Public Service Design in der verwaltungswissenschaftlichen Lehre

Durch das Onlinezugangsgesetz ist das Design von Dienstleistungen und Prozessen der öffentlichen Verwaltung zu einem wichtigen Thema geworden: Städte müssen sich damit auseinandersetzen, wie ihre Dienstleistungen online umgesetzt werden können. Der zweite Treiber sind bundesweite Umfragen, wie z.B. der E-Government Monitor der Initiative D21, in dem Bürger klar fordern, dass die Interaktionen mit der öffentlichen Verwaltung leicht verständlich und mit niedrigen Barrieren ablaufen sollten wie auch andere Online-Interaktionen, die sie aus der privaten Nutzung des Internets kennen.

Sobald wir mit den Bürgern in einen tiefergehenden Diskurs gehen, wird deutlich, dass sie einen extremen Medienbruch zwischen ihren privaten Interaktionen im Internet, wie Online-Shopping oder Social Networking, und ihren formalen Interaktionen mit der öffentlichen Verwaltung erleben. Es scheint keinen Grund zu geben, warum sie ein Formular von einer Verwaltungswebseite herunterladen, es zu Hause ausdrucken, von Hand ausfüllen und zu einem Bürgerbüro tragen müssen, wo dann das Formular wiederum von einem Verwaltungsmitarbeiter elektronisch eingegeben wird.

Hier hat eines meiner Seminare an der Universität Konstanz gestartet: Wie können wir öffentliche Dienstleistungen gestalten, die die Bürger tatsächlich nutzen wollen und denen sie vertrauen können?

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Bericht vom Treffen der „Musterwandler in Hochschulverwaltungen“ am 4. Oktober 2018 in Köln

Der Anfang ist gemacht. Erstmals haben sich Vertreter/innen aus Hochschulverwaltungen in ganz Deutschland über neue Arbeits -und Führungsmethoden ausgetauscht. Bei einem  Vernetzungstreffen an der Kunsthochschule für Medien Köln am 04.10.2018 haben rund 30 Teilnehmer/innen aus Universitäten, Fachhochschulen, Hochschulen in den privater Trägerschaft, Kunst- und Musikhochschulen sowie der Dualen Hochschule Baden-Württemberg über Herausforderungen für ihre Verwaltungen diskutiert und sich über neue Methoden und Lösungsansätze ausgetauscht.

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Agilität in der öffentlichen Verwaltung und Agilität in Privatunternehmen – eine Differenz

Immer wieder wird vom Public Service verlangt, von der Dynamik der Wirtschaft zu lernen und auch deshalb mehr Agilität zu wagen. Mehr Agilität – das mag ja stimmen. Aber eignen sich Unternehmen wie Amazon als Blaupause?

Wohl eher weniger. Es gibt mindestens einen gravierenden Unterschied zwischen Öffentlichem Dienst und Privatfirmen. Weiterlesen „Agilität in der öffentlichen Verwaltung und Agilität in Privatunternehmen – eine Differenz“

Denke ich an E-Government in der Nacht, bin ich (fast) um den Schlaf gebracht

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Es gab und gibt eine Vielzahl an E-Government-Initiativen in Deutschland, aber keine bisher wirklich durchschlagenden Erfolge. Deutschland wird in den einschlägigen Rankings regelmäßig auf die hintersten Plätze verbannt. Hoffnungen werden – bei Bürger und Mitarbeitern – geweckt, um dann doch wieder enttäuscht zu werden.

Einige Beispiele

Der „neue“ Personalausweis wird seit dem November 2010 ausgegeben. Auf dem Ausweis befindet sich eine elektronische Signatur im Sinne der eiDAS-VO, die auch für Behördengänge genutzt werden kann. Doch nur sehr wenige verwenden die Möglichkeiten im Alltag. Wer schafft sich schon ein teures Lesegerät an, wenn er  dieses kaum nutzen kann? Es fehlt schlicht und ergreifend seit Jahren an einer nennenswerter Zahl umgesetzter alltagstauglicher Anwendungsszenarien. Weiterlesen „Denke ich an E-Government in der Nacht, bin ich (fast) um den Schlaf gebracht“

#ANDI: Bericht vom Treffen am 25.09.2018 in Konstanz

Ende Juni 2018 hat sich das Netzwerk #ANDI „Agiles Netzwerk Digitale Innovation“ gegründet, und zwar vorerst von Vertretern der Städte Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Konstanz  und der Metropolregion Rhein-Neckar. Anstoß war die Unzufriedenheit mit dem Stand des Angebots an digitalen Bürgerdiensten in Baden-Württemberg. Trotz über zweijährigen Projektivierens der Städte mit dem Innenministerium wurde kein einziges Angebot produktiv gesetzt (siehe den Beitrag von Rüdiger Czieschla   https://agile-verwaltung.org/2018/06/28/wert-versprechen-wert-einhalten-aber-wie/).

Nun also #ANDI. In knapp drei Monaten wurden bereits zwei Serviceprozesse beschrieben und im Grundsatz modelliert. Weiterlesen „#ANDI: Bericht vom Treffen am 25.09.2018 in Konstanz“

Wollt ihr ein Netzwerk gründen? Dann kann die „Vernetzungsspirale“ hilfreich sein

Zur Zeit stehen verschiedene Vernetzungsinitiativen vor oder mitten in der Gründung. Dabei geht es meistens um Wissensaustausch auf dem einen oder anderen Gebiet und der gegenseitigen Unterstützung in  Projekten (z.B. Einführung der E-Akte, Hochschulverwaltungen usw.). Letztlich sind wir als Forum Agile Verwaltung ja auch nichts anderes als ein Netz, das sich noch in der Entwicklung befindet. In welchen Schritten kann man dabei sinnvoll vorgehen? Für diese Frage hat mir die „Vernetzungsspirale“ gute Dienste geleistet.

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Zweideutigkeiten: Wie wir den Begriff „Digitalisierung“ verwenden

Wir sprechen teilweise in unklaren Begriffen. Zum „A wie Ambiguität“ in VUKA tragen wir unseren Teil bei. Zum Beispiel verwenden wir  „Digitalisierung“ in verschiedenen Bedeutungen, einmal als Trend, einmal als Strategie. Das behindert unsere Diskussion über Strategie.

Der Umstand fiel mir auf bei einem Gespräch mit einem Kollegen, in dem wir die ganze Zeit aneinander vorbeiredeten. Hinterher überlegte ich mir, woran das gelegen haben könnte.

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