Aus der agilen Methodenkiste: Die „Warteschleife“ oder auch Backlog

Aus dem Manifest für agile Softwareentwicklung:

„Durch diese Tätigkeit haben wir diese Werte zu schätzen gelernt: […]

Reagieren auf Veränderung mehr als das Befolgen eines Plans“

Quelle:  http://agilemanifesto.org/iso/de/manifesto.html

Der Backlog oder die Warteschleife

Wer sich mit agilen Methoden auseinandersetzt, der stolpert recht schnell über das sogenannte Backlog. Der Begriff Backlog bezeichnet im Allgemeinen nichts anderes als eine Menge an Arbeit in Form von Aufträgen, die sich angesammelt hat und darauf wartet „abgevespert“ zu werden. Vereinfacht ausgedrückt: es ist eine „To-Do-Liste“ mit offenen Punkten. Oder anders gesagt, es sind Arbeitsaufträge in einer Warteschleife.

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Digit-A(gi)lisierung: Die Verwaltung könnte auch eine gestaltende Rolle annehmen

Vorgestern, am Mittwoch 11. Juli 2017, hat der Normenkontrollrat seinen Jahresbericht an die Bundeskanzlerin übergeben. /1/ Danach landet Deutschland auf Platz 20 von 28 EU-Mitgliedern beim Index für digitale Verwaltungsleistungen. Länder wie Estland, Dänemark oder Österreich lägen fast uneinholbar vorn.
Dafür gibt es sicherlich sehr viele Gründe. Einer aber dürfte in der äußerst passiven Rolle liegen, den die staatliche Verwaltung sich selbst bei allen Fragen gesellschaftlicher Innovation zuschreibt. Alternativen wären aber durchaus denkbar. Weiterlesen „Digit-A(gi)lisierung: Die Verwaltung könnte auch eine gestaltende Rolle annehmen“

Ergebnisse des Treffens „Agiles Lehren“ am 6. Juli 2017: Die zweite Sicht

Nachdem Heinz Bayer von unserem Kennenlerntreffen aus seiner Sicht berichtet hat, nun ein Report von Veronika Lévesque:

Wir sind eine Gruppe Interessierter, die sich mit Agilem Lehren und Lernen beschäftigen möchte. Einige kennen sich mit ‚agil‘ aus, aber wenig mit Lehren und Lernen, andere umgekehrt sind Pädagogen und Lehrende und möchten mehr über agile Ideen wissen. Manche möchten hören und sehen, was es schon gibt, einzelne haben schon etwas gemacht und möchten berichten und Feedback haben. Wir kommen aus Schule, Hochschule und Bildungsverwaltung, aus betrieblicher Aus- und Weiterbildung und aus Neugier. Hier der Verlauf des Tages und unserer Gespräche in kommentierten Bildern. Weiterlesen „Ergebnisse des Treffens „Agiles Lehren“ am 6. Juli 2017: Die zweite Sicht“

Agiles Lernen und Lehren – Eindrücke vom Kennenlerntreffen am 6. Juli 2017

„Eigentlich schade“, denke ich nach dem Zusammentreffen von Menschen aus Schule, Hochschule, Verwaltung und Industrie in Stuttgart – Kennenlerntreffen Agiles Lernen und Lehren stand in der Einladung.

„Eigentlich schade, jetzt kann ich den Sack voller Eindrücke und neuer Ideen gar nicht direkt anwenden. Befinde ich mich doch seit zwei Jahren im Unruhestand.“ Aber ich denke auch: „Wie großartig, dass ich viele pädagogischen und damals für viele scheinbar verrückten Ansätze, die ich in meinen 35 Jahren als Gymnasiallehrer ausprobieren durfte, jetzt auch benennen kann.“

„Gebt Jugendlichen maximal viele Möglichkeiten, sich zu ¬begeistern, sich zu beweisen, sich einzusetzen, aktiv zu werden, selbst Inhalte zu finden, eigene Fähigkeiten zu entdecken, ernst genommen zu werden – dann habt ihr viel für die Zukunft getan“, war schon vor 20 Jahren die Grundaussage unseres Teams für den außerunterrichtlichen Bereich. Was haben wir da alles zusammengescrumt.

