QR-agil … unbürokratisch, kreativ, sofort

Im Moment kommen Hunderttausende ukrainische Schulkinder in Europa an.

Ursprünglich wollte ich aufbauend auf meinen letzten Blogbeitrag von der Weiterentwicklung der sprechenden Physikmagazine schreiben. Weil ich doch inzwischen noch die QR-Code-Möglichkeit eingesetzt habe und dann sehr einfach mit Hilfe von epubli.de auch Magazine ausdrucken lassen kann. Eigentlich eine Weiterbildungsidee für unsere Hochschule für agile Bildung in Zürich. Aber eigentlich auch direkt umsetzbar für ukrainische Schulkinder?

Denn ja, diese QR-Code-Technik kann jede:r ganz leicht einsetzen. Das funktioniert auch für Arbeitsblätter. Man kann Arbeitsblätter „zum Sprechen“ bringen und damit den Lernenden die Möglichkeit eröffnen, zeitlich unabhängig von der Lehrperson zu lernen. Und als Lehrperson bekommt man damit die Möglichkeit, leistungsstarke Schüler:innen mit agilen Ansätzen „von der Pädagogenleine“ zu lassen. Um sie später wieder als „Lehr-Assistent:innen“ einzubeziehen. Ich ziehe übrigens vor epubli den Hut, weil man einerseits schnell Hefte online und kostenlos als pdf zur Verfügung stellen, aber auch gleichzeitig denselben Inhalt „on demand“ als gedrucktes Magazin bzw Workbook bestellen kann. Mehr dazu unter aufeigenefaust.com/physik/

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Schule agil boostern – eine Handlungsanweisung

Vorgeplänkel

Ja stimmt, ich bin dieser alte Schulmeister und Pensionär des Forums agile Verwaltung, der inzwischen auch bei der frisch gegründeten Hochschule für agile Bildung gelandet ist. Ich habe das große Glück, noch immer ein wenig in Sachen Schulentwicklung gehört zu werden, ohne dass ich neue Ideen auch in der harten Realität überprüfen muss. 🙂 Ideen entwickeln, sie weiterreichen und manchmal sehen, welche Erfolge sie entwickeln können, ist eine sehr befriedigende Lebenssituation.

Split4WinWin

Wir hatten vor dreieinhalb Jahren ein verrücktes Angebot unseres Forums agil lernen und lehren in diesem Blog veröffentlicht. Das Gesamtpaket kam damals nicht zum Einsatz, aber Split4WinWin wurde danach an mehreren Schulen ausprobiert. Allerdings nur von Lehrpersonen, die sich sowieso schon mit agilen Unterrichtsformen auskannten. Denn die Idee war ohne diese Vorkenntnisse schwierig umzusetzen. Agilität in der Bildung ist in erster Linie eine Sache der Haltung zwischen Lehrenden und Lernenden. Deshalb ist die Lehrer:innenausbildung bei uns an der HfaB in Zürich auch ziemlich anders aufgestellt als üblich. Denn die richtige Haltung ist zwar eigentlich „simple, but not easy“ beschreibt es Prof. Dr. Christof Arn, einer der Gründer der Hochschule, wenn er über gute Bildung spricht. „Gute Bildung ist schlicht gute Zusammenarbeit. Zwischen Lehrenden und Lernenden.“ meint er.

Die eigene Haltung ändern, das weiß jeder von sich selbst, das ist ein echt hartes Geschäft. Eben not easy. 

Ich stelle Ihnen hier mal wieder eine schlaue agile Idee in den Raum.

Und es wäre schön, wenn Sie sich als Leser:in diese Idee merken könnten, um sie irgendwann im Gespräch mit einer Lehrerin oder einem Lehrer im Freundeskreis so ganz nebenbei einmal einzustreuen, um ein klein wenig eigene agile Schulentwicklung zu betreiben. 

Das sprechende Physikmagazin

Das Einstreuen geht etwa so: Sie sitzen bei Kaffee und Kuchen, und ein:e Freund:in am Tisch – Lehrer:in – klagt über die Belastungen von Schule, speziell in Coronazeiten.

