Hybrid an der Schule

Oh ja, herzlich willkommen zurück im Präsenzunterricht des Schuljahres 2020/21. Willkommen in dieser fast wohligen Normalität. Dort, wo die Lehrenden wissen, wo es lang geht … sie kennen immerhin den Bildungsplan und ihr eigenes Fach … und die Lernenden lassen sich führen und das gemeinsame Ziel heißt, diesen Bildungsplan zu erfüllen und dafür Noten zu bekommen bzw. zu vergeben. Und alles wieder in der guten alten Analogwelt, in der die Digitalisierung nur noch im Verwenden des Aktivboards statt der Kreidetafel zu finden ist. Wenn es bei Ihren Kindern in der Schule inzwischen anders zugeht: Gratulation. Ich denke, es wird die Ausnahme sein.

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Hattie & agil for future

Ich erzähle hier für unsere Blog-Leser:innen diese unendliche Geschichte der Hattie-Studie wieder einmal ein Stück weiter. Denn die Studie wird ja ebenfalls kontinuierlich weitergeschrieben. Inzwischen  ist John Hattie mit seinem Team bei über 300 Faktoren aus 1600 Meta-Analysen angekommen. 

Schon 2013 mit damals über 800 Meta-Analysen, die auf über 50.000 Einzelstudien und rund 200 Millionen Lernende zurückgriffen, wirkt die in Deutschland viel bekanntere PISA-Studie mit rund 9 Millionen Lernenden doch sehr bescheiden.

Ich bin immer sehr gespannt, welche Erkenntnisse bei Hattie Jahr für Jahr hinzukommen … und stelle jedes Mal fest: Die tatsächlich wirkungsvollen Faktoren für gelingende Schule liegen einfach nicht bei Dingen wie Klassengröße oder geschickter Methodik. Sie liegen immer wieder dort, von dem die meisten von uns in ihrer eigenen Schulzeit sehr viel vermisst haben. Weil wir alle dachten, so wäre eben Schule. Nein, sage ich mal so flapsig vor mich hin, Schule könnte sich tatsächlich ändern. Darf es , sollte es, muss es.

Ich habe einige neue Zeichnungen für Sie dazu gekrazelt. Viel Spaß beim Betrachten der Visualisierungen und dem parallelen Vergleich mit Ihren eigenen Schulerfahrungen. Sie werden häufig ganz wild nicken. Behaupte ich.

Und ja, es geht bei Hattie immer „nur“ um Schule, aber damit um ein äußerst wichtiges und so wertvolles Stück Leben von jedem von uns. Wie wunderbar wäre es doch, wenn Schule nicht mehr ein dauerhaft nervenaufreibendes Reizthema in ungezählten Familien sein müsste. Und als so häufig nicht aufgearbeitetes kleines oder großes Trauma lebenslang weiterleben würde. Ein Leben ohne diese eigene kleine Ohnmacht, die aus vielen von uns kriecht – ohne dass wir es realisieren – wenn wir über Schule sprechen.

Dieses Bild soll vermitteln, wie man diese „Effektstärken“ in der Hattie-Studie ein wenig besser verstehen kann. Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären in einer Klasse „groß geworden“, wie sie im unteren Beispiel visualisiert ist. Denken Sie an das damit entstandene Selbstbewusstsein. Stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten mit Ihren Lehrer:innen zusammen Ihre eigene Bildung organisiert. Selbstbewusstsein hat eine extrem lange Lebensdauer, die Schulnoten überhaupt nicht. Oder würden Sie sagen, Ihre früheren Schulnoten hätten etwas mit Ihrer heutigen beruflichen Kompetenz zu tun? Solide Grundlagen legen – logisch. Notwendig. Noten als Wegweiser. Aber mehr?

Es tauchen immer mehr Faktoren in dieser weltweit größten Bildungsstudie auf. Die wirksamsten davon sollte man sich dringend genauer ansehen, wenn man Schule zukunftskompatibel verändern will. Bei Mediziner:innen käme übrigens niemand auf die Idee, wissenschaftliche Studien zu ignorieren und Patient:innen so zu behandeln, wie man das doch schon vor 30 Jahren erfolgreich gemacht hat. Keine Krankenkasse würde dafür bezahlen.

