Was für ein Bildungswahnsinn – aber eduScrum&Co könnten ihn lösen

Schwimmen gesamt

Darf ich Sie zu einem kleinen Gedankenspiel einladen? Stellen Sie sich vor, Sie landen im Rahmen einer Bildungsreise auf einem anderen Planeten, auf dem es eine zentrale und klare bildungspolitische Ansage gibt.
Sie lautet: Wer sein Leben meistern will, der muss gut schwimmen können.

Dann lernen sie das Schulsystem dieses Planeten kennen, das mit vier Jahren Vorschule und acht Jahren Schule arbeitet.

In der Vorschule lernen ganz viele Schüler/innen ziemlich gut schwimmen, allerdings jedes Kind mit seinem ganz eigenen Lerntempo. Was auch logisch ist, weil die Planetenbewohner naturgemäß unterschiedlich schnell schwimmen lernen.

In der „richtigen“ Schule konzentriert man sich dann darauf, dass alle Schüler/innen einigermaßen gleich schnell vorwärts kommen, weil es ja jedes Jahr ein Zeugnis gibt und in acht Jahren die Schulabschlussprüfung – und deshalb holt man alle Schüler/innen auf ein gemeinsames Boot. Acht Jahre lang wird im Unterricht immer wieder nachdrücklich darauf hingewiesen, wie wesentlich Schwimmen für das ganze Leben ist. Nur sei im Moment leider keine Zeit dafür. Die Aussage von Lehrpersonen – „Wir müssen eben alle erst einmal auf einen gemeinsamen Wissensstand bringen“, die Sie oft zu hören bekommen, scheint eine beinah kultische Bedeutung zu haben.

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Die Mathe-Abi-Helix 2019

Eine Geschenkidee der besonderen Art: Abi und Tour erklären Ihnen in fünf Minuten, um was es dabei geht.

Lehnen Sie sich zurück, schließen Sie die Augen und denken Sie an Ihre Abschlussprüfungen an der Schule. Und? Vor welcher dieser Prüfungen haben Ihre Nerven damals am meisten geflattert? Wenn man alle Ihre Antworten zusammenfassen würde, käme eine überwältigende Mehrheit bei der Mathematikprüfung heraus. Warum? Weil Mathematik das Fach ist, bei dem ein paar Lücken eine ganze Prüfungsaufgabe abstürzen lassen können. Obwohl man eigentlich alles kann, aber mit den kleinen Lücken in Kombination mit der üblichen Prüfungsnervosität geht plötzlich rein gar nichts mehr.

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Agil gefordert

Agil gefordert

Es ist Montag morgen. Ihre Kinder sind vielleicht gerade unterwegs in die Schule. Sie spüren noch das Gefühl, das Sie von früher her kennen. Oje. Schule. Belastung. Noten. Ungerechtigkeit. Zu viele Hausaufgaben. Zu schwere Klassenarbeiten. Schule – eigentlich eine Zumutung.

Vielleicht haben Sie davon gelesen, dass der chinesische Batteriezellen-Hersteller CATL am Erfurter Kreuz für 240 Millionen Euro eine neue Fabrik baut. Deutsche Firmen könnten im Moment solch ein Gigaprojekt wohl nicht stemmen. Vielleicht kennen Sie ja auch jemanden, der chinesische Austauschschüler/innen kennengelernt hat. Ich habe jahrelang diese Erfahrung gemacht. Austausch mit einem Gymnasium in Wuhan. „Eine andere Liga“ dachte ich immer. „Au Backe, dieses bedingungslose Wissensbüffeln. Diese klaglose Disziplin. Die hängen uns in der Zukunft mit links ab.“ In der 10. Klasse Wissensvermittlung in Mathematik, die bei uns im ersten Semester Mathematik gelehrt wird. Nein, keine Sorge. Ich verlange nicht nach chinesischem Büffeln in old Germany. Ich liebe unsere Art von Schulzeit. Ich schätze die europäischen Schulen … auch wenn wir mit dem Wissensstand junger Chines/innen nicht mehr Schritt halten können. Aber wir haben einen riesigen Joker im Ärmel. Wenn Sie ältere Kinder haben und sich ihre Schulanstrengung einmal ganz objektiv anschauen, dann müssen Sie zugeben: Da ginge so viel mehr, ohne dass es gleich zu chinesischen Verhältnissen führen würde. Da ist so viel Leerlauf im Unterricht – in den Köpfen der Schüler/innen. Würden wir sie ernster nehmen können und gleichzeitig mehr fordern, dann würde sich vieles ändern. Meine These habe ich für Sie gezeichnet. Agil lernen. Den Leerlauf beenden. Durchstarten. Ein Traum? Keineswegs. Allerdings eine echte Anstrengung auf Seiten der Lernenden und der Lehrenden.