Sie: „Sag mal, da fragt sich in einem Blog des Forums agile Verwaltung ein alter Schulmeister namens Otto Kraz (Physik und Mathe – Otto Kraz ist mein pädagogischer Künstlername), ob seine verrückte agile Unterrichtsidee auch für den ganz normalen Unterricht durchführbar wäre. Oberstufe Physik. Ohne dass man irgendeine Ahnung oder Ausbildung in agiler Didaktik gemacht hat.“ 

Wenn Ihr:e Gesprächspartner:in ein klein wenig positiv zuckt – man merkt sowas – geht das Gespräch etwa so weiter. „Also dieser Otto Kraz meint, alle bekannten physikalischen Schulbücher wären sowas wie abgedruckter Frontalunterricht. Ungeeignet, damit selbstständig forschenden Physikschüler:innen einen effektiven Rahmen zu geben. Agile Schulbücher müssten klar das Ziel definieren, aber eben nicht jeden Schritt des Wegs bis dorthin. Müssten viel Raum für eigene Ideen lassen. Für eigenes Experimentieren.“ 

Falls jetzt tatsächlich Staunen und weiteres Interesse entsteht, wäre ein Bild nicht schlecht.

Dieses Bild hat man „zufällig“ auf dem Smartphone abgespeichert und zückt es jetzt. „Schau mal, so in etwa stellt sich dieser alte Kraz das vor. Er experimentiert gerade selbst mit diesem Format. So ein Skript könnte aber jede Lehrperson für sich selbst entwickeln. Kraz meint, Lehrpersonen wären sowieso eher Individualisten. Er selbst war ja auch mal Schulmeister.“ 

Nicken auf der anderen Seite? Dann also weiter. 

„Und jetzt die Kraz‘sche These: Wenn man einer kleinen starken aktiven Gruppe im Physikunterricht das Kapitel 8 und 9 in Form eines sprechenden agilen Physikbüchleins in die Hand drückt und … 

„ Sprechend?“ wird Ihr Gegenüber sofort sagen. „Was ist das?“ – 

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Hybrid an der Schule

Oh ja, herzlich willkommen zurück im Präsenzunterricht des Schuljahres 2020/21. Willkommen in dieser fast wohligen Normalität. Dort, wo die Lehrenden wissen, wo es lang geht … sie kennen immerhin den Bildungsplan und ihr eigenes Fach … und die Lernenden lassen sich führen und das gemeinsame Ziel heißt, diesen Bildungsplan zu erfüllen und dafür Noten zu bekommen bzw. zu vergeben. Und alles wieder in der guten alten Analogwelt, in der die Digitalisierung nur noch im Verwenden des Aktivboards statt der Kreidetafel zu finden ist. Wenn es bei Ihren Kindern in der Schule inzwischen anders zugeht: Gratulation. Ich denke, es wird die Ausnahme sein.

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Hattie & agil for future

Ich erzähle hier für unsere Blog-Leser:innen diese unendliche Geschichte der Hattie-Studie wieder einmal ein Stück weiter. Denn die Studie wird ja ebenfalls kontinuierlich weitergeschrieben. Inzwischen  ist John Hattie mit seinem Team bei über 300 Faktoren aus 1600 Meta-Analysen angekommen. 

Schon 2013 mit damals über 800 Meta-Analysen, die auf über 50.000 Einzelstudien und rund 200 Millionen Lernende zurückgriffen, wirkt die in Deutschland viel bekanntere PISA-Studie mit rund 9 Millionen Lernenden doch sehr bescheiden.

Ich bin immer sehr gespannt, welche Erkenntnisse bei Hattie Jahr für Jahr hinzukommen … und stelle jedes Mal fest: Die tatsächlich wirkungsvollen Faktoren für gelingende Schule liegen einfach nicht bei Dingen wie Klassengröße oder geschickter Methodik. Sie liegen immer wieder dort, von dem die meisten von uns in ihrer eigenen Schulzeit sehr viel vermisst haben. Weil wir alle dachten, so wäre eben Schule. Nein, sage ich mal so flapsig vor mich hin, Schule könnte sich tatsächlich ändern. Darf es , sollte es, muss es.

Ich habe einige neue Zeichnungen für Sie dazu gekrazelt. Viel Spaß beim Betrachten der Visualisierungen und dem parallelen Vergleich mit Ihren eigenen Schulerfahrungen. Sie werden häufig ganz wild nicken. Behaupte ich.

Und ja, es geht bei Hattie immer „nur“ um Schule, aber damit um ein äußerst wichtiges und so wertvolles Stück Leben von jedem von uns. Wie wunderbar wäre es doch, wenn Schule nicht mehr ein dauerhaft nervenaufreibendes Reizthema in ungezählten Familien sein müsste. Und als so häufig nicht aufgearbeitetes kleines oder großes Trauma lebenslang weiterleben würde. Ein Leben ohne diese eigene kleine Ohnmacht, die aus vielen von uns kriecht – ohne dass wir es realisieren – wenn wir über Schule sprechen.

