Was ist Agilität? – Zum x-ten Mal gestellt, zum x-ten Mal keine Antwort

Immer wieder die Frage – von Lesern, Konferenzbesuchern, innerhalb des FAV: Was ist Agilität? Unsere Webseite „Agilität in der Verwaltung – eine einführende Übersicht“ wurde schon über 4.500-mal aufgerufen.

Aber eine schlüssige Definition, gar eine endgültige Antwort – wie soll es die geben? Gerade Agilität beruht auf der Erfahrung, dass nichts endgültig und fest ist. Wie sollte also Agilität ein starres Rahmenwerk sein, wenn sie selbst die Bewegung in einer bewegten Umwelt sein will? Wir müssen immer wieder die Anstrengung machen, mir neu über den Sinn von agilen Herangehensweisen zu verständigen.

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LdN-Podcast: Gründe für das Scheitern des OZG

Es ist eine Stimme aus der Zivilgesellschaft – oder fast ein Aufschrei. Die „Lage der Nation“, hat zwei ausführliche Folgen dem Thema „Digitalisierung der deutschen Verwaltung“ gewidmet. Es ist der bestrecherchierte, mir bekannte Beitrag zum Thema „Woran ist das OZG gescheitert und was ist zu tun?“

Wir stellen einen Überblick über die Inhalte der Podcasts vor und liefern die Links dorthin.

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Agiles Sommerhäppchen – Impromptu Networking oder Alle kommen ins Gespräch, alle fokussieren sich

Wie aktiviere ich eine Gruppe und fokussiere sie auf das Event. Impromptu Networking aus dem Liberating Structure Sammlungen bietet einen strukturierten Ablauf

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen …

So lauten die Anfangszeilen von dem Gedicht von Matthias Claudius

Aber was erzählt man sich, wenn keine Reise / Sommerurlaub hinter einem liegt?
Oder vielleicht will man nicht jedem davon berichten.
Gerade in Gruppen-Veranstaltungen gibt es gute Möglichkeiten, um schnell mit mehreren Menschen in das Gespräch zu kommen.

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Macht und Aufmerksamkeit – Urkräfte gegen Veränderung

Ich weiß nicht, wie oft ich das schon gelesen habe: „Die Digitalisierung der Verwaltungen geht zu langsam voran“. Und leider stimmt es! Da wird öffentlichkeitswirksam an OZG-Frontends gebastelt, während hinter den Rathaustüren noch Bescheide wie bei den antiken Römern [1] dreifach auf Steintafeln gemeißelt werden. Nur um sie dann – wenigstens ein bisschen modern – zu scannen und in einem der 3.000 Boorberg-Aktenzeichen zu versenken. Selbst da, wo es gelungen ist, medienbruchfreie Prozesse zu gestalten, stellt sich nicht selten heraus: Das Prozedere ist digital, die Logik dahinter aber immer noch mehr Steintafel, als Ausschöpfen der Vorteile elektronischer Systeme zu Wohle der Allgemeinheit – eigentlich der Verfassungsauftrag der Verwaltung. [2]

Auch wo es nicht um Digitalisierung geht, ist ein schwer nachvollziehbares Beharrungsvermögen tradierter Denkweisen und Strukturen festzustellen. Fokus online machte – angesichts des behördlichen Chaos nach der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 – „Strukturen aus Preußens Glanzzeit“ als wesentliche Ursache für die Schwierigkeiten bei der Koordination der Aufräumarbeiten aus.

Dabei haben nicht wenige Menschen in den Verwaltungen durchaus bemerkt, dass viele Aufgaben deutlich komplexer geworden sind: Bei Projekten sitzen plötzlich viel mehr Akteurinnen und Stakeholder am Tisch, Menschen aus der Stadtgesellschaft wollen aktiv mitmischen, schwierige Probleme müssen in kürzester Zeit gelöst werden, klare Ziele sind oft nicht auszumachen, viele sich widersprechende Aspekte müssen in stimmige Lösungen zusammengeführt werden, es besteht die Notwendigkeit organisationsübergreifender Kommunikation und Zusammenarbeit auf Augenhöhe und so weiter.

Obwohl diese Veränderungen offensichtlich sind, brechen sich an ihren Klippen regelmäßig die hergebrachten Strukturen und Denkweisen – nachzulesen in unzählige Publikationen und Studien zum Thema.

Die beliebteste Reaktion der Verwaltung darauf: Wir brauchen mehr Personal! Und dann wird weitergemacht, wie bisher.

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Mehr Agilität im D&I Prozess kommunaler Verwaltungen

Beitrag von Lila Sax dos Santos Gomes, Netsanet Berhane und Adamantia Goulandris

In der Kommune Planschbeckingen gibt es zu wenig Migrant*innen. Also nicht in der Kommune selbst, sondern in der Verwaltung. Sie ist zu homogen, zu weiß, zu christlich. Die Zivilgesellschaft fühlt sich unter- bis gar nicht repräsentiert. Daher entscheidet sich die Verwaltung dafür, sich zu “öffnen”. Sie will toleranter gegenüber Menschen mit Migrationsgeschichte werden. Sie will gendern, nicht-binäre Menschen einbinden und religiöse Vielfalt feiern. Es gibt nur eine Voraussetzung – eigentlich muss alles beim alten bleiben.

