Wir wollen ein Buch schreiben und darin eine Vision für eine „Agile Verwaltung 2035“ erarbeiten. Wer macht mit?

Wir: das sind Christiane Büchter, Peter Bauer und Wolf Steinbrecher. „Agile Verwaltung 2035“ ist erst einmal nur ein Arbeitstitel, und die Diskussion darum hat schon begonnen („Ist 2035 nicht zu weit in die Zukunft verlegt? Wir wollen doch schon lange vorher Ergebnisse! Und ist „agil“ nicht schon zu abgenutzt?“ Und so weiter.)


Wichtig ist uns jetzt erst einmal eine Verständigung über das Grundanliegen des Buches: die Erarbeitung einer Vision. So wollen wir einen Verständigungsrahmen erarbeiten, Digitalisierung nicht nur umzusetzen, sondern aktiv zu gestalten. Und natürlich auch andere Herausforderungen, vor denen die Verwaltungen stehen. Dafür suchen wir Interessierte, die sich daran beteiligen wollen.

Und zwar Interessierte aus allen Bereichen: nicht nur Mitarbeiter:innen und Führungskräfte aus der Verwaltung, sondern auch und gerade „von außen“: von Bürger:innen und Unternehmen aus der Kundenperspektive, von Vertreter:innen aus der Zivilgesellschaft, von Lieferanten, von Forschenden, Berater:innen und Journalist:innen. Denn Visionen kann die Verwaltung nicht nur aus sich selbst heraus entwickeln, dazu ist sie als System viel zu sehr um die Selbsterhaltung herum aufgestellt. Sie benötigt Anstöße und Herausforderungen von außen – dann können wir vielleicht irgendwann sagen: „Und sie bewegt sich doch!“

Weiterlesen „Wir wollen ein Buch schreiben und darin eine Vision für eine „Agile Verwaltung 2035“ erarbeiten. Wer macht mit?“

„Akte – Vorgang – Dokument“ – begriffliche Hürden bei der Einrichtung der E-Akte

Eine wesentliche Triebfeder bei der Digitalisierung ist die Ausweitung der Teamarbeit. Immer weniger Aufgaben können isoliert von einzelnen Sachbearbeiter:innen erledigt werden – und wo sie es können, werden sie bald von Algorithmen ersetzt werden. Dagegen nehmen Tätigkeiten zu, die nur von mehreren Menschen mit unterschiedlicher Expertise zu erledigen sind.
Dabei stehen wir auf einmal vor einer Herausforderung, auf die wir gar nicht vorbereitet sind: Wir müssen eine Fachsprache entwickeln, um schnell und präzise unsere Zusammenarbeit koordinieren zu können. E-Aktenprojekte unterschätzen dies leider allzu oft.

Weiterlesen „„Akte – Vorgang – Dokument“ – begriffliche Hürden bei der Einrichtung der E-Akte“

Projektteams in Teilzeit: Ein einfaches Tableau, um die Teamenergie zu visualisieren

Manche Teams funktionieren gut und man spürt richtig ihre Freude an der eigenen Produktivität. Andere kommen nicht vom Fleck und haken müde ihre ToDo-Listen ab. Für die Management-Rollen in Projekten (Projektleiter, Product Owner, Scrum Master – wie auch immer sie heißen) stellt die „Teamenergie“ ein zentrales Konzept (und oft auch ein zentrales Problem) dar. Sie irgendwie objektiv zu „messen“ halte ich für fast unmöglich. Aber für die Visualisierung verwende ich seit einiger Zeit ein Mustertableau, das ich hier an einem praktischen Beispiel vorführen will.

Weiterlesen „Projektteams in Teilzeit: Ein einfaches Tableau, um die Teamenergie zu visualisieren“

AG Hochschulaktenplan erfolgreich abgeschlossen: Die Erfolgsfaktoren könnten auch für andere interessant sein

Im Oktober 2019 gab Christian Rupp, neuer Chief Innovation Officer der Mach AG in Lübeck, der „Innovativen Verwaltung“ ein Interview. Er hatte vorher in Österreich gelebt und war dort maßgeblich am Projekt „Digitales Österreich“ beteiligt. Auf die Frage, ob er bei seinem Umzug große Unterschiede zwischen den beiden Bundesrepubliken bemerkt habe, antwortete Rupp: „Die digitale Entwicklung [in Österreich] ist dabei von der Bereitschaft zur Collaboration, wie es neudeutsch heißt, geprägt. Diese Grundhaltung zur Kooperation vermisse ich in Deutschland etwas. (…) Die prinzipielle Bereitschaft, etwas zu übernehmen, das jemand Anders entwickelt hat, ist nicht immer vorhanden. In Österreich haben wir eine Koordinations- und Kooperationsplattform aufgebaut.“ /Anmerkung 1/

Seitens des Forums Agile Verwaltung haben wir ähnliche Erfahrungen gemacht. Verschiedene Versuche, kooperative Plattformen anzubieten, waren nicht von Erfolg gekrönt, zumindest nicht bis Sommer 2020. Dann gründete sich auf einmal eine „Arbeitsgruppe Hochschul-Aktenplan“ – und die arbeitete erfolgreich. Und vielleicht kann die dort gefundene Arbeitsweise ja als Rahmenmodell herhalten, um auch andere Problemstellungen gemeinsam anzugehen.