Barcamp 2019

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Helix Nr.1 – das Magazin des Forums agil lernen und lehren

Agiles Lernen … hört sich für Außenstehende schnell intuitiv fassbar an, weil man das Wort agil ja eigentlich kennt. Für die, die das Wort agil inzwischen schon zu oft gehört haben, ist es vielleicht auch ein Kopfschüttler. „Unser Chef meint schon lange, dass wir agil arbeiten sollen“ habe ich vor kurzem gehört. „Aber es nervt.“ Da kam das Wort agil schon richtig altbacken rüber. Jeder, den ich bisher getroffen und zu seiner Vorstellung über Agilität befragt habe, brachte eine andere Version mit. Deshalb sollte ich, wenn ich hier schon unser erstes agiles Magazin anpreise, doch vielleicht die Vorstellungen des Forums agil lernen und lehren beschreiben. Ich nehme dazu am besten die Leitsätze unseres Hauptforums agile Verwaltung und übersetze sie ins Pädagogische.

Helix 1
Cover des ersten eMagazins des Forums agil lernen und lehren

Helix – das Magazin

Hier finden Sie HELIX 1 auch noch als eBook.

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OER, Hattie und agil lernen und lehren

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Das Schöne am agilen Arbeiten ist, dass man sich oftmals einfach in die richtige Richtung mit einem klaren Ziel treiben lassen kann, ohne die einzelnen Schritte vorher genau zu kennen. Das Ziel unseres Forums agil lernen und lehren  – einem Unterforum des FAV – ist es, agiles Denken, Handeln und agile Haltung unter die Menschen zu bringen, weil wir glauben, dass es den lehrenden Menschen und damit auch den lernenden Menschen sehr gut tut und nebenbei ein sehr effektiver Ansatz ist.

Und weil es natürlich uns selbst gut tut, sich über zeitgemäße Bildung auszutauschen. (Übrigens höchste Effektstärke bei Hattie – siehe Spitze der oberen Hattie-Rakete)

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Luuise – oder – Hattie lässt grüßen

Ja ich bin es wieder mal. Heinz Bayer – der aus dem Forum agil lernen und lehren. Dieses Mal mit Luuise im Gepäck. Samt einem Wimmelblatt über Bildungsstudien und mehr.

Luuise und mehr

 

„Ach was, diese unsäglichen Bildungsstudien“, wispert es genervt als Hintergrundgeräusch in vielen Lehrerzimmern, wenn es um Studien wie die von John Hattie geht. „Schon wieder wird eine neue Sau durch‘s Dorf getrieben. Dabei haben wir doch unsere altbewährten Rezepte.“ Weiterlesen „Luuise – oder – Hattie lässt grüßen“

Agil lernen – eine Sache der Haltung

Eine Sache der Haltung 2

Agil lernen wird oftmal völlig falsch als entspannte Gruppenarbeit abgetan. Das Gegenteil ist der Fall. Besucher/innen erzählen nach Hospitation bei Willy Wijnands in Alphen aan den Rijn, dass dessen Schüler/innen im ersten Jahr eduScrum-Praxis oft ziemlich stöhnen, weil jeder im Unterricht kontinuierlich arbeiten muss und sich nicht einfach berieseln lassen kann. Im zweiten Jahr haben sie sich daran gewöhnt und im dritten Jahr sind es eigentlich keine typischen Schüler/innen mehr. Sie kümmern sich selbstständig um ihre eigene Bildung. Willy schreibt dazu: „Ich gebe den Schülern Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess, aber vor allen Dingen: Vertrauen. Die Schüler übernehmen Verantwortung für das, was sie tun und ich gebe ihnen Freiheit und Raum. Das Resultat: die Schüler sind engagierter, produktiver und ihre Ergebnisse sind besser. Um es kurz zu machen: brillant!“

Heinz Bayer