And the Winner is?

Es geht nicht immer ums Gewinnen. Oft ist es schon eine große Wertschätzung und Anerkennung, dabei sein zu dürfen. So ist es auch bei dem Deutschen Zukunftspreis für Technik und Innovation des Bundespräsidenten. Für diesen Preis kann sich niemand bewerben. Durch Gremien, das Kuratorium und die Jury werden die Nominierungen ausgesprochen und die Gewinner ausgewählt. Allein zu den Nominierten gehören zu dürfen, ist eine große Anerkennung.

Ähnlich ist es auch mit der Teilnahme an der Preisverleihung. Karten gibt es nicht zu kaufen. Es bedarf einer persönlichen Einladung vom Bundespräsidenten. Das kommt durch eine entsprechende Empfehlung. Um so erstaunter und stolz zugleich waren wir, als uns als Forum Agile Verwaltung e. V. solch eine Einladung erreicht hat. Es scheint, als ob wir in den vergangenen Jahren eine Menge richtig gemacht haben. An dieser Stelle: Danke für die Einladung. Es ist uns eine große Ehre.

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Chancen und Risiken von agilen Methoden in der Verwaltung

Um uns zunächst kurz vorzustellen: Wir beide, das sind Moritz Junginger und Kilian Hampel, haben im Rahmen unseres Masterstudiengangs “Politik- und Verwaltungswissenschaft” an der Universität Konstanz im Sommer 2018 ein Seminar belegt. In diesem Shared Classroom Seminar mit dem Titel „Digital Transformation in Germany and Estonia“ durften wir, gemeinsam mit der Tallinn University of Technology in Estland, zum digitalen Transformationsprozess forschen. Aufgrund unseres starken Interesses, welches unter anderem aus den Forschungsbeiträgen unserer Dozentin Frau Prof. Dr. Ines Mergel resultierte, haben wir uns für den Themenkomplex Agilität in der öffentlichen Verwaltung entschieden. Im Anschluss an das Seminar wurden unsere Forschungsergebnisse im Rahmen der Open Public Administration Scholarship-Reihe veröffentlicht. Nun haben wir die Gelegenheit erhalten, diese Forschungsergebnisse im folgenden Blogbeitrag vorzustellen.

Kurzzusammenfassung
Mit unserem Forschungsbeitrag zum Thema Agilität in der Verwaltung hatten wir das Ziel, die Chancen und Risiken von agilen Methoden in der Verwaltung zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für die Implementierung in der deutschen und estnischen Verwaltung zu geben. Dafür haben wir insgesamt sieben Interviews (unter anderem mit Mitgliedern des Forums Agile Verwaltung) mit deutschen sowie estnischen Experten aus dem Bereich der öffentlichen Verwaltung durchgeführt. Als Chancen konnten wir bspw. die erhöhte Nutzerzentrierung, Effektivitätssteigerungen und das positive Aufbrechen von Silodenken identifizieren. Auf der anderen Seite wurde deutlich, dass agile Methoden nicht als “Zauberformel” für jede Verwaltung verstanden werden dürfen, sondern auch organisatorische Schwierigkeiten mit sich bringen können. Es ist wichtig, eine der agilen Arbeitsweise empfänglichen Verwaltungskultur entstehen zu lassen. Besonders im deutschen Raum sollte darauf geachtet werden, dass auch die Bedingungen für einen solchen Wandel gegeben sind. Daraus ergeben sich mehrere Implikationen: Besonders eine gelebte Fehlerkultur scheint für die Organisation unabdinglich zu sein, da agiles Arbeiten ein Prozess ist, der dazu anregt, sich und die Organisation ständig zu hinterfragen.