Dieses Bild soll vermitteln, wie man diese „Effektstärken“ in der Hattie-Studie ein wenig besser verstehen kann. Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären in einer Klasse „groß geworden“, wie sie im unteren Beispiel visualisiert ist. Denken Sie an das damit entstandene Selbstbewusstsein. Stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten mit Ihren Lehrer:innen zusammen Ihre eigene Bildung organisiert. Selbstbewusstsein hat eine extrem lange Lebensdauer, die Schulnoten überhaupt nicht. Oder würden Sie sagen, Ihre früheren Schulnoten hätten etwas mit Ihrer heutigen beruflichen Kompetenz zu tun? Solide Grundlagen legen – logisch. Notwendig. Noten als Wegweiser. Aber mehr?

Es tauchen immer mehr Faktoren in dieser weltweit größten Bildungsstudie auf. Die wirksamsten davon sollte man sich dringend genauer ansehen, wenn man Schule zukunftskompatibel verändern will. Bei Mediziner:innen käme übrigens niemand auf die Idee, wissenschaftliche Studien zu ignorieren und Patient:innen so zu behandeln, wie man das doch schon vor 30 Jahren erfolgreich gemacht hat. Keine Krankenkasse würde dafür bezahlen.

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Offener Brief an die oberste Bildungsbehörde von Baden-Württemberg

Sehr geehrte Frau Kultusministerin Theresa Schopper

Zur Zeit treibt mich eine Spiegel-online Schlagzeile um:

Als wir an unserem Gymnasium vor einem Vierteljahrhundert zeigten, dass wir zusammen mit Schüler:innen sehr viele außerunterrichtliche Projekte aus dem Boden wachsen lassen konnten, ohne dass zu jedem Projekt auch eine Lehrperson benötigt wurde, haben viele zuerst den Kopf geschüttelt, aber als das Konzept „Schülerschule“ von einer internationalen Jury zum dezentralen EXPO2000 Projekt gekürt wurde, hat sogar unsere damalige Kultusministerin Annette Schavan spontan die Schirmherrschaft übernommen.

Leider war die Idee, aktiven Schüler:innen so viel Vertrauen und Verantwortung
zu überlassen, ein Pflänzchen, das nur vereinzelt auch an anderen Schulen wachsen durfte. Meine heutige Einschätzung aus der zeitlichen Ferne: Wir hatten einen – heute würde ich sagen – agilen Direktor, der sehr oft den Mut bewiesen hatte, der Bildungsverwaltung unsere schulischen Erfolge entgegenzuhalten und viele Dinge zu ermöglichen, die damals eigentlich nicht möglich waren.

Tenor: Zulassen und vertrauen.
Und mit den Schüler:innen auf Augenhöhe zusammenarbeiten.


Denn: Lernende können sehr wohl auch Lehrende sein.

Das wäre aus meiner Sicht ein real umsetzbarer Lösungsansatz für das Aktionsprogramm der Bundesregierung „Aufholen nach Corona“.

Motto: Wir heben den an allen Schulen vorhandenen wertvollen Schatz des fachdidaktischen Erklärkompetenzschweifs. 😎😎 (Ich denke, jeder kennt aus seiner eigenen Schulzeit die Aussage des kleinen Filmchens. Wenn man gerade selbst den Aha-Effekt des Verstehens durchlaufen hat, dann können viele von uns Menschen als natürliche Lehrkraft sehr stark und effektiv erklären. Und da Schüler:innen ganz normale Menschen sind, nur eben junge – immerhin waren alle Leser:innen dieses Artikels selbst mal welche – liegt da ein riesiger Schatz begraben – leider mit Verfallsdatum)


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Agil unterrichten – konkret

Save the date – ein Tag an der Hochschule für agile Bildung in eZürich

Samstag 19. Juni – 9:30 Uhr bis 15:30 Uhr – 21 Fränkli Tagungsgebühr

Im Bildungsbereich stellt man sich immer wieder diese eine Frage: Wird Schule irgendwann „nach Corona“ wieder „normal“? Also etwa so: Die Lehrperson ist auf der Basis des Lehrplans für die Unterrichtsstunde gut vorbereitet und am Ende kann sie sagen: „Wunderbar. Heute habe ich meinen Stoff geschafft“. Und Schüler:innen in den analogen Schulbänken haben wieder dieses „normale“ Gefühl aus den früheren Zeiten.