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Offener Brief an die oberste Bildungsbehörde von Baden-Württemberg

Sehr geehrte Frau Kultusministerin Theresa Schopper

Zur Zeit treibt mich eine Spiegel-online Schlagzeile um:

Als wir an unserem Gymnasium vor einem Vierteljahrhundert zeigten, dass wir zusammen mit Schüler:innen sehr viele außerunterrichtliche Projekte aus dem Boden wachsen lassen konnten, ohne dass zu jedem Projekt auch eine Lehrperson benötigt wurde, haben viele zuerst den Kopf geschüttelt, aber als das Konzept „Schülerschule“ von einer internationalen Jury zum dezentralen EXPO2000 Projekt gekürt wurde, hat sogar unsere damalige Kultusministerin Annette Schavan spontan die Schirmherrschaft übernommen.

Leider war die Idee, aktiven Schüler:innen so viel Vertrauen und Verantwortung
zu überlassen, ein Pflänzchen, das nur vereinzelt auch an anderen Schulen wachsen durfte. Meine heutige Einschätzung aus der zeitlichen Ferne: Wir hatten einen – heute würde ich sagen – agilen Direktor, der sehr oft den Mut bewiesen hatte, der Bildungsverwaltung unsere schulischen Erfolge entgegenzuhalten und viele Dinge zu ermöglichen, die damals eigentlich nicht möglich waren.

Tenor: Zulassen und vertrauen.
Und mit den Schüler:innen auf Augenhöhe zusammenarbeiten.


Denn: Lernende können sehr wohl auch Lehrende sein.

Das wäre aus meiner Sicht ein real umsetzbarer Lösungsansatz für das Aktionsprogramm der Bundesregierung „Aufholen nach Corona“.

Motto: Wir heben den an allen Schulen vorhandenen wertvollen Schatz des fachdidaktischen Erklärkompetenzschweifs. 😎😎 (Ich denke, jeder kennt aus seiner eigenen Schulzeit die Aussage des kleinen Filmchens. Wenn man gerade selbst den Aha-Effekt des Verstehens durchlaufen hat, dann können viele von uns Menschen als natürliche Lehrkraft sehr stark und effektiv erklären. Und da Schüler:innen ganz normale Menschen sind, nur eben junge – immerhin waren alle Leser:innen dieses Artikels selbst mal welche – liegt da ein riesiger Schatz begraben – leider mit Verfallsdatum)


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Agil unterrichten – konkret

Save the date – ein Tag an der Hochschule für agile Bildung in eZürich

Samstag 19. Juni – 9:30 Uhr bis 15:30 Uhr – 21 Fränkli Tagungsgebühr

Im Bildungsbereich stellt man sich immer wieder diese eine Frage: Wird Schule irgendwann „nach Corona“ wieder „normal“? Also etwa so: Die Lehrperson ist auf der Basis des Lehrplans für die Unterrichtsstunde gut vorbereitet und am Ende kann sie sagen: „Wunderbar. Heute habe ich meinen Stoff geschafft“. Und Schüler:innen in den analogen Schulbänken haben wieder dieses „normale“ Gefühl aus den früheren Zeiten.

Die Sehnsucht nach der „Normalität“ ist in Zeiten des Onlinelernens logischerweise groß. Allerdings muss man ehrlicherweise sagen, dass es bei den Lernenden meist nicht in erster Linie um schulische Inhalte geht, sondern um die aktuell fehlende soziale Vernetzung. Um das Menschsein eben. Tauchen wir zurück in die analoge Vergangenheit vor zwei Jahren und schauen auf die Gefühlswelten der Akteure im Fachunterricht und nur auf den Lernstoff bezogen, dann sieht die Visualisierung dazu doch oft etwa so aus:

Nun haben Schüler:innen in den letzten Monaten zwangsläufig lernen müssen, selbstständiger zu laufen als im vorigen Bild. Klar, das Feld zieht sich möglicherweise in Sachen Fachkompetenz mehr auseinander. (nächstes Bild) Aber in Sachen Selbstständigkeit und das „Sich auf sich selbst verlassen müssen“ haben alle zugelegt. Ob sie wollten oder nicht. Ich will die aktuelle Situation natürlich nicht beschönigen. Aber ich wünsche mir trotzdem dringend von Schule für die Generation meiner Enkel:innen, dass man die vielen in diesen Zeiten digital erworbenen Kompetenzen nicht einfach schnöde wieder zurücklässt. Die Schule der Zukunft muss hybrid gedacht werden. (Übrigens sollten auch Großeltern nach Corona hybrid altern und nicht ihre angehäufte Onlinekompetenz wieder über Bord werfen :-))

