MATHE AGIL

Ich war vor meiner Pensionierung Physik- und Mathelehrer und eine der häufigsten Aussagen, die man mir entgegnete und noch immer entgegnet, wenn ich nach meinen früheren Fächern gefragt werde, lautet: „Oh je, in Mathe war ich immer schlecht.“ … und seit Jahrzehnten versuche ich, dieser falschen Aussage die richtige entgegenzustellen: „Sie können gerne sagen, dass Sie schlechte Noten in Mathe geschrieben haben. Das heißt aber noch lange nicht, dass Sie schlecht in Mathe waren … oder noch heftiger, dass Sie schlecht in Mathematik sind.“

Lücken- Mathe

Liebe Leser/in. Gehen Sie selbst einmal in sich. Wie war das damals in Mathe? Gehören Sie auch zu denen, die tief innen drin dieses mathematische Ohnmachtsgefühl aus der Schulzeit noch immer mit sich herumtragen? Dieses kleine Schämen, dass man diese Mathe damals oft überhaupt nicht geblickt hat? Dieses innere doofe Unwohlsein, wenn Sie auch heute noch im hohen Alter einen Mathelehrer treffen? Diese Hilflosigkeit, wenn Sie an Mathe in der Mittelstufe denken? Obwohl das doch so lange her ist? Wenn Sie nicht zu denen gehören, die sich beim Stichwort Mathematik und Schule irgendwie klein fühlen, dann seien Sie froh.

All die anderen würde ich gerne von dieser vollkommen unnötigen Last befreien, die einzig und allein daher kommt, weil Sie in einer normalen Schule in einen normalen Matheunterricht gegangen sind und nicht in eine agile Schule mit einem agilen Matheunterricht.

Weiterlesen „MATHE AGIL“

Was für ein Bildungswahnsinn – aber eduScrum&Co könnten ihn lösen

Schwimmen gesamt

Darf ich Sie zu einem kleinen Gedankenspiel einladen? Stellen Sie sich vor, Sie landen im Rahmen einer Bildungsreise auf einem anderen Planeten, auf dem es eine zentrale und klare bildungspolitische Ansage gibt.
Sie lautet: Wer sein Leben meistern will, der muss gut schwimmen können.

Dann lernen sie das Schulsystem dieses Planeten kennen, das mit vier Jahren Vorschule und acht Jahren Schule arbeitet.

In der Vorschule lernen ganz viele Schüler/innen ziemlich gut schwimmen, allerdings jedes Kind mit seinem ganz eigenen Lerntempo. Was auch logisch ist, weil die Planetenbewohner naturgemäß unterschiedlich schnell schwimmen lernen.

In der „richtigen“ Schule konzentriert man sich dann darauf, dass alle Schüler/innen einigermaßen gleich schnell vorwärts kommen, weil es ja jedes Jahr ein Zeugnis gibt und in acht Jahren die Schulabschlussprüfung – und deshalb holt man alle Schüler/innen auf ein gemeinsames Boot. Acht Jahre lang wird im Unterricht immer wieder nachdrücklich darauf hingewiesen, wie wesentlich Schwimmen für das ganze Leben ist. Nur sei im Moment leider keine Zeit dafür. Die Aussage von Lehrpersonen – „Wir müssen eben alle erst einmal auf einen gemeinsamen Wissensstand bringen“, die Sie oft zu hören bekommen, scheint eine beinah kultische Bedeutung zu haben.

Weiterlesen „Was für ein Bildungswahnsinn – aber eduScrum&Co könnten ihn lösen“

Agil gefordert

Agil gefordert

Es ist Montag morgen. Ihre Kinder sind vielleicht gerade unterwegs in die Schule. Sie spüren noch das Gefühl, das Sie von früher her kennen. Oje. Schule. Belastung. Noten. Ungerechtigkeit. Zu viele Hausaufgaben. Zu schwere Klassenarbeiten. Schule – eigentlich eine Zumutung.

