Das Scrum-Rollenmodell: Drei Rollen, eine Verantwortung

Scrum ist einer der agilen Managementrahmenwerke, die sich sehr gut für die Projektarbeit eignen. Gerade und insbesondere dann, wenn komplexe Fragen- und Themenstellungen entwickelt werden müsen, ist Scrum ein gute Wahl.

Der Scrum-Leitfaden (die Ausführungen beziehen sich auf die deutschsprachige Fassung vom November 2017) sieht drei Rollen vor. Folgende Rollen werden definiert:

  1. Product Owner
  2. Entwicklungsteam
  3. Scrum Master

Die Rolle des Product Owners hat ihren Fokus auf das „Mehrwert“ und das „Was“, das im Rahmen des Scrum-Projektes geschaffen werden soll. Die Rolle repräsentiert die Bedürfnisse und Wünsche der Auftraggeber im Projekt und achtet darauf, dass diese auch gewürdigt und berücksichtigt werden. Hinzu kommt das Entwicklungsteam, wir sprechen im Forum Agile Verwaltung gerne auch vom Umsetzungsteam. Hierbei handelt es sich um die Fachleute, die die Lösung „entwickeln“ und umsetzen. Dieses Umsetzungsteam besteht aus den Experten unterschiedlichster Fachrichtungen, die erforderlich sind, um gute Ergebnisse zu erzielen (Crossfunktionalität). Das Team der Experten organisiert sich selbst, weil sie als Fachleute am besten wissen, was sie benötigen, um ein gesetztes Ziel zu erfüllen. Idealerweise sind alle Mitglieder des Umsetzungsteams in der Lage, sich gegenseitig in ihren Aufgaben zu unterstützen, weshalb es innerhalb des Umsetzungsteams keine weitere Rollenunterteilung mehr gibt. Die Fachexperten haben ihren Fokus auf der Umsetzung und der Qualität der Umsetzung und arbeiten Hand in Hand mit dem Product Owner zusammen. Damit das Ganze funktioniert und zum Fliegen kommen kann, gibt es die Rolle des Scrum Masters als „Unterstützung“, die ihren Fokus auf der Produktivität des Scrum-Teams hat. Die wohl einzige Rolle innerhalb eines Scrum Teams, die darauf ausgelegt ist, sich in ferner Zukunft überflüssig zu machen.

Aus unserer Sicht ist wichtig zu verstehen, dass es innerhalb eines Scrum-Teams keine „echte“ Hierarchie gibt. Jede der drei Rollen ist gleichberechtigt, auch wenn jede der Rollen einen speziellen Fokus aufweist. Die Verantwortungsbereiche der verschiedenen Rollen überlappen sich bewusst. Das „zwingt“ die Mitglieder eines Scrum-Teams zur Zusammenarbeit und zum ständigen Dialog und soll sicherstellen, dass am Ende das Scrum-Team sich als ein Team versteht, das eine gemeinsame Verantwortung für das Ergebnis trägt. Es lässt sich sehr schön mit der Formel zusammenfassen: Drei Rollen, eine Verantwortung.

Zentral für das Verständnis von Scrum ist daher: Jede dieser drei Rollen hat einen Fokus im Sinne von „Führung“, und zugleich sind alle drei Rollen gleichermaßen für das Endergebnis verantwortlich. Ein deutlicher Bruch mit der tradierten Vorstellung, nach der eine Führungskraft die Verantwortung trägt. Zum besseren Verständnis werden wir uns die drei Rollen näher anschauen.

#AusDerAgilenMethodenkiste: Mit Meta-Retrospektiven Interessensgruppen einbinden

Vor längerer Zeit bin ich zufällig im Blog von Stefan Wolpers über eine Idee gestolpert: Die Meta-Retrospektive.

Worum geht es genau? Der Scrum Guide definiert zum Ende jedes Sprints ein Ereignis, dass sich Retrospektive nennt. Die Retrospektive dient der Reflexion der Zusammenarbeit im Team. D. h. externe Teilnehmer sind nicht eingebunden. So wird ein sicherer Raum geschaffen, der es dem Team erlaubt, offen über die Herausforderungen, Schwierigkeiten und Defizite im operativen Tun zu sprechen und Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln. Die Anspruchsgruppen außerhalb des Teams sind in aller Regel über den Review in den Prozess eingebunden. Allerdings wird im Review über die Ergebnisse des Sprints gesprochen und reflektiert und nicht über die Zusammenarbeit zwischen Team und Anspruchsgruppen. Diese würde den Rahmen des Reviews sprengen, der dazu dient, konkretes Feedback zum Sprintergebnis zu generieren, dass bei der Planung des Folgesprints einfließen soll.