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Agilität, Europa und Kommunalverwaltungen: Drei Dinge, die zusammengehören

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Am 26.05.2019 sind die EU-Bürger aufgerufen, ein neues europäisches Parlament zu wählen. In Baden-Württemberg finden gleichzeitig auch die Kommunalwahlen statt. Diese Kombination finde ich überaus spannend. Sicherlich mögen dabei Synergieeffekte wie Aufwand und Wahlbeteiligung eine Rolle spielen, warum die beiden Wahlen an einem gemeinsamen Termin stattfinden. Für mich aber unterstreicht es einen Zusammenhang, den viele nicht auf dem Schirm haben. Nämlich, dass ein vereintes Europa nur dann gelingen kann, wenn es eng mit der kommunalen Ebene verbunden ist. Beide gehöre für mich unmittelbar zusammen. In Anlehnung an den Soziologen Daniel Bell bin ich der Überzeugung, dass der Nationalstaat zu klein für die großen Probleme und zu gleich zu groß für die kleinen Probleme ist. Das Zusammenspiel von Europa und lokale Ebene macht es möglich effizient und effektiv die Herausforderungen anzugehen, die moderne Gesellschaften umtreiben. Das hat zunächst nichts mit Agilität zu tun. Oder doch? Für mich schon. Ich bin ein großer Freund der Vision eines föderalen Europas. Ansätze hierzu gibt es bereits unter anderem mit dem Rat der Regionen, in dem auch Städte und Gemeinden vertreten sind.

Ein solches föderales Europa ist in meinen Augen ein hoch agiles Konstrukt. Erfahrene Agile Coaches wissen, auch das beste organisierte Team stößt irgendwann an Grenzen, die es nicht selbst lösen kann und die Unterstützung der nächsten höheren Ebene braucht. Umgekehrt ist es nahezu unmöglich, auf adäquat und nutzerzentriert in einer zentralistischen Organisation auf komplexe Herausforderungen zu reagieren. Es braucht demnach Entscheidungsspielräume. Gleichzeitig braucht es einen verlässlichen Rahmen. Ein Grundgerüst, das die Infrastruktur stellt, die es einer Organisation erlaubt überhaupt erst arbeiten zu können.

Politik und Gesellschaft sind hochgradig komplex. Auch hier braucht es ein Grundgerüst, einen Rahmen. Aber gute Entscheidungen, die möglichst vielen Menschen gerecht werden, können nur begrenzt zentral vorgegeben werden. Es braucht ein gemeinsames Dach, das den Rahmen schafft und Leitplanken vorgibt. Leitplanken innerhalb derer sich die Selbstorganisation im Sinne der Agilität entfalten kann. Das föderale Europa bietet dieses gemeinsames Dach, in dem sich „selbstorganisiert“ die föderalen Gliederungen organisieren. Eingeweihte ahnen es – es schwingt die kommunale Selbstverwaltung des Art. 28 II Grundgesetz, die für mich Ausfluss eines höchst agilen Grundsatzes ist.

Ein föderales Europa in diesem Sinne fokussiert sich – im Sinne des Subsidiaritätsprinzip – auf die Rahmenbedingungen, die die unteren Gliederungen nicht schaffen können. Es gibt in einem gewissen Rahmen strategische Leitlinien vor, die es braucht, damit das Zusammenspiel innerhalb Europas funktioniert, lässt aber den Teilgliedern den Freiraum, ihre Angelegenheit möglichst selbst zu organisieren.

Ein föderales Europa braucht daher starke Kommunen. Kommunen, die nahe an dem Menschen sind und im engen Zusammenspiel mit eben diesen Fachexperten ihres eigenen Alltags im Dialog in iterativ-inkrementellen Schritten die beste mögliche Lösung für die Herausforderungen unserer modernen Gesellschaft leisten. Damit das Ganze funktioniert, braucht es die Bereitschaft und das Vertrauen, den gegenseitigen Respekt und den Mut, sich darauf einzulassen. Auch hier wieder parallelen zur Agilität.

Am 26.05.2019 haben wir die Chance, mit unserer Stimme dazu beizutragen, die agile Idee nach Straßburg/Brüssel ins Europaparlament und – zumindest in Baden-Württemberg – in die Rathäuser zu tragen. Lassen wir die Gelegenheit nicht ungenutzt und gehen an die Wahlurne. Zeichen setzen, für ein agiles Europa.