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Kleiner agiler Trost für Homeschooling-Parents


Ich weiß, dass das, was ich hier von mir gebe, aktuell ein schlecht einlösbares Trostpflaster für genervte und gestresste Eltern ist. Denn er lässt sich erst nach der Schulzeit eurer Kinder auf die aktuelle Wunde kleben

Ich stelle trotzdem folgende Behauptung auf: Entgegen den üblichen Aussagen, die man im Moment überwiegend zum Thema Homeschooling hört, lernen selbst Kinder, deren Lehrer:innen einen grottenschlechten Homeschooling-Job machen und deren Eltern wenig Unterstützung zu Hause geben können ziemlich vieles, das mit ihrer eigenen Zukunft zu tun hat. Nebenbei erwähnt: Es gibt viel mehr Lehrer:innen, die zur Zeit einen starken Homeschooling-Job machen – und damit ganz oft „notgedrungen“ agil arbeiten – als nicht so gute oder gar grottenschlechte. Leider merkt man das nicht so richtig in der öffentlichen Wahrnehmung.

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Hausmeisterei der Tagung Agilität und Bildung in eZürich

Von Daniela Lund und Heinz Bayer

Die agile Welt ist für so einen älteren Herren und Pensionär wie mich eine echte Herausforderung und gleichzeitig auch ein echter Jungbrunnen. Viel besser als Kreuzworträtsel lösen.

Ich erzähle einmal, wie es sich für mich als „technischer Hausmeister“ einer Onlineveranstaltung der besonderen Art anfühlte, für die wir hier im Blog an Weihnachten geworben hatten.

Da mir Daniela Lund vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg dankenswerterweise den vor der Veranstaltung geäußerten Wunsch erfüllt hat, eine kritische persönliche Rückmeldung von außen zu geben, flechte ich die Sicht des Tagungshausmeisters in das Feedback einer Teilnehmerin ein. Kommentiere also einen Kommentar aus einer anderen Perspektive.

Ich habe für dieses Schreibformat die Arbeit der 4 Hausmeister kursiv beschrieben. 😎 Ja ich muss hier anmerken, dass diese Veranstaltung meinen Ehrgeiz heftig herausgefordert hat. Mein persönliches Ziel: Ich wollte zeigen, dass Onlinetreffen sich sehr analog anfühlen können. Ich hatte für die Werbung das neue Format der 4 Hausmeister des Kongresszentrums erfunden, die alle Otto hießen. Na ja, Pensionäre besitzen eben Zeit als echtes Luxusgut. Außerdem bin ich inzwischen auch noch an der Hochschule für agile Bildung in Zürich angekommen. Da musste ich als Neuling schon mal zeigen, was ich mit 70 digital noch umsetzen kann. 😎😎 Heinz Bayer

Feedback für die Hausmeisterei der Tagung Agilität & Bildung in eZürich

bevor es losgeht …

Heinz Bayer schickt Mails mit allen Infos. Er benutzt dabei eine Sprache, die mir gefällt. Ich fühle mich eingeladen. Ich gehöre dazu.  Es fühlt sich persönlich an. Mein Versehen, mich mit einer falschen E-Mailadresse anzumelden, behebt er unkompliziert und ebenfalls persönlich. Alles ist sehr gut organisiert. Besonders ansprechend fand ich die Einladung, sich ein schönes Konferenzcatering zuzubereiten. Vielleicht hat das damit zu tun, dass ich früher mal Hotelfachfrau gelernt habe und mir das Drumherum in einer Veranstaltung immer sehr wichtig ist. Ich stehe also rechtzeitig auf, ziehe mir Konferenzklamotten an und bereite mir eine Tagungsverpflegung auf 5*-Niveau zu. Vorfreude!

Man stelle sich das einfach so vor. Unser Kopf ist in der Lage, sich in Situationen hineinzuträumen, die uns dann wirklich und dreidimensional vorkommen, obwohl sie nur im Kopf existieren. Wenn man einen Bildschirm als zweidimensionale Austauschplattform, aber seinen Schreibtisch mit gutem Essen und Trinken als wichtige 3. Dimension ansieht, dann kann aus einer scheinbar rein informellen Veranstaltung im Kopf ein echtes Lebensgefühl werden. Umgekehrt kennt jeder analoge Konferenzen, die dem Kopf völlig eindimensional vorkommen.