Was fehlt, ist ein Rahmen, in dem das Team mit Vertretern der Anspruchsgruppen gemeinsam reflektiert, wie die Zusammenarbeit zwischen Team und Interessensgruppen – also den diversen Anspruchsgruppen – funktioniert. Gerade diese Schnittstellen zu den verschiedenen Anspruchsgruppen können in der Praxis erhebliche Probleme und Reibungen erzeugen, die die Produktivität das Teams schmälern. Insbesondere dann, wenn ein agiles Team in eine – eher „klassische“ Umfeldstruktur eingebunden, die mit der agilen Arbeitsweise noch nicht vertraut ist, eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Genau hier kann eine Meta-Retrospektive die Lücke schließen.

Die Herausforderung besteht meist darin, dass der Teilnehmerkreis einer Meta-Retrospektive schnell sehr groß werden kann. Wie haben es nicht mit einem klar abgegrenzten Team mit maximal 9 Personen zu tun, sondern mit einem deutlich größeren Kreis von Personen. Schnell kommt man auf einen Teilnehmerkreis 15 und mehr Vertretern der unterschiedlichen Fraktionen. Da es in einem großen Plenum mit mehr als 8 Personen schwierig ist, produktiv ergebnisorientiert zu arbeiten, bieten sich – auf Gruppenarbeit basierende – Moderationstechniken an. Die Meta-Retrospektive sollte daher sehr gut vorbereitet sein und von einem erfahrenen Moderator begleitet werden, der auch die Fallstricke entsprechender Gruppendymamiken einordnen kann.

Auch bei der Meta-Retrospektive bietet sich an, sich an den fünf Phasen einer Retrospektive zu orientieren. Die Eröffnung erfolgt dann zum Beispiel im Plenum über ein Stimmungsbild in Form eines Raumdiagramms. Danach werden Gruppen bis zu acht Personen gebildet, die in die Phasen 2 und Phasen 3 jeweils reflektieren. Die Aufgabenstellung orientiert sich meist an den den entsprechenden Fragestellungen, wie wir sie in der Team-Retrospektive zur Anwendung bringen: Wobei der Fokus insbesondere auf der Zusammenarbeit liegt. 

Hilfreiche methodische Ansätze finden sich zum Beispiel im Methodenkoffer der Liberating Structurs. Aber auch die Bearbeitung mit Großgruppenmoderationstechniken wie World Café bietet sich an. 
Da Meta-Retrospektiven aufwendiger sind, macht es wenig Sinn, sie in derselben Häufigkeit stattfinden zu lassen, wie im Falle einer Team-Retrospektive. Trotzdem bietet sich an, diese regelmäßig durchzuführen, beispielsweise einmal im Quartal oder beim Erreichen eines „Meilensteines“. Es gibt immer etwas, was man verbessern und weiterentwickeln kann – auch in der Zusammenarbeit.

Krisenmanagement in Corona-Zeiten: Die Agile Verwaltung kann mit Komplexität besser umgehen

Bildrechte: Veronika Levesque

Die Corona-Krise treibt die öffentliche Verwaltung auf allen Ebenen kräftig um. Einer der Nebeneffekte: Sie macht die Schwächen der öffentlichen Verwaltung in Deutschland mit Blick auf den Umgang mit komplexen Herausforderungen mehr als deutlich. Nicht nur im Blick auf das Thema Digitalisierung, sondern auch mit Blick auf die Reaktions- und Adaptionsfähigkeit im Krisenmodus. Wer Kinder zu Hause hat, ahnt vermutlich, worauf ich hinaus will. Selbst Vater von zwei Kindergartenkindern, habe ich in den letzten Wochen das stark verbesserungsfähige Krisenmanagement der Stadtverwaltung meines Wohnorts nicht nur beobachtet, sondern auch live und in Farbe am eigenen Leib spüren dürfen.