Die Sehnsucht nach der „Normalität“ ist in Zeiten des Onlinelernens logischerweise groß. Allerdings muss man ehrlicherweise sagen, dass es bei den Lernenden meist nicht in erster Linie um schulische Inhalte geht, sondern um die aktuell fehlende soziale Vernetzung. Um das Menschsein eben. Tauchen wir zurück in die analoge Vergangenheit vor zwei Jahren und schauen auf die Gefühlswelten der Akteure im Fachunterricht und nur auf den Lernstoff bezogen, dann sieht die Visualisierung dazu doch oft etwa so aus:

Nun haben Schüler:innen in den letzten Monaten zwangsläufig lernen müssen, selbstständiger zu laufen als im vorigen Bild. Klar, das Feld zieht sich möglicherweise in Sachen Fachkompetenz mehr auseinander. (nächstes Bild) Aber in Sachen Selbstständigkeit und das „Sich auf sich selbst verlassen müssen“ haben alle zugelegt. Ob sie wollten oder nicht. Ich will die aktuelle Situation natürlich nicht beschönigen. Aber ich wünsche mir trotzdem dringend von Schule für die Generation meiner Enkel:innen, dass man die vielen in diesen Zeiten digital erworbenen Kompetenzen nicht einfach schnöde wieder zurücklässt. Die Schule der Zukunft muss hybrid gedacht werden. (Übrigens sollten auch Großeltern nach Corona hybrid altern und nicht ihre angehäufte Onlinekompetenz wieder über Bord werfen :-))

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Kleiner agiler Trost für Homeschooling-Parents


Ich weiß, dass das, was ich hier von mir gebe, aktuell ein schlecht einlösbares Trostpflaster für genervte und gestresste Eltern ist. Denn er lässt sich erst nach der Schulzeit eurer Kinder auf die aktuelle Wunde kleben

Ich stelle trotzdem folgende Behauptung auf: Entgegen den üblichen Aussagen, die man im Moment überwiegend zum Thema Homeschooling hört, lernen selbst Kinder, deren Lehrer:innen einen grottenschlechten Homeschooling-Job machen und deren Eltern wenig Unterstützung zu Hause geben können ziemlich vieles, das mit ihrer eigenen Zukunft zu tun hat. Nebenbei erwähnt: Es gibt viel mehr Lehrer:innen, die zur Zeit einen starken Homeschooling-Job machen – und damit ganz oft „notgedrungen“ agil arbeiten – als nicht so gute oder gar grottenschlechte. Leider merkt man das nicht so richtig in der öffentlichen Wahrnehmung.

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Hausmeisterei der Tagung Agilität und Bildung in eZürich

Von Daniela Lund und Heinz Bayer

Die agile Welt ist für so einen älteren Herren und Pensionär wie mich eine echte Herausforderung und gleichzeitig auch ein echter Jungbrunnen. Viel besser als Kreuzworträtsel lösen.

Ich erzähle einmal, wie es sich für mich als „technischer Hausmeister“ einer Onlineveranstaltung der besonderen Art anfühlte, für die wir hier im Blog an Weihnachten geworben hatten.

Da mir Daniela Lund vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg dankenswerterweise den vor der Veranstaltung geäußerten Wunsch erfüllt hat, eine kritische persönliche Rückmeldung von außen zu geben, flechte ich die Sicht des Tagungshausmeisters in das Feedback einer Teilnehmerin ein. Kommentiere also einen Kommentar aus einer anderen Perspektive.

Ich habe für dieses Schreibformat die Arbeit der 4 Hausmeister kursiv beschrieben. 😎 Ja ich muss hier anmerken, dass diese Veranstaltung meinen Ehrgeiz heftig herausgefordert hat. Mein persönliches Ziel: Ich wollte zeigen, dass Onlinetreffen sich sehr analog anfühlen können. Ich hatte für die Werbung das neue Format der 4 Hausmeister des Kongresszentrums erfunden, die alle Otto hießen. Na ja, Pensionäre besitzen eben Zeit als echtes Luxusgut. Außerdem bin ich inzwischen auch noch an der Hochschule für agile Bildung in Zürich angekommen. Da musste ich als Neuling schon mal zeigen, was ich mit 70 digital noch umsetzen kann. 😎😎 Heinz Bayer