These: Gute Online-Konferenzen gehören also gut mental umsorgt.

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Die Wurmloch-Strategie

Liebe Leser&innen

Heute nur kurz etwas aus unserer Bildungsecke. Ich mache aus aktuellem Anlass einmal Werbung für ein Buch. Thema: Hybridunterricht. Halb Präsenz, halb digital. https://visual-books.com/hybrid-unterricht-101/Das gibt es als freies eBook und auch als gedrucktes Buch. Wenn man im Moment so manchen Kultusbehörden zuschaut, bemerkt man die große Hilflosigkeit. Präsenzunterricht, Wechselunterricht. Au Backe. Man sollte sie dringend agil beraten. Anfang nächsten Jahres wird im selben Verlag das Buch „Agilität und Bildung“ erscheinen. Ich werde dann an dieser Stelle darüber berichten. Mein eigener Beitrag dort: Die Wurmloch-Strategie. 🙂 Ein kleiner Vorgeschmack in Form eines Bildchens. Die Grundidee: Wenn sich Schüler&innen zu selbstständigen agilen Warp-Teams zusammenschließen dürften, dann wären erstaunliche Dinge möglich. 🙂

Bleiben Sie gesund

Ihr Otto Kraz (alias Heinz Bayer)

Der didaktische Zwilling, die kollaborative Improvisation und der Ereignishorizont der Motivation.

Kollaborative Improvisation

Ja, wer schon mal was von mir gelesen hat, der kennt meine Vorlieben für Neuwortkonstruktionen. Gemeinsam mit seinen Schüler/innen zu improvisieren, wie man trotz Corona zusammen einen guten Schuljob macht … das passiert an Schulen zur Zeit immer häufiger … meist wird es aber als reine Notlösung angesehen, um möglichst schnell zur klaren Plandidaktik zurückzukehren. Dabei steckt riesig viel Potenzial in der Idee, Schüler/innen mit ins Unterrichtsorganisationsboot zu holen.

Improvisation folgt einem klaren Muster, einem roten Faden .. im Falle des Unterrichts dem Lehrplan. Aber die Ausführung selbst ist natürlich nicht vorausgeplant. Agile Didaktik heißt: Lehrende entwickeln sie zusammen mit den Lernenden. Der Sinn? Mehr Sinn! Also für die Lernenden mehr Einbeziehung in den Unterrichtsablauf, um den Sinn herauszukitzeln. Der hinter dem Lehrplan steckt. Warum? Um gute Ergebnisse für alle zu erreichen. Mit viel Gefühl für den Sinn der Veranstaltung namens Schule. (Eigentlich sollte es Lehrpläne geben, die speziell für Schüler/innen gut lesbar sind. Finde ich.)

Didaktik mit den Lernenden entwickeln? Ich höre die Zweifler laut rufen.

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Die agile Schultüte für das Schuljahr 2020/21

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Mit Baden-Württemberg und Bayern kommen jetzt bald die Schüler/innen und Lehrer/innen zurück an ihre Schule und fragen sich etwas bang: Was steckt wohl alles in der riesigen Schultüte für das Schuljahr 2020/21? Sie scheint zumindest voll von Versprechungen zu sein. Eine 10€ Flatrate für Schüler/innen, damit Homeschooling – falls Unterricht zwischenrein wieder coronadicht gemacht wird – fließend funktionieren kann? Ach ja, dieser gewaltige Schub, den es geben könnte. Wie schön wäre das. Aber wird es schön? Zu wenig Lehrer seien im Einsatz … ja klar, die fehlten ja schon vor Corona. Und dann würde die rechtliche Sicherheit für Lehrkräfte fehlen, wenn sie mit ihren Schüler/innen Online-Meetings machen wollten. Stimmt, da wurde ja in vielen Bundesländern noch immer nicht wirklich nachgelegt. So von außen betrachtet scheint es für mich ziemlich verrückt. Ist das denn wirklich so schwierig? Technisch gesehen? Das Kultusministerium Baden-Württemberg hat allen Schulen die Videoplattform BigBlueButton mit Moodle zusammen zur Verfügung gestellt. Und den Messenger Threema. (Samt 300.000 digitale Endgeräte für Schüler/innen zum Ausleihen) Nicht weit weg von einer
 öffentlich-rechtliche Plattform für alle Schulen. Chapeau.
2020/21 geht es nun darum, an den Schulen damit aktiv zu experimentieren.
Zusammen mit den Schüler/innen. Nicht darum, erst einmal auf Fortbildungen zu warten.