Halten wir vorher fest: Ja, wir haben es mit einer komplett „neuartigen“ Situation zu tun. Die Kommunalverwaltungen – am untersten Ende der „Nahrungskette“ – mussten bzw. müssen nach wie vor immer noch in vielen Bereichen darauf hoffen, dass sie zeitnah Informationen vom Land bekommen, die oft auch nur bruchstückhaft und meist sehr kurzfristig bei diesen angekommen sind. Mit kurzen Vorlaufzeiten dann im Bereich der Kinderbetreuung zu reagieren, war und ist unter diesen Rahmenbedingungen nicht einfach. Natürlich waren und sind die übergeordneten Stellen für die Situation selbst nur unzureichend gewappnet. Verwaltungsstrukturen sind nun mal auf langfristige und stabile Rahmenbedingungen ausgerichtet. Und dann kam Corona. Täglich neue Erkenntnisse, täglich neue Anpassung an die gewonnenen Erkenntnisse – neue Entscheidungen, die auf Basis der neuen Erkenntnisse permanent überprüft, angepasst oder gar vollständig neu getroffen werden mussten bzw. noch immer getroffen werden müssen. Nicht einfach. Überhaupt nicht. Mit anderen Worten, wir hatten und haben es immer noch mit einer hochkomplexen Situation zu tun. Dazu noch der enorme politische Druck. Ich bin mir also bewusst, es ist alles nicht einfach.

Und doch, denke ich an die letzten vier Monate zurück, bin ich hochgradig unzufrieden mit der örtlichen Krisenkommunikation. Mehrere Wochen, ja Monate, war von kommunaler Seite hier kaum etwas Vernünftiges zu erfahren. Informationen kamen bruchstückhaft, oft über inoffizielle Kanäle, zu den Eltern, die von jetzt auf gleich Beruf und Kinderbetreuung unter einen Hut bringen mussten. Eine Herausforderung. Der örtliche Flurfunk ratterte enorm. Elternvertreter und Eltern bemühten, die spärlichen Informationen aus der sichtlich vollständig überforderten örtlichen Stadtverwaltung zu erhalten, die selbst kaum über geordnete Informationen verfügte. Und damit kommen wir zum Kern: Die örtliche Verwaltung in ihrer Struktur war nicht in der Lage, in dieser komplexen Situation eine geeignete Krisenkommunikation mit den Betroffenen zu erzeugen. Was ich erleben durfte, drückt ein Zitat von Cyril Northcote Parkinson ziemlich genau aus:


„Ein Vakuum, geschaffen durch fehlende Kommunikation, füllt sich in kürzester Zeit mit falscher Darstellung, Gerüchten, Geschwätz und Gift.“

Cyril Northcote Parkinson


Oder anders ausgedrückt: Viele Eltern – mich eingeschlossen – grollten, weil sie jedem Informationsfetzen hinterherlaufen mussten. Gerüchte und verwirrende Darstellungen waberten durch den Raum und führten zu noch mehr Unsicherheit bei allen Beteiligten und am Ende – und da bin ich mir sicher – zu erhöhten Nachfrageaufkommen und Aufwand bei der örtlichen Verwaltung.

Jetzt kommt meine steile These, die ich in den Raum werfen möchte: Eine agile Verwaltung hätte die Krisenkommunikation besser beherrscht und die Situation besser in den Griff bekommen. Warum? Weil sie sich auf diese Komplexität einstellt und mit den Hilfsmitteln arbeitet, die speziell für diese Komplexität in Form von Prinzipien und Managementrahmen geschaffen wurden. Nicht aus Jux und Tollerei, nicht aus Spaß an der Freude, sondern eben um mit den Herausforderungen der Komplexität umgehen zu können. Was macht eine agile Verwaltung – wie wir sie im Forum Agile Verwaltung forcieren – aus? Sie kommuniziert transparent, ergebnisfokussiert und „nutzerzentriert“ mit allen Betroffenen. Nicht über – vergleichsweise – lange Zeiträume, so wie wir es erleben durften – fast drei Monate überhaupt keine offizielle Kommunikation – sondern in möglichst kurzen Intervallen und Zyklen. Sie sucht das aktive Gespräch, informiert, klärt auf, holt Feedback ab und entwickelt an Hand der ständig neugewonnenen Erkenntnisse Lösungen, die innerhalb der kurzen, bereits erwähnten Zyklen an die neuen Erkenntnisse angepasst werden. Es herrscht Transparenz über das vorhandene „Wissen“ – auch über die Organisation hinaus. Eine solche Verwaltung schreckt nicht davor zurück, auch „unperfekte“ Informationen zu teilen. Sie schreckt nicht davor zurück, die Dinge offen und ehrlich immer wieder aufs Neue zu hinterfragen und geht offen mit Irrtümern (die aus lückenhaftem Wissen und fehlenden Erkenntnissen resultieren) um, um die mit fortlaufender Zeit und daraus resultierenden neuen Erkenntnissen behoben werden können. Sie wartet nicht, bis sie die perfekte Lösung (die es ohnehin nie geben wird, da sie immer nur eine Momentaufnahme ist) gefunden hat. Sie versucht, das Problem im Hier und Jetzt zu lösen. Das schafft Vertrauen und Verständnis. Wichtig, um in der Situation der Komplexität, wie wir sie gerade erleben, handlungsfähig zu bleiben.

Eine agile Verwaltung hätte – wie es übrigens einige Verwaltungen vorgemacht habe, ohne sich mit dem Attribut der Agilität zu schmücken – in möglichst kurzen, aber regelmäßigen Abständen mit den Elternvertretern kommuniziert, über die aktuellen Erkenntnisse und Zwischenstände informiert und – im Rahmen der Möglichkeiten – wenn auch kleine „Unterstützungsangebote“ gemacht. Man mag einwenden, dass man hierfür Zeit und Ressourcen braucht. Aber jetzt mal ehrlich: Für die vielen Anrufen und Anfragen der Eltern von Kindergartenkindern, die auf dem Amt anrufen, brauche ich auch Zeit und Ressourcen. Und eine gute Krisenkommunikation, wie ich sie mir gewünscht hätte, wäre vermutlich zielführender und ressourcensparender gewesen. Ein Mal in der Woche eine 15-minütige Videokonferenz mit den Elternbeiräten, die wiederum die Informationen streuen, kostet nicht viel Zeit – hätte aber ungemein dazu beigetragen, Verständnis zu erzeugen und den – nicht gerade wenigen – widersprüchlichen kursierenden Flurfunkbotschaften entgegenzuwirken. Zentral dabei: Mit jeder „Iteration“, jeder „Kadenz“ hätte eine agile Verwaltung auch die Chance, ihr Vorgehen an neue Erkenntnisse, neue Ideen anzupassen und besser zu werden. Organisatorisch zu lernen. Erkenntnisse, die im Übrigen auch nach der Krise, in den Alltag transferiert werden. Auch diese Chance wurde in meinen Augen damit – im oben beschriebenen Falle – verpasst.

Bildrechte: Veronika Levesque

Auch hat eine agile Organisation auf diesem Wege die Chance, auch kleine Verbesserungen, erste Zwischenschritte auszuprobieren und Feedback einzuholen, ob der Lösungsweg verbesserungsfähig ist. Denn im Dialog mit den Beteiligten ergeben sich nicht selten viele Optionen, die – das liegt in der Natur der Komplexität – noch gar nicht auf dem Schirm der Entscheider sind. Im konkreten Fall hätte dies bedeutet, dass die Verwaltung, die bereits damit beschäftigt ist, Lösungen für den Tag x zu erarbeiten, hier auch das Feedback der eigentlich Betroffenen und internen Beteiligten bereits hätte einfließen lassen können. Dann hätte man bereits im frühen Stadium Irrtümer (Denkfehler, falsche/lückenhafte Annahmen, mögliche Lücken u. ä.) identifiziert. (Ich bin mir sicher, dass kaum ein(e) Erzieher:in tatsächlich bei der Lösungsentwicklung beteiligt war.) Ganz nebenbei lassen sich auf diesem Wege sogar erste „Mehrwerte“ für alle Betroffenen erzeugen, die das Signal setzen, dass man sich der Herausforderung bewusst ist und sich bemüht – im Rahmen der Gegebenheiten – eine Lösung zu finden. Diese mag noch nicht ideal sein, aber mildert den Druck bei den Betroffenen und ist ein klares Signal der Wertschätzung.

Mein Fazit: Die „tradierten“ Strukturen der öffentlichen Verwaltung sind auf Stabilität ausgerichtet. Krisen, wie wir sie derzeit erleben, lassen sich deutlich besser meistern, wenn auf Ansätze gesetzt wird, die explizit auf Komplexität ausgerichtet sind. Oder mit anderen Worten: Krisenmanagement kann die agile Verwaltung deutlich besser und bietet damit das Potenzial die Handlungsfähigkeit der Verwaltung in komplexen Situationen zu erhöhen.

Aus der agilen Methodenkiste: Backlog-Priorisierungsansätze

Die Themen, mit denen wir uns befassen müssen, sollen und möchten, werden irgendwie nicht weniger, sondern immer mehr. Der Backlog – unsere Sammlung der Aufgaben, Arbeitsaufträge und Ideen – füllt sich fast von allein. Hier ein Ratsbeschluss, dort eine Gesetzesänderung, dort ein Antrag … Alles gleichzeitig bearbeiten geht nicht. Wir müssen uns auf das im Augenblick Relevante, das jetzt gerade Wichtige konzentrieren. Dazu müssen wir priorisieren, unsere Aufgaben in eine sinnvolle Reihenfolge bringen, in der wir nach und nach die vielen Aufgaben erarbeiten können. Doch priorisieren sagt sich häufig oft leichter, als es sich dann umsetzen lässt. Weiterlesen „Aus der agilen Methodenkiste: Backlog-Priorisierungsansätze“

Wir bauen unsere digitalen Angebote weiter aus …

Virtuelles Lean Coffee

Der kollegiale Erfahrungsaustausch ist uns im Forum Agile Verwaltung ein wichtiges Anliegen. Am 30. März 2020 haben wir einen ersten Probelauf für ein virtuelles Lean Coffee erfolgreich durchgeführt. Rund 17 Teilnehmer waren mit dabei, haben ihre Themen eingebracht und so einen bunten Austausch über unterschiedlichste Themen und Fragen ermöglicht. Das hat uns so gut gefallen, dass wir uns entschieden haben das künftig an jedem letzten Montag im Monat ein virtuelles Lean Coffee anzubieten.

Weitere Infos zum virtuellen Lean Coffee findet Ihr hier: https://agile-verwaltung.org/virtuelles-lean-coffee/

Online-Fachkonferenzen im Kurzformat

Das große Interesse an unsere Online-Konferenzen zur digitalen Kommunikation und Zusammenarbeit hat uns enorm gefreut und uns auf Ideen gebracht. Wir haben in unserem Verein viele Fachleute mit spannender Expertise. Warum sollten wir die Möglichkeiten nicht auch dafür nutzen, dieses Wissen zu teilen und gemeinsam zu vertiefen? So ist die Idee entstanden einstündige Minikonferenzen zu bestimmten Themen anzubieten. Eröffnung mit einem Impulsvortrag mit 20 Minuten, danach Diskussion und Vertiefung.

Für den ersten Testlauf hat sich Thomas Michl bereit erklärt, einen Impulsvortrag zum Thema „Agile Verwaltung und (Kommunal-)Politik“ beizusteuern. Worum geht es im Impulsvortrag: „Die Agilität in der öffentlichen Verwaltung nimmt Fahrt auf. Wenig beachtet wurde bisher das Verhältnis zwischen agiler Verwaltung und Politik. Dabei spielt die Politik eine zentrale Rolle für das Gelingen einer agilen Verwaltung. Der Vortrag gibt Impulse, wie das Verhältnis zwischen Politik und agiler Verwaltung gestaltet werden kann.“

Die virtuelle Kurzkonferenz zum Thema Agile Verwaltung und Kommunalpolitik findet am

Mittwoch, 29.04.2020 um 16 Uhr

auf unserer Webplattform statt. Die Anmeldedaten schicken wir nach der Anmeldung zu.

Weiter Kurzkonferenzen sind in Planung und werden von uns in Kürze angekündigt.

#GeschichtenAusAgilhausen: Kollegiale Beratung zur Projektportfolio-Steuerung mit Kanban

Vor ein paar Wochen hatte ein Kollege aus der benachbarten Stadt bei Alexander angerufen: „Servus Alexander. Hier ist Robert Müller. Du hattest auf dem Amtsleitersprengel vor zwei Tagen was erzählt, das mich aufhorchen hat lassen. Ich würde gerne dazu mehr hören. Hättest Du mal ein oder zwei Stunden Zeit für mich?“ Seit dem Anruf waren ein paar Tage vergangen. Natürlich hatte Alexander seine Hilfe angeboten und hatte mit Robert vereinbart, dass sie sich heute im 10 Uhr im Rathaus von Agilhausen treffen wollten.

