Was tut die Verwaltung für das 1,5-Grad-Ziel?
Wird es auf Bundes- oder europäischer Ebene einen echten Plan geben, mit dem die globale Erwärmung unter 1,5 Grad gehalten werden kann? Ich bin skeptisch. Aber es gibt eine Gruppe von Verwaltungen, die viel dafür tun, notgedrungen.
Wir erleben gerade, wie schwierig es ist, Klimaschutz in der Tagespolitik zu verankern. Bundespolitiker spielen hier aus meiner Sicht Stadt- gegen Landbevölkerung gegeneinander aus. Das Problem wird am Ende auf die individuelle Ebene verlagert. Soll doch jeder selbst entscheiden, was er gegen den Klimawandel tut.
C40 – Städte für das 1,5-Grad-Ziel
Aber es gibt Hoffnung. Bis zum Jahr 2050 werden wahrscheinlich mehr als 2/3 der Menschen in Städten leben.

Und von den Städten gehen Impulse aus. Die Städte werden die größten Probleme haben, wenn sich die Klimasituation verschlechtert. Deswegen haben sich seit dem Jahr 2005 Städte in der C40-Gruppe zusammengetan, um sich auf die Zukunft vorzubereiten. (Der offizielle Name lautet C40 Cities Climate Leadership Group.)
Die Gruppe hat im März 2023 ihren Jahresbericht veröffentlicht. 3/4 der in C40 zusammen geschlossenen Städten reduzieren ihre Emissionen schneller als die nationalen Regierungen. Dei Bürgermeister:innen der C40-Gruppe grenzen sich als „Doers“ von den „Delayers“ auf der nationalen Ebene ab.
Im letzten Jahr haben sich der Vertreter:innen in Buenos Aires getroffen, um ihre Erfolge zu feiern und um die nächsten Schritte zu besprechen. Ein Mitschnitt des Livestreams gibt es bei YouTube.
Warum tun diese Städte das? Weil sie als erste und am stärksten von den Auswirkungen der Erderwärmung betroffen sind. Deutsche Städte in der C40-Gruppe sind übrigens Berlin und Heidelberg.
Das Weltparlament der Bürgermeister:innen
Dann gibt es eine weitere, interessante Vereinigung von Städten. Im Jahr 2016 wurde The Global Parliament of Mayors gegründet. Die Bürgermeister:innen dieser Gruppe setzen sich für ein Mitspracherecht der Städte auf verschiedenen Ebenen ein.
Das GPM hat eine Roadmap für 2023-2024 veröffentlicht. In der Einleitung heißt es: „Wir müssen unsere Städte befähigen, die Demokratie zu verteidigen und eine nachhaltige Zukunft aufbauen.“
Aus dieser Gruppe hat sich ähnlich der G7 ein Städtenetzwerk Urban 7 (U7) gebildet. U7 setzt sich dafür ein, bei G7-Gipfeln einbezogen zu werden.
Übrigens ist auch die Stadt Mannheim im Weltparlament der Bürgermeister vertreten.
Beispiele für Aktivitäten
Auf den Nachrichtenseiten der C40 und des GPM wird regelmäßig über neue Aktivitäten berichtet.
- Die C40-Gruppe koordiniert gerade Aktivitäten für grüne, lebendige Nachbarschaften. Die Städte helfen sich gegenseitig mit technischer Unterstüzung, Erfahrungen und der Finanzierung von Projekten.
- Es gibt eine Initiative von Bloomberg Philanthropies , dem Clean Air Fund und C40 Cities, mit der Luftverschmutzung in den großen Städten reduziert werden soll. Auch hier geht es um Geld (30 Mio. US Dollar), Luftqualitätsdaten, gemeinschaftliches Engagement und Kapazitätsaufbau.
- Im März 2023 haben über 200 Bürgermeister eine Erklärung zur Förderung von Demokratie abgegeben.
- Das World Resources Institute fördert die Arbeit in den Städten durch verschiedene Programme und das Bereitstellen von Daten.
Die Arbeit ist also eine Mischung aus politscher Arbeit, um für die Themen zu werben, die die Zukunft der Städte sichert, und praktischer Unterstützung.
