Agilität in der öffentlichen Verwaltung und Agilität in Privatunternehmen – eine Differenz

Immer wieder wird vom Public Service verlangt, von der Dynamik der Wirtschaft zu lernen und auch deshalb mehr Agilität zu wagen. Mehr Agilität – das mag ja stimmen. Aber eignen sich Unternehmen wie Amazon als Blaupause?

Wohl eher weniger. Es gibt mindestens einen gravierenden Unterschied zwischen Öffentlichem Dienst und Privatfirmen. Weiterlesen „Agilität in der öffentlichen Verwaltung und Agilität in Privatunternehmen – eine Differenz“

Denke ich an E-Government in der Nacht, bin ich (fast) um den Schlaf gebracht

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Photo by Felix Mittermeier on Pexels.com

Es gab und gibt eine Vielzahl an E-Government-Initiativen in Deutschland, aber keine bisher wirklich durchschlagenden Erfolge. Deutschland wird in den einschlägigen Rankings regelmäßig auf die hintersten Plätze verbannt. Hoffnungen werden – bei Bürger und Mitarbeitern – geweckt, um dann doch wieder enttäuscht zu werden.

Einige Beispiele

Der „neue“ Personalausweis wird seit dem November 2010 ausgegeben. Auf dem Ausweis befindet sich eine elektronische Signatur im Sinne der eiDAS-VO, die auch für Behördengänge genutzt werden kann. Doch nur sehr wenige verwenden die Möglichkeiten im Alltag. Wer schafft sich schon ein teures Lesegerät an, wenn er  dieses kaum nutzen kann? Es fehlt schlicht und ergreifend seit Jahren an einer nennenswerter Zahl umgesetzter alltagstauglicher Anwendungsszenarien. Weiterlesen „Denke ich an E-Government in der Nacht, bin ich (fast) um den Schlaf gebracht“

#ANDI: Bericht vom Treffen am 25.09.2018 in Konstanz

Ende Juni 2018 hat sich das Netzwerk #ANDI „Agiles Netzwerk Digitale Innovation“ gegründet, und zwar vorerst von Vertretern der Städte Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Konstanz  und der Metropolregion Rhein-Neckar. Anstoß war die Unzufriedenheit mit dem Stand des Angebots an digitalen Bürgerdiensten in Baden-Württemberg. Trotz über zweijährigen Projektivierens der Städte mit dem Innenministerium wurde kein einziges Angebot produktiv gesetzt (siehe den Beitrag von Rüdiger Czieschla   https://agile-verwaltung.org/2018/06/28/wert-versprechen-wert-einhalten-aber-wie/).

Nun also #ANDI. In knapp drei Monaten wurden bereits zwei Serviceprozesse beschrieben und im Grundsatz modelliert. Weiterlesen „#ANDI: Bericht vom Treffen am 25.09.2018 in Konstanz“

Über all ist Tanaland … oder, warum selbst Experten mit guten Absichten scheiterten

Bild: World Cyber Games – Singapore 2005 (Wikipedia)

Eine der wichtigsten Fragen, die sich für den wirklich aufgeklärten und (relativ) objektiven & kritischen Betrachter in unserer Gesellschaft stellen muss, ist die, warum viele Menschen motiviert sind, etwas wirklich zu verändern und trotzdem jeder Einzelne daran scheitert.
Oder warum sind Hilfsorganisationen, wie Tierschutzorganisationen oder „Essen für die Welt“ etc. wenig erfolgreich?
Manche behaupten gar, dass trotz dieser Vielzahl an Organisationen die Situationen nicht besser wurden bzw. dass sie die katastrophalen Ausmaße unserer menschlichen Zivilisation weder stoppen konnten, sondern im Gegenteil, deren Entwicklung in den letzten Jahren gestiegen ist.

Ganz einfach: Überall ist Tanaland!

Dietrich Dörner mache in den 1970-iger Jahren ein legendäres Experiment, nachzulesen in seinem Buch Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen. Er schickte zwölf Experten unterschiedlicher Fachrichtungen ins Rennen, aber alle scheiterten nach nur kurzen Aufschwüngen und endeten in Hungersnot und anderen Katastrophen.
Aber warum? Warum scheitern selbst hochmotivierte und gebildete Akademiker an dieser vermeintlich leichten Aufgabe?
Auch unsere Politiker scheine hier nicht wirklich eine glückliche Hand im Steuern unserer Geschicke zu haben.