Ich würde mir als Opa zweier schulpflichtiger Enkelkinder für deren Schultüte etwas von allen Verantwortlichen wünschen: Kommen Sie in der Realität an. Und lernen Sie, zu improvisierenVerlassen Sie die üblichen Pläne, sie werden 2020/21 nur Frust erzeugen. Die Schulen benötigen Freiräume für eigene Entscheidungen. Jede Schule steht vor ganz speziellen Herausforderungen. Und die können nur vor Ort gelöst werden.
Was von den Behörden geleistet werden kann, sind die Rahmenbedingungen:
Freiräume für die Schulen und rechtlich abgesicherte Plattformen für alle.
Auf denen ein Lehrer ein Klassenzimmer mit Gruppenräumen nachbilden kann, zwischen denen Lehrende und Lernende hin- und herwechseln können. Und für die Schulen wünsche ich mir, dass sie realistisch die Bedingungen sehen, unter denen jetzt unterrichtet werden sollte …

… mit den erschwerten Bedingungen, dass man ab und zu immer wieder schließen muss. ( weshalb die 10€ Flat für Schüler/innen ja eine super Sache wäre)  

Man sollte gleich zu Beginn mit den Schüler/innen zusammen trainieren, wie das gehen kann, sich in Teams zusammenzuschließen, um bei erneutem zwischenzeitlichen Homeschooling nicht wieder in Isolation gehen zu müssen. Sondern einen Bereich zu nutzen, der auch ohne Corona für die Zukunft der Bildung natürlich eine sehr wichtige Rolle einnehmen wird. Denn nur mit diesen Möglichkeiten der digitalen Ergänzung des analogen Unterrichts wird Schule der Aufgabe gerecht werden können, individualisiertes Lernen umzusetzen. Oder eben mit einer viel größeren Zahl an Lehrpersonen.
Ich finde, genau jetzt ist die Zeit gekommen, in der man den großen WUMMS in Sachen Blickwinkeländerung an Schulen vollziehen sollte. 😎😎

  1. Den Schulen selbst viel Gestaltungsfreiraum geben 
  2. Starke digitale Plattformen für Schulen einrichten und auch aktiv nutzen
  3. Die Lernenden mit einbeziehen !!!
  4. Kollaborativ improvisieren

E13C14B9-3516-4BAF-8EE2-6FB258F9E305Ich spiele das einmal für Lehrkräfte im Matheunterricht einer 5. Klasse durch. Ich habe mich vor kurzem mit einem jungen Kollegen ausgetauscht, der zum ersten Mal eine 5. Klasse in Mathematik unterrichten wird und Zweifel daran hatte, ob man Ideen wie eduScrum auf einer digitalen Plattform umsetzen könnte. Ob das nicht erst in höheren Klassen funktionieren würde. Genau das hatte ich Willy Wijnands von eduScrum vor einem Dreivierteljahr gefragt … ich hatte erfahren, dass er seine Scrum-Teams in den Klassen zu einem großen Teil nicht mehr mit analogen Scrum-Boards organisieren ließ, sondern online mit learnbeat.com/. „Nein, ganz im Gegenteil“ meinte Willy … und das hat selbst mich erstaunt. „Am leichtesten setzen das meine Fünftklässler um.“ 

Ich stelle dieses konkrete Mathe-Beispiel hier ein, in der Hoffnung, das das jemand liest, der versteht, wie man den Digitalpakt völlig anders angehen könnte als mit den üblichen Vorstellungen. Denn speziell im nächsten Schuljahr geht es nicht um die Digitalisierung der Schule, um die Ausstattung der Schule mit Technik, sondern um die Digitalisierung des Lernumfelds. Und da hat sich in den letzten Monaten erstaunlich viel getan. Jetzt geht es um die Umsetzung. Meine Ansicht: Es geht um Teamarbeit und die Erkenntnis, welch exzellente Lehrer/innen Schüler/innen sein können. Selbst wenn die Schule selbst überhaupt keine brauchbare technische Ausstattung hat, geht Homeschooling bei der richtigen Vorbereitung. Denn da geht es ja genau um das digitalen Lernumfeld.
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Eine agile Selfmadeschool in der Schule gründen – ein Sommermärchen

Liebe Leserin, lieber Leser

Mal angenommen, Sie haben Kinder so ab 14 Jahre in der Schule. Und Sie waren sich in den letzten Monaten mit ihnen einig, dass man das nächste Schuljahr ganz anders angehen sollte. Weil es wegen Corona noch immer überhaupt kein „normales“ Lernen geben wird. Dann schlage ich Ihnen ein spannendes Familien-Experiment für die Ferien vor.

