Agil gefordert

Agil gefordert

Es ist Montag morgen. Ihre Kinder sind vielleicht gerade unterwegs in die Schule. Sie spüren noch das Gefühl, das Sie von früher her kennen. Oje. Schule. Belastung. Noten. Ungerechtigkeit. Zu viele Hausaufgaben. Zu schwere Klassenarbeiten. Schule – eigentlich eine Zumutung.

Vielleicht haben Sie davon gelesen, dass der chinesische Batteriezellen-Hersteller CATL am Erfurter Kreuz für 240 Millionen Euro eine neue Fabrik baut. Deutsche Firmen könnten im Moment solch ein Gigaprojekt wohl nicht stemmen. Vielleicht kennen Sie ja auch jemanden, der chinesische Austauschschüler/innen kennengelernt hat. Ich habe jahrelang diese Erfahrung gemacht. Austausch mit einem Gymnasium in Wuhan. „Eine andere Liga“ dachte ich immer. „Au Backe, dieses bedingungslose Wissensbüffeln. Diese klaglose Disziplin. Die hängen uns in der Zukunft mit links ab.“ In der 10. Klasse Wissensvermittlung in Mathematik, die bei uns im ersten Semester Mathematik gelehrt wird. Nein, keine Sorge. Ich verlange nicht nach chinesischem Büffeln in old Germany. Ich liebe unsere Art von Schulzeit. Ich schätze die europäischen Schulen … auch wenn wir mit dem Wissensstand junger Chines/innen nicht mehr Schritt halten können. Aber wir haben einen riesigen Joker im Ärmel. Wenn Sie ältere Kinder haben und sich ihre Schulanstrengung einmal ganz objektiv anschauen, dann müssen Sie zugeben: Da ginge so viel mehr, ohne dass es gleich zu chinesischen Verhältnissen führen würde. Da ist so viel Leerlauf im Unterricht – in den Köpfen der Schüler/innen. Würden wir sie ernster nehmen können und gleichzeitig mehr fordern, dann würde sich vieles ändern. Meine These habe ich für Sie gezeichnet. Agil lernen. Den Leerlauf beenden. Durchstarten. Ein Traum? Keineswegs. Allerdings eine echte Anstrengung auf Seiten der Lernenden und der Lehrenden.

Barcamp 2019

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Agile Methoden einführen – eine Frage der Differenzierung?

Vor einigen Jahren habe ich in einem Führungskräfte-Seminar das Riemann-Thomann-Modell kennen gelernt. Dieses wird in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet – beispielsweise als Tool zur (Selbst-)Einschätzung von Beziehungen zwischen Personen und bei der Entwicklung von Teams. Weiterlesen „Agile Methoden einführen – eine Frage der Differenzierung?“

Wissensmanagement: Erste Erfahrungen mit einer “Community of Practice”

Eigentlich. Eigentlich müsste Wissensmanagement ein ganz heißes Thema in Kommunalverwaltungen sein. Aber außer vereinzelter Versuche, das Wissen der nun massenhaft ausscheidenden Mitarbeiter irgendwie noch zu dokumentieren, ist davon wenig zu hören. Wie könnte ein passendes Format aussehen, das Wissensschöpfung und Wissensverbreitung in die Verwaltungsprozesse integriert und das Thema aus einem “Problem” in eine Alltagsroutine transformiert? Wir vom FAV probieren ein bisschen herum. Als Erstes haben wir eine Community of Practice gegründet. Weiterlesen „Wissensmanagement: Erste Erfahrungen mit einer “Community of Practice”“

‚Methode Agilität‘ im Alltag – der Mensch als agiles Wesen?

Die Präsentationen agiler Methoden sind auf diesem Blog besonders viel gelesen. Heute möchte ich eine Art Methode zum Selbstmanagement und zur Selbstwirksamkeit zeigen. Denn in unserem (gemeint ist das Forum Agile Verwaltung) Verständnis von Agilität sind es nicht – oder nicht nur – die Methoden, die Spielräume zur Entwicklung bieten, sondern insbesondere auch der Brückenschlag zwischen Haltung, Kulturfragen und Handlung.

Seit fast 20 Jahren hängt ein von mir selbstgemaltes Bild über meinem Schreibtisch – es ist von Arbeitsstelle zu Arbeitsstelle bei jedem Bürowechsel mitgekommen und ich schaue tagtäglich darauf. Und nicht nur ich ….

Auf dem Bild steht, was ich brauche, um die Arbeit gut zu machen und um sie auch weiterhin und über längere Zeit gut machen zu können.
Gewisse Grundlagen und Prinzipen leiten das Handeln – innere Freiheiten, äussere Bedingungen und generelle Grundsätze.

Mich unterstützen diese ‚5 Freiheiten‘:

Die Freiheit zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist, 
– anstatt das, was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.

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Kanban: Steuere die Arbeit, nicht die Menschen

Morgens um 11 Uhr in einer Behörde irgendwo in Deutschland. „Klaus, könnt ihr die Geschichte erledigen. Dringend.“ Manfred steht am Schreibtisch von Klaus mit einem DIN A4-Blatt in der Hand. Klaus, der gerade noch vertieft am Bildschirm arbeitet, schaut auf. „Hm, muss warten. Sorry.“ Manfred schaut verdutzt drein und will sich nicht abwimmeln lassen. „Es ist wichtig und dringend.“ Klaus sieht lächelnd auf. „Das sind die anderen Aufgaben, die wir im Team bereits gerade abarbeiten, auch alle und das WiP-Limit ist voll.“ Während seiner Ausführungen zeigt er auf ein Taskboard an der Wand mit mehreren Spalten. Weiterlesen „Kanban: Steuere die Arbeit, nicht die Menschen“

Zukunftswerkstatt der Wirtschaftsförderung Region Freiburg: „Digitale Wege in der Region“

Am 23. Januar 2019 fand  in Freiburg eine Konferenz von Kommunalverwaltungen über alle Ebenen zum Thema „Digitalisierung“ statt. Eingeladen hatte die Wirtschaftsförderung Region Freiburg (WFR), eine Vereinigung aus Stadtkreis Freiburg, den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen sowie verschiedenen Städten und Gemeinden. Eingeladen waren alle Verwaltungen der Region, unabhängig ob Mitglied in der WFR oder nicht. Das regionale Format, verbunden mit einer vertikalen Durchlässigkeit (Großstadt und Kreise – Kreisstädte – kleinere Gemeinden), könnte eventuell auch anderen Regionen Anregungen vermitteln. Weiterlesen „Zukunftswerkstatt der Wirtschaftsförderung Region Freiburg: „Digitale Wege in der Region““

Auswahl einer DMS-Software: Die Spreu vom Weizen trennen

Die Meinung ist weit verbreitet, dass die gängigen DMS-Produkte auf dem Markt für Kommunalverwaltungen doch so alle ziemlich das Gleiche leisteten. Insbesondere größere Anbieter würden doch jetzt schon seit Jahrzehnten die Anforderungen kennen, die sich aus den Verwaltungsprozessen ableiten ließen, und da würde ja schon der Wettbewerb eine Tendenz zur Angleichung befeuern.

Ich habe in meinen Projekten, in denen ich Verwaltungen bei der DMS-Einführung begleitet habe, diese Erfahrung nicht gemacht. Im Gegenteil: es gibt einige wichtige Unterscheidungskriterien, etwa fünf an der Zahl. Eines davon will ich heute beleuchten: die Fähigkeit zur semantischen Suche. Weiterlesen „Auswahl einer DMS-Software: Die Spreu vom Weizen trennen“