Agile Beschaffung agiler Projekte – auch in der öffentlichen Verwaltung?

Eine erfolgreiche Vereinbarung für agile Projekte – das agile.agreement

Heute ein Gastbeitrag aus der Schweiz von Thomas Molitor.
Ich habe ihn schon mehrmals zu diesem Thema gehört und gesprochen und bin sehr begeistert – und seine Erkenntnisse haben mir auch schon in meinen Projekten bei der Problemlösung geholfen:

Agilität ist in aller Munde. Unabhängig davon ob man Agilität als gut oder schlecht empfindet, Fakt ist – es werden immer mehr Projekte mit agilen Methoden umgesetzt. Damit ergeben sich für uns Alle neue Herausforderungen – wir müssen gemeinsam lernen, die Agilität richtig einzusetzen. Damit wir dies erfolgreich tun können, müssen wir verstehen, dass eine agile Form der Projektabwicklung auf verschiedenen Ebenen angegangen werden muss – u.a. auch in deren Beschaffung sowie auf der kooperativen und kommerziellen Seite, die sich in einem Vertrag widerspiegelt. In diesem Beitrag möchte ich aufzeigen, wie ich zur Einsicht gekommen bin, dass die Beschaffung von agilen Projekten und damit verbunden die Verträge nicht wie konventionelle Projekte gestaltet werden können. Selbstverständlich in einer gekürzten Form *schmunzeln*.

Als ich begann, unsere ersten Kundenprojekte agil umzusetzen – damals noch als Lieferant von Software – habe ich eines gelernt:

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Agilität im Subtext – „subsidiäre Führungsstrukturen“

Wir kennen das alle hier: Starke Schwankungen in den Anforderungen, Transformation und Digitalisierung oder Anfragen, die nicht einfach so in die Strukturen passen, zwingen unsere Organisationen, Aufbau- und Ablauforganisation und auch Führungsstrukturen unter die Lupe zu nehmen, auf der Suche nach Entlastung und zur adäquaten Aufgabenerfüllung.. Gleichzeitig ist es weder wünschenswert noch möglich, sich selbst und die ganze Belegschaft in neue unabsehbare Organisationsexperimente zu stürzen.

In mehreren Projekten der oben beschriebenen Art habe ich, sobald das Stichwort ‘Führungsstrukturen’ fiel, die Führungspersonen erst einmal gefragt:
«Und wenn wir die Führungsstrukturen dieses Mal einmal von unten begönnen? Also angefangen bei den Nutzern und den Aufgaben her das Feld tief im operativen aufrollten und dann subsidiär nach oben in Richtung strategische Führung und Steuerung deklinierten?» [Man beachte den sanften Konjunktiv 🙂 … .]

Als Grundkonzept also ein subsidiäres Organisationsverständnis.

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Von ‚agil‘ zu Agilität …

Aus mehreren aktuellen Anlässen möchte ich heute das Wort Jemandem anderen geben – Jemandem, von dem ich sehr viel gelernt habe über das Lesen von Organisationen und darüber, wie wir das Gelesene einordnen und Handlungen oder Entscheide daraus ableiten können: Dave Snowden.

Dave Snowden ist Wissenschaftler, Soziologe und Wissensmanager. Seine Hauptthemen sind Rahmungen für die komplexe und nicht-komplexe Praxis (ja, natürlich will ich euch neugierig machen!!), wissenschaftsbasierte Ansätze zur Eintscheidungsfindung (und das ist nicht halb so langweilig, wie es vielleicht klingt, sondern sehr sehr spannend) – siehe seinen grundlegenden gemeinsamen Artikel mit Mary Boone im Havard Business Review- A Leaders Framework for Decisionmaking – und er ist Spezialist für die Einordnung von Komplexität und die Konsequenzen daraus.

Hier also zwei seiner wichtigen Inputs. Zuerst das Cynefin-Framework. Cynefin ist walisisch für Habitat oder Lebensumgebung. Wunderbares Handwerkszeug für Jede und Jeden, die ihre Umwelt einschätzen können wollen müssen:

Cynefin Framework

und hier ein nächster Schritt:

Angewandte Komplexität …

‚Methode Agilität‘ im Alltag – der Mensch als agiles Wesen?