Früher haben Sie Ihren Kindern sicher ab und zu Märchen vorgelesen. Lesen Sie ihnen doch heute einmal ein Schul-Märchen vor bzw lassen Sie es selbst lesen. Ein Märchen, in dem Ihre Tochter oder Ihr Sohn selbst zentral vorkommen. Und reden Sie dann einfach mal darüber. Es wird sich möglicherweise extrem lohnen. Für die ganze Familie. Allerdings … Diese Fiktion ist nur dann umsetzbar, wenn Sie sich selbst mit Kommentaren komplett zurückhalten. Sollte die Idee zünden, zündet sie. Wenn nicht, dann eben einfach nicht. Sehen Sie es bitte nur als Spiel. Als Gedanken-Experiment. Als Diskussionsgrundlage über das Lernen. Wenn es auch verführerisch ist, zu erleben, wie es von Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn umgesetzt würde. Deshalb lassen Sie die Geschichte wirken und hören Sie zu. Wenn Sie gefragt werden, antworten Sie. Aber antworten Sie nicht, wenn Sie nicht gefragt werden. 🙂

Ich habe schon in meiner aktiven Schulmeisterzeit immer bemängelt, dass man im aktuellen Schulsystem Schüler&innen viel zu wenig fordert und ernst nimmt. Sollte Ihre Tochter oder Ihr Sohn bis zum Schluss diesem Sommermärchen lauschen bzw es lesen und nicht vorher gelangweilt einschlafen, dann sollten Sie das StartUp-Unternehmen Ihres Nachfahren unbedingt agil unterstützen.

Sie tun damit zumindest eine Lesestunde lang etwas für die Zukunft Ihrer Tochter oder ihres Sohnes. Lernprozesse verstehen ist die Grundlage guter Lernprozesse.

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Alles andere steht im Büchlein dazu: Selfmadeschool

Oder wird hier von mir auch vorgelesen, falls Ihr Sohn oder Ihre Tochter den Inhalt zwar gerne kennen würde, aber gleich meint, der Text wäre zu lang zum Lesen.

 

Wünsche allen einen wunderbaren Sommer und ein eigenes Sommermärchen. Otto Kraz


Ein kleiner Einblick in zwei kleine Kapitel des Büchleins

Das LüLüLüüb Prinzip.
Also ich nenn das jetzt einfach mal so als schnellen Arbeitstitel.
Euer Team wird sicher einen für euch passenderen Namen finden.
Das LüLüLüüb-Prinzip steht auf 4 Pfeilern:
1. Lücken finden
2. Lücken füllen
3. Lücken vermeiden
4. Überholen
Alles andere ist kollaborative Improvisation. Gemeinsames Ausprobieren, was geht und was nicht.

Nochmals zusammengefasst:
Eine ganz normale Schule, also deine. Altes Gemäuer. Old School mit einem Bildungsplan, den es sinnvollerweise zu erfüllen gilt, weil Old School dir und deinem Team völlig kostenlos 10 000€ pro Teammitglied im Jahr in Form von Büro, Netzwerk, Arbeitsplatz und vielen Vergünstigungen zur Verfügung stellt … und nicht zu vergessen … kompetente Assistenten ohne Ende … nämlich Lehrer&innen.

Dieses Testen und Benoten aus der OldSchool müsst ihr ja als StartUp nicht mehr im Blick haben. Das hatten wir schon. Mitglieder von Selfmadeschools bleiben garantiert nie sitzen, weil sie gegenseitig auf sich aufpassen. Und wohlwissend, dass es egal ist, ob man eine 2-3 oder eine 3-4 im Englisch-Test hat, dass es nur darauf ankommt, wie viele Wörter man im Hirn in die Zukunft rüberretten kann, ergeben sich für Selfmadeschool-Direktoren komplett neue und eigene Ideenräume. Ja klar. Als StartUp könnt ihr euch alle möglichen Titel geben. Ihr seid eure eigenen Macher&innen. Nur Hierarchien sind verboten. Weil das überhaupt nicht sinnvoll ist. …..