fachliche Tests zu installieren: Der Wunsch wurde nun also vielfach geäußert und nur in vereinzelten Protokollen festgehalten.

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Digital Estonia: Hochschuldelegationen aus Bielefeld und Münster bei internationalem Austausch in Estland

von Carolin Degener, Projektassistenz iCaMS, Fachhochschule Bielefeld

Drei Teilnehmerinnen des Treffens der „Musterwandler in Hochschulverwaltungen“ am 04. Oktober 2018 in Köln wirkten eine Woche an einem internationalen Austausch zum Thema Digitalisierung und Internationalisierung in Estland mit.

Am 28.10.2018 reisten Lea Wüst (Fachhochschule Bielefeld), Birgit Beckermann (Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen) und Carolin Degener (Fachhochschule Bielefeld) im Rahmen des EU-Projektes CHEDTEB (Collaboration in Higher Education for the Digital Transformation of Corporate Business, https://www.chedteb.eu/) an die Universität Tartu/ Estland. Die Reise wurde finanziell unterstützt vom Erasmus-Programm der EU. In einem einwöchigen Workshop tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Fachleuten sowie Kolleginnen und Kollegen aus Estland und Tschechien zu Ansätzen und Konzepten der Digitalisierung und Internationalisierung aus. Zusätzlich vertreten war die Fachhochschule Bielefeld durch Bernd Kleinheyer (Co-Projektleiter, Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit) und Vanessa Hübner (Mitarbeiterin im International Office). Außerdem nahm die Brno University of Technology durch Zdeňka Konečná und die University of Tartu durch die Gastgeber Kertu Lääts und Anneli Lorenz teil.

Die internationale Gruppe in Tallinn (v.l.): Lea Wüst, Carolin Degener, Kertu Lääts, Anneli Lorenz, Birgit Beckermann, Vanessa Hübner, Bernd Kleinheyer, Zdeňka Konečná

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