Agile Transformation in der Verwaltung: Die Rolle von Führungskräften als Treiber des Wandels

In einer Zeit ständiger Veränderung stehen auch die Verwaltungen im DACH-Raum vor der Herausforderung, digitaler, effizienter und innovativer zu werden. Doch wie kann die Transformation in der Verwaltung gelingen? Der Schlüssel liegt in der Haltung der Führungskräfte, die als Treiber für Wandel agieren müssen.

Der Einfluss der Führung auf Transformation

Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der agilen Transformation, da sie nicht nur Prozesse steuern, sondern auch ein Umfeld schaffen, das Mitarbeitende befähigt, aktiv zur Veränderung beizutragen. Dabei reicht es nicht aus, agile Methoden wie Design Thinking oder SCRUM einfach einzuführen. Es braucht eine klare Haltung, die von Offenheit, Vertrauen und Wertschätzung geprägt ist. Diese Haltung schafft die Grundlage für Empowerment – ein Wechselverhältnis zwischen der Bereitschaft der Menschen, sich einzubringen, und den Rahmenbedingungen, die dies ermöglichen.

Empowerment ist hierbei mehr als ein Modewort. Es beschreibt einen tiefgreifenden Kulturwandel, der alle Ebenen einer Organisation durchdringt. Nur wenn Führungskräfte bereit sind, Verantwortung zu teilen und Mitarbeitenden Entscheidungsfreiräume zu gewähren, können sich deren Potenziale voll entfalten. Entscheidend ist dabei eine Fehlerkultur, die Lernen ermöglicht und Innovationsfreude fördert, anstatt sie zu blockieren.

Lernen durch Erleben: Das Beispiel „Staat in die Zukunft“ – SidZ

Ein besonderes Beispiel für transformative Entscheidungsräume ist die Initiative „Staat in die Zukunft“ (SidZ), die im Rahmen des Fellowships Work4Germany (https://digitalservice.bund.de/fellowships/work4germany) von einigen 2022-Fellows ins Leben gerufen wurde. Im Oktober 2022 wurden zwei Veranstaltungen durchgeführt, die eindrucksvoll zeigten, wie Transformation erlebbar gemacht werden kann:

  1. Das Führungskräfte-Symposium in der Villa Borsig: Hier hatten fast 50 Führungskräfte der Bundesverwaltung die Gelegenheit, agile Arbeitsweisen in einem inspirierenden Umfeld selbst auszuprobieren. Design Thinking-Miniworkshops und Reflexionsphasen, kombiniert mit informellen Vernetzungsmöglichkeiten, schufen ein ideales Setting, um neue Denkweisen zu entwickeln. Besonders die Reflexion der eigenen Rolle in der Transformation stand dabei im Fokus.
  2. Das Online-Barcamp „Staat in die Zukunft“: Mit über 300 Teilnehmenden aus 13 Ministerien bot das Barcamp Raum für den offenen Austausch und die gemeinsame Entwicklung von Ideen. Die Teilnehmenden wurden aktiv eingebunden und erlebten, wie kollaboratives Arbeiten Innovation fördern kann. Besonders beliebt war die digitale „Kaffeeküche“ als Ort des informellen Austauschs. Die Struktur des Barcamps ermöglichte es, dass jede und jeder Teilgebende (so werden die Anwesenden beim Barcamp genannt, um den Kollaborations-Charakter eines Barcamps zu verdeutlichen) aktiv dabei sein konnte.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die praxisnahe Vermittlung agiler Methoden, die sofort in den Arbeitsalltag integriert werden konnten. Insbesondere die Teilgebenden beim Barcamp berichteten von einem spürbaren Motivationsschub, der durch das gemeinsame Arbeiten und Lernen entstand. Die Verbindung zwischen Theorie und Praxis wurde als besonders gewinnbringend empfunden. So entstand beim Barcamp spontan ein neues Orgateam aus Fellows und anderen Teilgebenden, die in 2023 eine zweite Runde des Barcamps organisierten und Anfang 2024 erneut mit über 300 Teilgebende lernte und Wissen teilte. Auf der Seite https://staat-in-die-zukunft.de/ finden sich kurze Dokumentationen zu allen Veranstaltungen.

Voraussetzungen für nachhaltigen Wandel

Die Erfahrungen vom SidZ zeigen: Transformation gelingt, wenn Führungskräfte nicht nur methodisch geschult sind, sondern auch eine empathische und wertschätzende Haltung entwickeln. Zudem müssen Organisationen Rahmenbedingungen schaffen, die Eigeninitiative und Kreativität fördern. Hierzu gehören flachere Hierarchien, ein offener Umgang mit Informationen und die Bereitstellung geeigneter digitaler Tools.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die ressortübergreifende Zusammenarbeit. Durch den Austausch von Best Practices und die gegenseitige Unterstützung entstehen Synergien, die den Transformationsprozess beschleunigen. Insbesondere digitale Plattformen, die den Austausch erleichtern, spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Sie bieten Raum für informelle Netzwerke, die eine Brücke zwischen unterschiedlichen Verwaltungseinheiten schlagen können.

Darüber hinaus ist die kontinuierliche Aktivität unverzichtbar. Transformation ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess, der ständiges Lernen erfordert. Angebote wie Workshops oder Onboarding-Programme für neue Mitarbeitende können dabei helfen, das agile Mindset in der Organisation zu verankern. Oder eben ein regelmäßiges Event, wie ein Online-Barcamp, ehrenamtlich organisiert von einem diversen Team aus Wirtschaft und Verwaltung.

Werden Sie Teil des Wandels, bei Runde 3 des Online-Barcamps Staat in die Zukunft

Die Erfolgsgeschichte vom SidZ machen Mut und laden dazu ein, aktiv an der Gestaltung der Zukunft der Verwaltung mitzuwirken. Gemeinsam kann der Wandel vorangetrieben werden und eine Verwaltung geschaffen werden, die den Herausforderungen der Zukunft gewachsen ist.

Nutzen Sie die Gelegenheit, sich beim kommenden #Sidz25 am 22. Januar 2025 zu vernetzen und voneinander zu lernen. Mit einem Programm, das auf Austausch, Zusammenarbeit und praktischer Anwendung basiert, bietet dieses Barcamp eine einzigartige Möglichkeit, sich aktiv einzubringen.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter www.staat-in-die-zukunft.de.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert