Aus der agilen Methodenkiste: Backlog Grooming – die Warteliste will gepflegt sein …

Der Backlog, also die Sammlung der offenen Arbeitsaufträge, ist ein sehr lebendiges Dokument. Ständig kommen neue Arbeitsaufträge dazu, werden Arbeitsaufträge verfeinert oder gar abgeändert. Er wächst und gedeiht beständig. Und hin und wieder muss auch mal dem Wildwuchs Einhalt geboten werden. Eine beliebte Metapher in diesem Zusammenhang ist der Vergleich des Backlogs mit einem Garten. Auch er muss gehegt und gepflegt werden, damit er die Form und Gestalt bekommt und behält, die wir uns wünschen. Ähnlich verhält es sich mit dem Backlog. Diese Backlogpflege nennt sich in der Fachliteratur Backlog Grooming oder auch Backlog Refinement.

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Agil und Verwaltung, wie soll denn das funktionieren? Umfrage für eine Masterarbeit

Derzeit absolviere ich nebenberuflich ein Masterstudium im Fach Medieninformatik an der Hochschule Emden/Leer und werde im kommenden Semester meine Masterarbeit schreiben. Beschäftigt bin ich als IT-Projektmanagerin für Digitalisierungs- und E-Government-Projekte bei einer Stadt in Nordrhein-Westfalen.

Vor dem Beginn der Masterarbeit gehört ein wissenschaftliches Projekt zu meinem Studium. Ich habe mich entschieden, da ich die Probleme aus meiner täglichen Arbeit kenne, sowohl das wissenschaftliche Projekt als auch meine Masterarbeit im Bereich „Agile Verwaltung“ zu schreiben.

Im Rahmen des wissenschaftlichen Projektes habe ich einen Fragebogen entworfen, anhand dessen ich zunächst die Hauptprobleme in Projekten identifizieren möchte. Ich bitte die Leser des Forums Agile Verwaltung, mich durch Ausfüllen des Fragebogens zu unterstützen. Weiterlesen „Agil und Verwaltung, wie soll denn das funktionieren? Umfrage für eine Masterarbeit“

Agiles Lernen und Lehren – Eindrücke vom Kennenlerntreffen am 6. Juli 2017

„Eigentlich schade“, denke ich nach dem Zusammentreffen von Menschen aus Schule, Hochschule, Verwaltung und Industrie in Stuttgart – Kennenlerntreffen Agiles Lernen und Lehren stand in der Einladung.

„Eigentlich schade, jetzt kann ich den Sack voller Eindrücke und neuer Ideen gar nicht direkt anwenden. Befinde ich mich doch seit zwei Jahren im Unruhestand.“ Aber ich denke auch: „Wie großartig, dass ich viele pädagogischen und damals für viele scheinbar verrückten Ansätze, die ich in meinen 35 Jahren als Gymnasiallehrer ausprobieren durfte, jetzt auch benennen kann.“

„Gebt Jugendlichen maximal viele Möglichkeiten, sich zu ¬begeistern, sich zu beweisen, sich einzusetzen, aktiv zu werden, selbst Inhalte zu finden, eigene Fähigkeiten zu entdecken, ernst genommen zu werden – dann habt ihr viel für die Zukunft getan“, war schon vor 20 Jahren die Grundaussage unseres Teams für den außerunterrichtlichen Bereich. Was haben wir da alles zusammengescrumt.

Und ich höre am Donnerstag zufrieden dem Vortrag über eduScrum zu und denke: Wie wunderbar, es gibt noch viel mehr Menschen auf dieser Welt, die das Ausprobieren zur Maxime erheben. Die sagen, dass man Lernprozesse nicht langfristig planen kann und dass man die Lernenden selbst viel mehr ins Boot und damit in die Verantwortung ziehen muss.

Augenhöhe ist ein Begriff, der immer wieder fällt. Selbstbestimmtes Lernen, Scrum, Sprint, Review, Backlog. Ich selbst kenne diese Begriffe übrigens erst seit 6 Monaten. Ich staune über die Vielfalt der Beiträge von Hochschule, Schule, Verwaltung und betrieblicher Ausbildung und finde: Sehr, sehr großartig, dieses Ding mit dem Attribut agil. Der Möglichkeiten viele und immer die Aussage im Hinterkopf: Agil ist Haltung, Scrum ist Augenhöhe.