Und ich höre am Donnerstag zufrieden dem Vortrag über eduScrum zu und denke: Wie wunderbar, es gibt noch viel mehr Menschen auf dieser Welt, die das Ausprobieren zur Maxime erheben. Die sagen, dass man Lernprozesse nicht langfristig planen kann und dass man die Lernenden selbst viel mehr ins Boot und damit in die Verantwortung ziehen muss.

Augenhöhe ist ein Begriff, der immer wieder fällt. Selbstbestimmtes Lernen, Scrum, Sprint, Review, Backlog. Ich selbst kenne diese Begriffe übrigens erst seit 6 Monaten. Ich staune über die Vielfalt der Beiträge von Hochschule, Schule, Verwaltung und betrieblicher Ausbildung und finde: Sehr, sehr großartig, dieses Ding mit dem Attribut agil. Der Möglichkeiten viele und immer die Aussage im Hinterkopf: Agil ist Haltung, Scrum ist Augenhöhe.

 

Ich bin nach 35 Schuljahren mit großer Zufriedenheit über diese 35 Jahre in den Unruhestand gegangen. Nach der Veranstaltung in Stuttgart habe ich gedacht: Gesund, entspannt und zufrieden, weil ich immer wieder irgendwie und irgendwas gescrumt habe. Scrumen durfte, weil ich immer Schulleiter hatte, die uns machen ließen. Ausprobieren, was geht und was weniger. Gesund und zufrieden, weil Schule ein großartiger Lebensort ist, speziell wenn man die üblichen Bahnen verlässt, sich auf Unbekanntes einlässt und die Schüler&innen als zukünftige Leistungsträger sieht.

Ich drücke nach diesem ersten Treffen mit fast 20 ebenso wie ich agil Angesteckten ganz doll die Daumen, dass sich dieses Denken in die deutschen Schulen und Hochschule schleichen kann – auch in die Verwaltungen und in die beruflichen Ausbildungszentren. Als eine Möglichkeit, effektiver und zufriedener für Lehrende und für Lernende dem starken Lernen eine Bahn zu brechen.

Kennenlerntreffen Agiles Lernen und Lehren in Stuttgart. Dieser Tag hat sich mehr als gelohnt. Von meiner Seite aus ein großes Dankeschön an alle Beteiligten.

(Zur Dokumentation hat Veronika Lévesque eine Fotostrecke zusammengestellt, die findet ihr hier.)

 

„Was ist Holacracy?“ – eine Annäherung

Foto: pixelio.de – Klaus Klingberg

Ich hatte vor einiger Zeit den Artikel Soziokratie in Gemeinschaft – Beispiel Lost Valley veröffentlicht und möchte nun eine weitere Organisationsform vorstellen, die in großen Teilen darauf basiert. Inzwischen gab es einen kleinen Hype darum, siehe. Teile dieses Managementsystems sind auch für öffentliche Einrichtungen interessant. Dieses Mal schreibe ich nicht selbst, sondern sage Danke an Dennis Wittrock, der mir erlaubt hat, seinen Einführungsartikel hier auch zu veröffentlichen:

„Was ist Holacracy?“ – eine Annäherung

Holacracy ist eine neuartige soziale Technologie für Organisationen. Sie stellt einen enormen evolutionären Sprung dar, jenseits von bekannten und selbst progressiven Ansätzen von Organisation. Sie ist ein Update für das grundlegende Organisations-Betriebssystem im 21. Jahrhundert – eine konkrete Praxis, die alle Anwendungsmöglichkeiten und organisationellen “Apps” von Organisationen berührt. Die Holacracy-Praxis ist keine bloße Theorie, sondern selber das Ergebnis eines gezielten evolutionären Selektionsprozesses, gespeist aus vielerlei Quellen und Inspirationen, bewährten und bekannten Best-Practices für Business und Organisation, pionierhaft im Versuch-und-Irrtum Verfahren destilliert und entwickelt von HolacracyOne. Holacracy ist ein Exemplar eines vollkommen neuen organisationellen Paradigmas, basierend auf den Prinzipien

  • der zweckgetriebenen, evolutionären Organisation,
  • der dynamischen Steuerung,
  • der systematischen Prozessierung von Spannungen,
  • des iterativen organisationellen Lernens,
  • der integrativen Entscheidungsfindung,
  • des Non-Dominance-Leaderships,
  • der Distribution von Autorität und Leadership durch den Governance-Prozess
  • der fraktalen Selbstorganisation der organisationellen Hierarchie (Holarchie)

Zweckgetriebene, evolutionäre Organisation

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Agiles Lernen und Lehren – FAV initiiert Treffen