Vielleicht haben Sie davon gelesen, dass der chinesische Batteriezellen-Hersteller CATL am Erfurter Kreuz für 240 Millionen Euro eine neue Fabrik baut. Deutsche Firmen könnten im Moment solch ein Gigaprojekt wohl nicht stemmen. Vielleicht kennen Sie ja auch jemanden, der chinesische Austauschschüler/innen kennengelernt hat. Ich habe jahrelang diese Erfahrung gemacht. Austausch mit einem Gymnasium in Wuhan. „Eine andere Liga“ dachte ich immer. „Au Backe, dieses bedingungslose Wissensbüffeln. Diese klaglose Disziplin. Die hängen uns in der Zukunft mit links ab.“ In der 10. Klasse Wissensvermittlung in Mathematik, die bei uns im ersten Semester Mathematik gelehrt wird. Nein, keine Sorge. Ich verlange nicht nach chinesischem Büffeln in old Germany. Ich liebe unsere Art von Schulzeit. Ich schätze die europäischen Schulen … auch wenn wir mit dem Wissensstand junger Chines/innen nicht mehr Schritt halten können. Aber wir haben einen riesigen Joker im Ärmel. Wenn Sie ältere Kinder haben und sich ihre Schulanstrengung einmal ganz objektiv anschauen, dann müssen Sie zugeben: Da ginge so viel mehr, ohne dass es gleich zu chinesischen Verhältnissen führen würde. Da ist so viel Leerlauf im Unterricht – in den Köpfen der Schüler/innen. Würden wir sie ernster nehmen können und gleichzeitig mehr fordern, dann würde sich vieles ändern. Meine These habe ich für Sie gezeichnet. Agil lernen. Den Leerlauf beenden. Durchstarten. Ein Traum? Keineswegs. Allerdings eine echte Anstrengung auf Seiten der Lernenden und der Lehrenden.

Barcamp 2019

Weiterlesen „Agil gefordert“

OER, Hattie und agil lernen und lehren

oer2

Das Schöne am agilen Arbeiten ist, dass man sich oftmals einfach in die richtige Richtung mit einem klaren Ziel treiben lassen kann, ohne die einzelnen Schritte vorher genau zu kennen. Das Ziel unseres Forums agil lernen und lehren  – einem Unterforum des FAV – ist es, agiles Denken, Handeln und agile Haltung unter die Menschen zu bringen, weil wir glauben, dass es den lehrenden Menschen und damit auch den lernenden Menschen sehr gut tut und nebenbei ein sehr effektiver Ansatz ist.

Und weil es natürlich uns selbst gut tut, sich über zeitgemäße Bildung auszutauschen. (Übrigens höchste Effektstärke bei Hattie – siehe Spitze der oberen Hattie-Rakete)

Weiterlesen „OER, Hattie und agil lernen und lehren“

Agil Schulen verwalten

Wir spinnen hier auf unserem Blog ein drittes Mal die Idee weiter (verknüpft mit unserer fiktiven Laborschule in Weit im Winkl), wie befreiend es sein könnte, wenn die Verantwortlichen auf allen Ebenen des Systems Schule begreifen würden, dass man Schüler/innen üblicherweise viel zu wenig ernst nimmt, ihnen viel zu wenig zutraut und damit viel zu wenig von ihnen abverlangt.

In unserer kleinen Story hatten wir Hanno Schmitt vom Regierungspräsidium Freiburg der Laborschule in Weit im Winkl einen Besuch abstatten lassen. Lena, eine Schülerin aus dem Schulsprecherteam, erklärte ihm gerade, welches Wochenthema im schulischen Think Tank diskutiert würde. „Think Tank an der Schule? Was soll das denn sein?“ – „Wissen Sie“, meinte Lena selbstbewusst. „Wir jungen Leute werden uns in 20 Jahren in einer Welt zurechtfinden müssen, von der man heute nur eine vage Ahnung hat. Also müssen wir doch am besten schon jetzt selbst darüber nachdenken, wie wir diese Herausforderung später trotzdem möglichst erfolgreich meistern können.“ Die Schulsprecherin öffnete die Tür mit der fetten Aufschrift „FUTURE“.

bildung mit schuelern

Weiterlesen „Agil Schulen verwalten“