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Agilhausen – die agilste Stadt Deutschlands

Morgens um 8 Uhr in Agilhausen, der agilen Musterstadt. Alexander betritt energiegeladen sein Büro im ersten Stock des Rathauses. An der Wand – gegenüber von seinem Schreibtisch – hängt ein großes Kanbanboard. In knapp einer Stunde werden sich rund 8 Kolleginnen und Kollegen wieder davor versammeln und gemeinsam besprechen, was sie seit gestern alles erledigen konnten und was heute ansteht.

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Agile Verwaltung und Politik: Mit Scrum und Bürgerräten politische Entscheidungen vorbereiten

Innenansicht des Plenarsaals im Reichstag in Berlin, Deutschland, Wikipedia (gemeinfrei)

Ich habe die letzten Wochen viel darüber nachgedacht, wie mit Hilfe von agilen Ansätzen politische Entscheidungen vorbereitet werden können. Zwei Dinge waren dabei für mich wichtig:

  1. Der politische Entscheidungsprozess – im Sinne einer demokratischen Entscheidungsfindung durch die entsprechenden Gremien – wird nicht ausgehebelt. Die politischen Entscheidungsgremien haben die Entscheidungshoheit.
  2. Die Ausgestaltung ist möglichst einfach, effizient und effektiv.
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Das Jahr geht zu Ende – Zeit für ein Dankeschön!

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freunde und Unterstützer des Forums Agile Verwaltung,


2019 nähert sich dem Ende. Höchste Zeit, kurz innezuhalten und Danke zu sagen. Danke an alle Unterstützer, Leser, Feedbackgeber. Danke aber auch an die fleißigen und aktiven Mitstreiter im Hintergrund, die das Forum Agile Verwaltung am Laufen halten. Selbstverständlich ist das nicht, denn die ganze Organisation, die ganze Arbeit wird ehrenamtlich gestemmt.


Für uns war es wieder ein spannendes Jahr mit vielen neuen Erkenntnissen, neuen Entdeckungen und vielen Höhepunkten. Die Zugriffszahlen auf unseren Blog sind gigantisch. Stand 28.12.2019 waren es dieses Jahr fast 180.000 Zugriffe. Wow! Damit haben wir, als wir den Blog eingerichtet haben, nie gerechnet.

Wir waren auch dieses Jahr wieder fleißig unterwegs und haben für die Agilität in der öffentlichen Verwaltung geworben. Unser Weg führt von Rostock an der Ostsee über Berlin und Bonn, Groß-Gerau, Dortmund bis nach Bregenz am Bodensee. Wir konnten das Netzwerk weiter ausbauen und weiter vorantreiben. Und die Zahl der Mitglieder in unserem Verein steigt beständig an. Unser Orga-Team ist ebenfalls gewachsen, sodass wir die in diesem Jahr erstmals zwei Konferenzen (komplett ehrenamtlich) stemmen konnten: In Ettlingen und Berlin. Das ist schon ein Wort! Auch dafür ein herzliches Dankeschön.

Und ein Dankeschön an alle, die unsere Ideen unterstützen. Wir wünschen Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Kommt gut rüber! Wir freuen uns, Euch 2020 wieder zu sehen, zu lesen und zu hören.


Das Team des Forums Agile Verwaltung

Agile Verwaltung und Kommunalpolitik: Stratgische-operative Zielsteuerung mit Objectives and Key Results (OKR)

Wie könnte die strategische Steuerung in einer Kommunalverwaltung aussehen, die die Brücke zwischen dem kommunalpolitischen Steuerungsgremium Gemeinderat auf der einen Seite und der vollziehenden Verwaltung auf der anderen Seite schlägt? Wie könnte ein kontinuierlicher Dialog zwischen den Beteiligten auf der strategischen Ebene aussehen, der Transparenz und Klarheit für alle Beteiligten schafft und den Austausch zwischen allen Beteiligten ermöglicht? Hierzu haben wir uns ein paar Gedanken gemacht.

OKR als Verbindung zwischen Strategie und Vision

Hierfür haben wir uns an Objectives and Key Results, einem iterativ-inkrementellen Ansatz zur strategischen Steuerung von Organisationen, orientiert, der den Anspruch erhebt, die operative Ebene mit den strategischen Zielen der Organisation eng zu verzahnen. Bei dem sogenannten OKR-Modell handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Management by Objectives mit agilen Elementen, die im Silicon Valley entwickelt und durch große Unternehmen wie Google bekannt gemacht worden ist. Im Folgenden werden wir skizzieren, wie eine Adaption im kommunalpolitischen Kontext aussehen könnte.

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