 

Ich bin nach 35 Schuljahren mit großer Zufriedenheit über diese 35 Jahre in den Unruhestand gegangen. Nach der Veranstaltung in Stuttgart habe ich gedacht: Gesund, entspannt und zufrieden, weil ich immer wieder irgendwie und irgendwas gescrumt habe. Scrumen durfte, weil ich immer Schulleiter hatte, die uns machen ließen. Ausprobieren, was geht und was weniger. Gesund und zufrieden, weil Schule ein großartiger Lebensort ist, speziell wenn man die üblichen Bahnen verlässt, sich auf Unbekanntes einlässt und die Schüler&innen als zukünftige Leistungsträger sieht.

Ich drücke nach diesem ersten Treffen mit fast 20 ebenso wie ich agil Angesteckten ganz doll die Daumen, dass sich dieses Denken in die deutschen Schulen und Hochschule schleichen kann – auch in die Verwaltungen und in die beruflichen Ausbildungszentren. Als eine Möglichkeit, effektiver und zufriedener für Lehrende und für Lernende dem starken Lernen eine Bahn zu brechen.

Kennenlerntreffen Agiles Lernen und Lehren in Stuttgart. Dieser Tag hat sich mehr als gelohnt. Von meiner Seite aus ein großes Dankeschön an alle Beteiligten.

(Zur Dokumentation hat Veronika Lévesque eine Fotostrecke zusammengestellt, die findet ihr hier.)

 

Was macht „agile“ anders …

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By Lakeworks (Own work) CC BY-SA 4.0-3.0-2.5-2.0-1.0, via Wikimedia Commons

Dem einen oder anderen ist es sicherlich schon aufgefallen: Agile Methoden basieren auf sehr schlanken Regelwerken. Vergleicht mensch PRINCE2 – ein standardisierter, prozessual aufgebauter Ansatz für Projektmanagement – beispielsweise mit Scrum, fällt sofort auf: der Scrum Guide umfasst gerade mal einen Bruchteil in Form von Buchseiten im Vergleich zum PRINCE2-Leitfaden. Scrum kommt mit gerade mal fünf Aktivitäten, drei Artefakte und drei Rollen aus, die das Grundgerippe der Methodik ausmacht. Aber woran liegt das?

Das Geheimnis

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Wiki-unterstütztes Prozessmanagement von agilen Workflows an der Technischen Informationsbibliothek

Agile Methoden sind im Bereich der Softwareentwicklung in Agenturen und Industrie längst etabliert. Ganz anders sieht es im Bibliotheksbereich aus. Dort wird in vielen Fällen noch nach dem traditionellen Projektmanagement gearbeitet. Das heißt: Die Projektphasen Initiierung, Planung, Durchführung und Abschluss sind durch Meilensteine getrennt, und Abweichungen vom anfänglich erstellten Plan sollten minimal sein.

Im Kompetenzzentrum für nicht-textuelle Materialien (KNM) an der Technischen Informationsbibliothek (TIB) haben wir vor zwei Jahren begonnen, agile Methoden aus Scrum in unser Projektmanagement zu integrieren. Da Scrum nicht vollständig in unsere Arbeitsabläufe integriert werden konnte, haben wir uns lediglich einiger nützlicher Komponenten von Scrum bedient. Das betrifft v.a. die Sprints.

Wir haben einen eigenen, auf das KNM zugeschnittenen Sprint-Workflow entwickelt und diesen in unserem Unternehmenswiki (Confluence) abgebildet. Wikis werden in Bibliotheken und öffentlicher Verwaltung in vielen Bereichen eingesetzt. Meist werden sie allerdings nur zum kollektiven Weiterlesen „Wiki-unterstütztes Prozessmanagement von agilen Workflows an der Technischen Informationsbibliothek“

Agile Werte: Scrum oder Scrump?

Agilität nimmt für sich in Anspruch, Organisationen immer wieder besser zu machen. Es soll sie befähigen, bessere Produkte besser herzustellen. Aber wie kann man das überprüfen? Wie kann man die Güte einer Organisation und/oder ihrer Produkte messen? Wie lautet die agile Definition of Good? /1/ Weiterlesen „Agile Werte: Scrum oder Scrump?“

Aus der Agilen Methodenkiste: Der Daily Scrum

Das Rahmenwerk Scrum umfasst insgesamt 4 verschiedene Besprechungsformen mit unterschiedlichen Zielsetzungen:

  • Sprint Planning (Planungsphase für einen Sprint)
  • Daily Scrum Meeting (tägliches Treffen des Arbeitsteams)
  • Sprint Review (Präsentation der Arbeitsergebnisse am Ende des Sprints)
  • Sprint Retrospektive (ein Rückblick auf den vergangenen Sprint mit dem Ziel die Zusammenarbeit zu verbessern)

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