Die Präsentationen agiler Methoden sind auf diesem Blog besonders viel gelesen. Heute möchte ich eine Art Methode zum Selbstmanagement und zur Selbstwirksamkeit zeigen. Denn in unserem (gemeint ist das Forum Agile Verwaltung) Verständnis von Agilität sind es nicht – oder nicht nur – die Methoden, die Spielräume zur Entwicklung bieten, sondern insbesondere auch der Brückenschlag zwischen Haltung, Kulturfragen und Handlung.

Seit fast 20 Jahren hängt ein von mir selbstgemaltes Bild über meinem Schreibtisch – es ist von Arbeitsstelle zu Arbeitsstelle bei jedem Bürowechsel mitgekommen und ich schaue tagtäglich darauf. Und nicht nur ich ….

Auf dem Bild steht, was ich brauche, um die Arbeit gut zu machen und um sie auch weiterhin und über längere Zeit gut machen zu können.
Gewisse Grundlagen und Prinzipen leiten das Handeln – innere Freiheiten, äussere Bedingungen und generelle Grundsätze.

Mich unterstützen diese ‚5 Freiheiten‘:

Die Freiheit zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist, 
– anstatt das, was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.

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Agilität: Alter Wein, nur neue Schläuche? Ist das Kunst oder kann das weg?

Nicht erst seit das Buch Agile Verwaltung erschienen ist, erreicht mich die wiederkehrende Frage: Ist der ganze Hype um «agil» eigentlich nur Marketing? Geldmaschine für Berater? Neues Buzzword und eine frische Managementsau, die da durchs Dorf getrieben wird? Was ist denn überhaupt neu an dem?

Systemiker und andere sagen – nicht zu Unrecht –, 

  • dass sie so oder sehr ähnlich schon lange…
  • dass es immer um die gleichen Grundbedürfnisse des Menschen und generische Prinzipien gehe…
  • und dass das Problem doch in erster Linie die Umsetzung  sei – wissen tun wir’s doch schon lange, ‘agil’ ist nur wieder ein anderes Etikett, aber es wird halt nicht richtig getan…

Diskussionen dazu – auch publizierte – gibt es einige. Ich stelle mich dem heute hier einmal mit einer persönlichen Betrachtung. Auch aus einer gewissen Betroffenheit heraus… Weiterlesen „Agilität: Alter Wein, nur neue Schläuche? Ist das Kunst oder kann das weg?“

„Agile Fenster“ – Planung und agile Handlungsoptionen

Agil sein —–  oder Planen? Ein Widerspruch? Regelmässig bin ich mit dem Thema „agile Handlungsoptionen“ in verschiedenen Unternehmen und Organisationen unterwegs. Speziell auf der Stufe mittleres und oberes Kader entwickeln sich häufig Diskussionen zum Thema Planung. Es ist einerseits oft Mit-Auslöser dafür, dass Leute wie ich gerufen werden, um über agile Methoden zu sprechen. Weil die Erfahrung vielfach so ist, dass etablierte Planungsmuster derzeit nur bedingt funktionieren. Es besteht eine gewisse Unsicherheit darüber, wie man mit einer sich verändernden Wetterlage umgehen soll, in der die Planungsprozesse immer weniger genau zu greifen scheinen. Was immer wieder zu Schwierigkeiten führt ist, dass wir uns nur schwer Alternativen zu klassischen Planungsvorgängen vorstellen können. Nicht einem angefertigten Plan zu folgen, löst Unsicherheitsgefühle aus. Weiterlesen „„Agile Fenster“ – Planung und agile Handlungsoptionen“

Agile Entscheidungen – langfristige Kurzweil

In Wien unterwegs – wunderbare Stadt… . Hier schlendere ich bewusst und absichtsvoll völlig planlos durch die Stadt. Und dadurch passieren mir hier immer wieder Begegnungen und Trouvaillen, die ich im Alltag selten finde. Liegt das an der Einzigartigkeit Wiens? Oder liegt das an der Offenheit und dem Freiraum, die durch meine Planlosigkeit entstehen? Mit Verlaub: ich glaube, beides.

Manchmal, wenn ich an einem besonders originellen oder lauschigen Ort vorbeikomme, spüre ich leicht zupfend den Reflex, den Ort zu notieren, vielleicht doch eine Liste von Lieblingsorten zu verfassen. Dann stelle ich mir vor, wie ich beim nächsten Wienbesuch die Liste zücke und an Lieblingsorte zurückkehre……… Und dann schüttele ich über mich selbst den Kopf. Weiterlesen „Agile Entscheidungen – langfristige Kurzweil“