Feedback für die Hausmeisterei der Tagung Agilität & Bildung in eZürich

bevor es losgeht …

Heinz Bayer schickt Mails mit allen Infos. Er benutzt dabei eine Sprache, die mir gefällt. Ich fühle mich eingeladen. Ich gehöre dazu.  Es fühlt sich persönlich an. Mein Versehen, mich mit einer falschen E-Mailadresse anzumelden, behebt er unkompliziert und ebenfalls persönlich. Alles ist sehr gut organisiert. Besonders ansprechend fand ich die Einladung, sich ein schönes Konferenzcatering zuzubereiten. Vielleicht hat das damit zu tun, dass ich früher mal Hotelfachfrau gelernt habe und mir das Drumherum in einer Veranstaltung immer sehr wichtig ist. Ich stehe also rechtzeitig auf, ziehe mir Konferenzklamotten an und bereite mir eine Tagungsverpflegung auf 5*-Niveau zu. Vorfreude!

Man stelle sich das einfach so vor. Unser Kopf ist in der Lage, sich in Situationen hineinzuträumen, die uns dann wirklich und dreidimensional vorkommen, obwohl sie nur im Kopf existieren. Wenn man einen Bildschirm als zweidimensionale Austauschplattform, aber seinen Schreibtisch mit gutem Essen und Trinken als wichtige 3. Dimension ansieht, dann kann aus einer scheinbar rein informellen Veranstaltung im Kopf ein echtes Lebensgefühl werden. Umgekehrt kennt jeder analoge Konferenzen, die dem Kopf völlig eindimensional vorkommen.

These: Gute Online-Konferenzen gehören also gut mental umsorgt.

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Die Wurmloch-Strategie

Liebe Leser&innen

Heute nur kurz etwas aus unserer Bildungsecke. Ich mache aus aktuellem Anlass einmal Werbung für ein Buch. Thema: Hybridunterricht. Halb Präsenz, halb digital. https://visual-books.com/hybrid-unterricht-101/Das gibt es als freies eBook und auch als gedrucktes Buch. Wenn man im Moment so manchen Kultusbehörden zuschaut, bemerkt man die große Hilflosigkeit. Präsenzunterricht, Wechselunterricht. Au Backe. Man sollte sie dringend agil beraten. Anfang nächsten Jahres wird im selben Verlag das Buch „Agilität und Bildung“ erscheinen. Ich werde dann an dieser Stelle darüber berichten. Mein eigener Beitrag dort: Die Wurmloch-Strategie. 🙂 Ein kleiner Vorgeschmack in Form eines Bildchens. Die Grundidee: Wenn sich Schüler&innen zu selbstständigen agilen Warp-Teams zusammenschließen dürften, dann wären erstaunliche Dinge möglich. 🙂

Bleiben Sie gesund

Ihr Otto Kraz (alias Heinz Bayer)

Der didaktische Zwilling, die kollaborative Improvisation und der Ereignishorizont der Motivation.

Kollaborative Improvisation

Ja, wer schon mal was von mir gelesen hat, der kennt meine Vorlieben für Neuwortkonstruktionen. Gemeinsam mit seinen Schüler/innen zu improvisieren, wie man trotz Corona zusammen einen guten Schuljob macht … das passiert an Schulen zur Zeit immer häufiger … meist wird es aber als reine Notlösung angesehen, um möglichst schnell zur klaren Plandidaktik zurückzukehren. Dabei steckt riesig viel Potenzial in der Idee, Schüler/innen mit ins Unterrichtsorganisationsboot zu holen.

Improvisation folgt einem klaren Muster, einem roten Faden .. im Falle des Unterrichts dem Lehrplan. Aber die Ausführung selbst ist natürlich nicht vorausgeplant. Agile Didaktik heißt: Lehrende entwickeln sie zusammen mit den Lernenden. Der Sinn? Mehr Sinn! Also für die Lernenden mehr Einbeziehung in den Unterrichtsablauf, um den Sinn herauszukitzeln. Der hinter dem Lehrplan steckt. Warum? Um gute Ergebnisse für alle zu erreichen. Mit viel Gefühl für den Sinn der Veranstaltung namens Schule. (Eigentlich sollte es Lehrpläne geben, die speziell für Schüler/innen gut lesbar sind. Finde ich.)

Didaktik mit den Lernenden entwickeln? Ich höre die Zweifler laut rufen.

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