Weiterlesen „AG Hochschulaktenplan erfolgreich abgeschlossen: Die Erfolgsfaktoren könnten auch für andere interessant sein“

Agile Verwaltung und die leidigen „Kunden“: Hat Ko-Dienstleistungsproduktion eine Zukunft?

Was bedeuten Algorithmen und Künstliche Intelligenz für das Verhältnis von Öffentlicher Verwaltung (vor allem im Kommunalbereich) und den anspruchsberechtigten „Verwaltungskunden“? Sollen perspektivisch die OZG-Dienstleistungen künftig möglichst automatisch durch die Verwaltungen durchgeroutet werden? Oder soll umgekehrt zumindest ein Teil der Dienstleistungen durch vermehrte und vertiefte Einbeziehung der betroffenen Einwohner:innen gekennzeichnet sein? Die Alternativen rühren an unser Grundverständnis von Demokratie.

Weiterlesen „Agile Verwaltung und die leidigen „Kunden“: Hat Ko-Dienstleistungsproduktion eine Zukunft?“

Agile Führung? Agile Hierarchie? Ein Versuch zum Abbau der Begriffsverwirrung

Beim Lesen von Blog Posts und beim Hören von Podcasts zu den Themen Teams und den Rollen in Teams ist mir in letzter Zeit wiederholt aufgefallen, wie unklar wir oft ausdrücken. Wir leben in einer VUKA-Welt. Das A in VUKA steht für Ambivalenz und Ambiguität. Also für Zweideutigkeit, Vagheit, Verschwimmungen. Umso wichtiger wäre es doch, in A-Situationen besonders darauf zu achten, klare Begriffe zu finden, die es erlauben, diese Ambiguitäten deutlich auszudrücken.

Weiterlesen „Agile Führung? Agile Hierarchie? Ein Versuch zum Abbau der Begriffsverwirrung“

Unser WoL-Circle: Bericht einer bitteren Niederlage

Dieser Bericht wurde verfasst von Benedikt, Marion, Martin und Wolf. Weil es bei WordPress nicht anders geht, erscheint als Autor hier nur Wolf.

Von Oktober 2020 bis Januar 2021 haben wir vier – Benedikt, Marion, Martin und WoLf – einen Working-out-Loud-Circle abgehalten. Wie kamen überhaupt nicht damit klar. Wir müssen jetzt harte Trauerarbeit leisten. Und wir haben uns überlegt: je öffentlicher wir dies tun, um so härter und damit ehrlicher wird sie.

Weiterlesen „Unser WoL-Circle: Bericht einer bitteren Niederlage“

„Agiles Steuerungsmodell“: Die Besonderheiten des „Systems Verwaltung“

In den USA ist Präsident Joe Biden gerade dabei, dem Land eine gigantische Kehrtwende zu verordnen. /Anmerkung 1/ Mit zwei großen Wirtschaftspaketen in Höhe von mehreren Billionen Dollar will er u.a. die marode Infrastruktur des Landes zukunftsfähig machen. Nicht die Riesensummen sind so spektakulär. Sondern es ist die Neuausrichtung der Staatsziele: wieder hin zu einer aktiven Rolle des Staates und Abschied von der unter Ronald Reagan begonnenen, oft als „neoliberal“ bezeichneten und reaktiv-defensiv orientierten Staatszielvision.
Vieles spricht dafür, dass ohne eine vergleichbare Neujustierung auch Deutschland auf keinen Zukunftspfad kommen kann. Ein mögliches „agiles Steuerungsmodell“ /Anmerkung 2/ geht Hand in Hand mit neuen Zielvisionen. Das wiederum hat zur Voraussetzung, dass wir uns mit einigen allgemein anerkannten Urteilen über die Funktion der öffentlichen Verwaltung beschäftigen. Damit wollen wir hier anfangen. Wir wollen einen Blick auf das sogenannte Neue Steuerungsmodell werfen, das seit 30 Jahren die Ausrichtung insbesondere auf kommunaler Ebene in Deutschland bestimmt.

Weiterlesen „„Agiles Steuerungsmodell“: Die Besonderheiten des „Systems Verwaltung““

Agile Verwaltung: Frauen übernehmen die Führung

Am letzten Dienstag 2. März 2021 fand das „1. Barcamp New Work in der Verwaltung 2023/2033“ statt. Das Camp war in mehrerer Hinsicht bemerkenswert und hat einige Highlights hervorgebracht. Davon möchte ich heute eines vorstellen.

Weiterlesen „Agile Verwaltung: Frauen übernehmen die Führung“

Digitalisierung als Rolle rückwärts? Die süße Versuchung der „Standardisierung“ (Teil 2)

Auf meinen ersten Beitrag zum Thema „Standardisierung“ (15. Februar 2021) gab es einige Rückmeldungen, darunter deutlich mehr skeptische als zustimmende. Das gibt mir Gelegenheit, meine Überlegungen zu korrigieren oder besser darzustellen. Im Kern geht es um eine gemeinsame Arbeit an den Themen 1. „Wie wollen wir künftig – also wenn wir endlich im 21. Jahrhundert angekommen sein werden – gut zusammenarbeiten?“ und 2. „Wie können wir zu einer gemeinsamen Sprache finden, um uns darüber zu verständigen?“

Weiterlesen „Digitalisierung als Rolle rückwärts? Die süße Versuchung der „Standardisierung“ (Teil 2)“