Das Programm für die Konferenz „Agile Verwaltung 2019“ am 24. Oktober 2019 in Berlin steht

Es ist so weit: Das Programm für die (Nord-)Konferenz „Agile Verwaltung 2019“ am 24. Oktober 2019 in Berlin steht.

Inhalte

Wir freuen uns, bereits heute einen ersten Einblick in das Konferenzprogramm geben zu können. Wie in den vergangenen drei Konferenzen hat es sich bewährt eine Mischung von Vorträgen und Workshops anzubieten. Dabei möchten wir genügend Platz zum aktiven Netzwerken lassen. Für unser Konferenzprogramm konnten wir folgende Themen und Referenten gewinnen.

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Agile Verwaltung und Politik – erste Impulse zur Diskussion über das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung

Bisher war das Verhältnis Politik und Verwaltung kaum Gegenstand unserer Betrachtungen. Aber gerade dies ist ein Thema, welches zumindest im kommunalen Umfeld den einen oder anderen umtreibt. Verständlicherweise. Da wir uns mit dem Thema Agilität und Verwaltung noch auf einem sehr jungen Feld bewegen, gibt es diesbezüglich noch nicht viel bis gar nichts, das das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung beleuchtet. Also Zeit, uns dran zu wagen und die Diskussion zu eröffnen.

Politik-Verwaltung

Was macht agile Verwaltung anders als das Neue Steuerungsmodell?

Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere an die Diskussion über das Neue Steuerungsmodell Anfang der 90er Jahre. Damals war die Idee tatsächlich, die Politik auf das strategische Was und die Verwaltung auf das Wie zu reduzieren. Ein Versuch, der kläglich gescheitert ist. Weiterlesen „Agile Verwaltung und Politik – erste Impulse zur Diskussion über das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung“

Was ist Agilität? – Eine Einführung in das Agile Manifest

Oft taucht die Frage auf, was ist eigentlich Agilität. Nun, es gibt keine einfache Definition. Zumindest nicht in dem Sinne, wie wir den Begriff im Forum Agile Verwaltung verstehen. Agile ist für uns eine Geisteshaltung. Eine Geisteshaltung die Basis des agilen Manifests (der Softwareentwicklung) und den dort definierten 12 Prinzipien basiert. Wenn der Begriff Agilität aus der Softwareentwicklung stammt, was hat dies mit der öffentlichen Verwaltung zu tun? Dieser Frage müssen wir uns des Öfteren stellen. Werfen wir daher einen kurzen Blick auf das agile Manifest

Das Agile Manifest

Die Komplexität, mit der wir zu kämpfen haben, gewinnt täglich an Fahrt. Sie ist nicht neu. Sie war schon immer da. Neu ist aber, die extrem hohe Veränderungsgeschwindigkeit, mit der wir uns zunehmend auseinandersetzen müssen. Noch während wir Entscheidungen beraten, verändert sich die Faktenlage und wir müssen wieder umdenken. Diese Veränderung trifft nahezu alle Branchen, so auch die öffentliche Verwaltung. Weiterlesen „Was ist Agilität? – Eine Einführung in das Agile Manifest“

Warum alles regeln zu wollen keine gute Idee ist und Agilität ein Ausweg sein kann

Der deutsche Ordnungssinn ist weltweit bekannt. Und wir sind bekannt dafür, dass wir alles regeln. Es muss ja schließlich alles seine Ordnung haben und jeder muss wissen, was er zu tun hat. Dabei sollen Dinge geregelt werden, die eventuell und vielleicht irgendwann einmal relevant sein können. Aus meiner Sicht keine gute Idee und sogar fatal oder anders ausgedrückt, alles in die Zukunft hinein detailliert regeln zu wollen, hinterlässt Chaos und Unverantwortlichkeit. Es ist kontraproduktiv.

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