Synergie-03-Seidl-VonhofAm heutigen Donnerstag, 6. Juli findet an der Hochschule der Medien in Stuttgart ein erstes Treffen statt, in dem wir uns mit dem Thema „Agile Lern- und Lehrmethoden“ beschäftigen. Das Treffen hat das Ziel, Menschen an einem Tisch zusammenzubringen, die sich in ganz unterschiedlichen Bereichen – von der Schule, über die Hochschule bis zur beruflichen Weiterbildung – mit diesem Thema beschäftigen. Sich kennenzulernen, Möglichkeiten der Vernetzung und der Zusammenarbeit auszuloten und v.a. voneinander zu lernen, steht auf der Agenda…. die es natürlich vorgefertigt gar nicht gibt! Wolf Steinbrecher hat in seinem Blogbeitrag vom 10. April dazu eingeladen.

An der Hochschule der Medien haben wir (wir, das sind Tobias Seidl und Cornelia Vonhof, beide Lehrende in der Fakultät Information und Kommunikation der HdM) uns nicht nur Gedanken gemacht über den Einsatz von agilen Methoden beim Lernen und Lehren. Wir haben uns vielmehr mit der Frage auseinandergesetzt, inwieweit die Entwicklung von Studiengängen (seien es neue Studiengänge oder die Weiterentwicklung bestehender Studiengänge) von den agilen Prinzipien angeregt und inspiriert werden kann.

Studiengangsentwicklung ist ein komplexer und zugleich ein von vielen Regularien geprägter Prozess. Die laufenden und massiven Veränderungen im Umfeld von Hochschulen (Berufswelt, Gesellschaft, Kompetenzen und Prägung der Studienanfängerinnen und –anfänger, um nur einige zu nennen) zwingen Hochschulen zu immer schnelleren Anpassungen ihrer Studienprogramme – wissend, dass das heute entwickelte Curriculum und das heute entwickelten Kompetenzprofil morgen schon die nächste Weiterentwicklung braucht.

Wir haben uns daher die Frage gestellt, ob die agilen Prinzipien und zwar in der Form und dem Wording des Forums Agile Verwaltung  nicht hilfreich wären, um die einzelnen Phasen eines Studiengangsentwicklungsprozesses zu gestalten. Eines dieser Prinzipien lautet zum Beispiel „beziehe die Anspruchsberechtigten ein“. Für Studiengangsentwicklungsprozesse ist das ein ganz entscheidender Impuls, v.a. dann, wenn man ihn über den Einbezug von Gremienvertretern hinaus denkt und ein bisschen Energie in die Frage steckt, welche Zeitpunkte, welche Formate und welche Kommunikationskanäle sinnvoll und wirksam sein könnten.

Unsere Überlegungen haben wir in einem Beitrag für Synergie: Fachmagazin für Digitalisierung in der Lehre (03/2017) beschrieben.

Ein ausführlicher Blick ins aktuelle Heft 03/2017 von Synergie lohnt sich auf alle Fälle, denn neben weiteren Beiträgen zum Thema Agilität in Hochschulen, ist auch – sehr passend zu unserem heutigen Treffen – ein Interview mit Willy Wijnands, dem Gründer von eduScrum enthalten.

Wir berichten über die Ergebnisse des heutigen Treffens natürlich hier im Blog.

In eigener Sache: Umfrage zu den Themen der Konferenz „Agile Verwaltung 2018“

Der Termin für die nächste Jahreskonferenz steht fest: Es ist Donnerstag, der 22. Februar 2018, von 9:30 bis 17:00 Uhr. Am Abend vorher findet ein zwangloser Kennenlernabend statt, für alle, die dann schon angereist sind. Am Tag danach – Freitag 23. Februar 2018 – werden wir zwei ganztägige Vertiefungsworkshops zu speziellen Themen veranstalten.

Wir haben uns insgesamt 13 Themen überlegt, aber nur für 6 oder 7 von ihnen wird auf der Konferenz Zeit sein. Also möchten wir euch, liebe Leser, bitten, uns bei der Auswahl zu unterstützen. Dazu wird unten ein Umfrageformular angeboten,  in dem ihr unverbindlich alle euch interessierenden Themen ankreuzen könnt. Weiterlesen „In eigener Sache: Umfrage zu den Themen der Konferenz „Agile Verwaltung 2018““