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Agile Sommerhäppchen (1/x) – Von fiesen Fragen zu tragendem Trampolin

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt: Eigentlich wollte ich, während der elf (11) Stunden währenden Fährüberfahrt gestern, einen profunden Artikel zaubern, den ich schon seit geraumer Zeit schreiben will
(über junge Menschen frisch in der Arbeitswelt, über ihre Werte, über das was sie können und die Betriebe nicht und das was sie noch nicht können, aber die Betriebe aber schon. Über die teilweise erschreckenden Missachtungen ihrer Motivation und ihrer dargebotenen mitgebrachten Möglichkeiten durch die «empfangenden» Organisationen bzw. Betriebe. Über Gründe für das Phänomen, das mir gerade so oft begegnet und vor allem über Lösungsangebote dafür.)
Aber dann wurde ich auf der Fähre leicht seekrank und es gab weder Internet noch Strom auf dem Kahn. Bref: Für derart profund langt es jetzt nimmer…. Entschuldigung. Also verschieben wir den Artikel auf später mal und ich habe heute kurzerhand das neue Format «Agile Sommerhäppchen» aus der Taufe gehoben:
Ein kurzer Artikel mit Anwendungsangebot, frisch und ‚amächelig‘ wie ein Marktstand in der Provence...

Es geht um die Nasty-Questions-Technik. Auch etwas, das mir bzw. den Menschen, mit denen ich arbeite in den letzten sechs Monaten in immerhin fünf Projekten und Anlässen konstruktiv und lösungszugewandt erfolgreich zur Seite stand. Eigentlich in der politischen Kommunikation beheimatet. Aber – einem Schweizer Offiziersmesser gleich – auch in anderen Situationen durchaus hilfreich, so zum Beispiel für neu zusammengestellte Teams, bei Veränderungen des Status Quo (Führungswechsel, verändertes Portfolio der Abteilung oder gar neu zu digitalisierende Prozesse), zu Beginn eines Projektes (da gleich mehrmals) und/oder in Sackgassenmomenten jeder Couleur.

Die Nasty-Questions-Technik funktioniert so:

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Community of Practice – informative Vernetzung mit der Weisheit der Vielen

Ein Beitrag mit Alexander Null aus Kassel.

Im Zusammenhang mit Agilität und agilen Organisationen taucht der Begriff der Community of Practice auf. In unserem Beitrag wollen wir zeigen, was CoPs sind, was zu einem gelingenden Austausch beiträgt und welche Erfahrungen wir in einer Community of Practice machen, in der wir seit 2020 Mitglied sind.

Bild: EME auf pixabay

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Verbesserungspoteniale finden, Unnötiges weglassen

Wenn ich so manche Retrospektive im Team oder mit Anspruchsgruppen Revue passieren lassen, fällt mir eines wiederholt auf. Wir sind uns zwar immer alle einig, dass eine regelmäßige Retro sinnvoll ist. Wir wollen besser werden. Aber tun uns erstaunlich oft schwer damit, Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Wir sehen anhand der Velocity, Durchlaufzeiten o. ä. Metriken sehr gut und transparent, ob unsere Experimente erfolgreich sind. Aber wo wir als nächsten Ansätzen können, da tun wir uns dann doch oft schwerer als gedacht.

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Von Ordnung, Zuordnung, Einordnung ….. und ganz im Gegenteil

Es gibt vier Arten von ….
(was wünscht sich die geneigte Leserschaft hier zu lesen?
In welchem Thema sollen wir mit der Vier-Arten-Zuordnung heute einmal Ordnung schaffen?)

Es gibt vier Arten von …


…digitalen Nomaden.

Steht da im Titel eines Artikels meiner Blogleseliste. Ich bin ja selber so eine. Also lese ich natürlich den Artikel. Vielleicht kann ich da ja etwas dazu lernen. Am Schluss angekommen steht da:

«In Wirklichkeit gibt es keine vordefinierten Muster und keine geschriebenen Regeln mehr. Man erfindet seinen Alltag als Remote Worker neu. Denn wir sind alle unterschiedlich. Unsere Erwartungen an Reisen und selbstständiges Arbeiten können von Person zu Person unterschiedlich sein.»

https://www.famille-nomade-digitale.com/les-4-types-de-digital-nomads/ (Übersetzung V. Lévesque)

Diesem letzten Absatz kann ich durchaus zustimmen. Ich habe mich in der Auflistung der Kategorien, wie meistens in solchen Typisierungen, ganz gleich zu welchem Thema, nicht einmal zu- und schon gar nicht einordnen können.

Warum klassifizieren? Warum wirken solche «es gibt x Arten von…- Teaser» so einladend und finden sich in so vielen Titeln und Aufklärungsversprechen?

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Griff in die Bücherkiste: „Träge Transformation“

Unter der Rubrik „Griff in die Bücherkiste“ möchten wir unseren Leser:innen Titel vorstellen, die vielleicht eine Ergänzung zu den übrigen urläublichen Tätigkeiten (Hängemattenliegen, Cocktails schlürfen etc. pp.) darstellen. Dabei wollen wir gerade keine vollständigen Inhaltsangaben liefern, sondern nur gerade so viel über ein Buch verraten, dass noch Raum zum Selberlesen bleibt. Trifft dieser neue Service auf eure Nachfrage? Wir werden es an den Klickzahlen sehen.

Das erste Buch wurde von Sascha Friesike und Johanna Sprondel verfasst. Es trägt den Titel „Träge Transformation“, ist im Februar 2022 erschienen und beschäftigt sich mit einigen Ursachen, die der Digitalisierung im Wege stehen.

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