Vielleicht ja deshalb:

1. Das Reparaturdienstverhalten:
Sobald ein wir einen Missstand gefunden haben, wollen wir ihn sogleich beseitigen. Danach suchen wir den nächsten…

2. Close up Sichtweise
Wir betrachten nur einen Ausschnitt ohne Blick auf die Gesamtsituation. Weiterlesen „Über all ist Tanaland … oder, warum selbst Experten mit guten Absichten scheiterten“

Agil Schulen verwalten

Wir spinnen hier auf unserem Blog ein drittes Mal die Idee weiter (verknüpft mit unserer fiktiven Laborschule in Weit im Winkl), wie befreiend es sein könnte, wenn die Verantwortlichen auf allen Ebenen des Systems Schule begreifen würden, dass man Schüler/innen üblicherweise viel zu wenig ernst nimmt, ihnen viel zu wenig zutraut und damit viel zu wenig von ihnen abverlangt.

In unserer kleinen Story hatten wir Hanno Schmitt vom Regierungspräsidium Freiburg der Laborschule in Weit im Winkl einen Besuch abstatten lassen. Lena, eine Schülerin aus dem Schulsprecherteam, erklärte ihm gerade, welches Wochenthema im schulischen Think Tank diskutiert würde. „Think Tank an der Schule? Was soll das denn sein?“ – „Wissen Sie“, meinte Lena selbstbewusst. „Wir jungen Leute werden uns in 20 Jahren in einer Welt zurechtfinden müssen, von der man heute nur eine vage Ahnung hat. Also müssen wir doch am besten schon jetzt selbst darüber nachdenken, wie wir diese Herausforderung später trotzdem möglichst erfolgreich meistern können.“ Die Schulsprecherin öffnete die Tür mit der fetten Aufschrift „FUTURE“.

bildung mit schuelern

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Treffen der „Musterbrecher in Hochschulverwaltungen“ findet am 4. Oktober 2018 in Köln statt

Ende Mai hatten wir hier auf dem Blog zu einem Treffen von „Agilisten in Hochschulverwaltungen“ aufgerufen. Die Idee dazu war auf der Konferenz „Agile Verwaltung 2018“ aufgekommen. Mittlerweile haben sich ca. 30 Interessent*innen gemeldet, und zwar quer durch die Bundesrepublik und über alle Hochschulformen hinweg. Die Mehrheit hat sich bei einer Doodle-Umfrage für den 4. Oktober entschieden. Ort ist die Kunsthochschule für Medien Köln, Peter-Welter-Platz 2, 50676 Köln. Beginn 9:30 Uhr, Ende 15:30. Weiterlesen „Treffen der „Musterbrecher in Hochschulverwaltungen“ findet am 4. Oktober 2018 in Köln statt“

Smart Citys: Technologie allein reicht nicht

Im Moment bewegt mich das Thema Digitale Transformation. Anhand der Idee „Smart City“ kann man gut beobachten, was digitale Technologien nutzen oder anrichten. Wollen wir wirklich smarte Städte?

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Reif für die Insel: Resilient und agil …?!

Neulich wurde ich eingeladen, an einer Tagung zum Thema ‚Resilienz‘ agile Handlungsformen vorzustellen. Zuerst war ich überrascht. Passt so was wie „Agiles Arbeiten in nicht-agilen Umwelten“ zum Thema Resilienz?

„Resilienz (von lateinisch resilire ‚zurückspringen‘ ‚abprallen‘) oder psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Weiterlesen „Reif für die Insel: Resilient und agil …?!“

Statt Workflow-Mythos: Raus aus den Silos!

Ich habe kürzlich in einem Post ein halb-fiktives Fallbeispiel eines Workflows geschildert. Dabei ging es um eine Beschaffung, deren Ablauf ganz komfortabel und modern in einem DMS abgebildet war. Im Beispiel stritten sich ein Herr Leichtenberger vom Vermessungsamt und ein Herr Helming von der Beschaffungsstelle darum, was wohl ein angemessener Preis für ein zu beschaffendes Tachymeter sein dürfe und welche Qualität das Vermessungsamt verlangen könne. (siehe https://agile-verwaltung.org/2016/03/24/mythos-workflows-das-ewige-unerfuellte-versprechen/)

Am Ende hatte ich den DMS-Workflow als Scheinlösung für einen tatsächlich verkorksten Prozess bezeichnet und die Frage gestellt: „Was wäre eine agile Antwort auf diese Situation? Was würden wir Herrn Leichtenberger und Herrn Helming empfehlen? Und was wäre eine gute, nachhaltige Methode der Prozessverbesserung?“ Weiterlesen „Statt Workflow-Mythos: Raus aus den Silos!“