OER, Hattie und agil lernen und lehren

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Das Schöne am agilen Arbeiten ist, dass man sich oftmals einfach in die richtige Richtung mit einem klaren Ziel treiben lassen kann, ohne die einzelnen Schritte vorher genau zu kennen. Das Ziel unseres Forums agil lernen und lehren  – einem Unterforum des FAV – ist es, agiles Denken, Handeln und agile Haltung unter die Menschen zu bringen, weil wir glauben, dass es den lehrenden Menschen und damit auch den lernenden Menschen sehr gut tut und nebenbei ein sehr effektiver Ansatz ist.

Und weil es natürlich uns selbst gut tut, sich über zeitgemäße Bildung auszutauschen. (Übrigens höchste Effektstärke bei Hattie – siehe Spitze der oberen Hattie-Rakete)

Der Langzeitplan für unseren FAV Blog ist schon lange ausgefüllt. Allerdings steht dort nur, wer schreibt und nicht, wer was schreibt.

Es ist Mittwoch Abend und morgen früh erscheint mein Blogbeitrag, den Sie jetzt gerade lesen. Im Moment beschäftige ich mich viel mit dem Thema Open Educational Resources und werde deshalb einmal versuchen, Ihnen aus meiner Sicht als ehemaliger Lehrer, Luuise-Coach mit Hattie-Affinität und einem Hang zu agilem Denken mit einer Visualisierung die Bedeutung von OER anhand der Hattie Effektstärken zu erläutern. Offen zugängliche freie Bildungsmaterialien im Internet ohne Copyright und Plattformen, die den Austausch unterstützen, sind in Zeiten der Digitalisierung natürlich angesagt. Die Entwicklung steht am Anfang. Noch regieren Schulbücher unsere Schulen.

Wenn Sie zu der aktuellen Hattie-Studie mehr wissen wollen, ich habe die wichtigsten Faktoren schon früher einmal genauer unter die Lupe genommen. Hattie sichtbar machen.  Dass ich über ein paar persönliche und praktische Erfahrungen mit Open Educational Resources verfüge, können Sie in der Physikabteilung unserer Laborschule in Weit im Winkl sehen.

Nun habe ich für diesen Beitrag in der neuesten Hattie-Studie nachgeschaut, welche Effektstärken für die Faktoren auftauchen, die man direkt OER zuordnen kann. Und das sieht im ersten Moment ziemlich vernichtend aus. (Skizze am Baum unten und hier im Original 2018). Sehr bescheidene Effektstärken, wie Sie sehen. Und dabei hatte ich damals meine eigene Open Educational Projekte als sehr effektiv und erfolgreich erlebt. Meine Schüler/innen übrigens auch. Wären es nicht meine letzten beiden Jahre vor der Pensionierung gewesen, in denen ich angefangen habe, selbst OER-Material in Physik hochzuladen, wäre ich garantiert heute mehr denn je dabei, weil ich viel individueller und agiler arbeiten konnte.

Dann hat also Hattie doch nicht recht?

Wenn ich mich daran erinnere, wie und wo ich damals meine kleinen selbstgestrickten Lehrfilmchen in meinem eigenen Unterricht eingesetzt habe, dann wird natürlich trotzdem ein richtiger Schuh draus. Wir waren im Team von Kollegen unterwegs, hatten damals viel über unseren Einsatz offener Lehrmaterialien diskutiert und reflektiert und viele unserer didaktischen und pädagogischen Überlegungen befanden sich im Bereich der hohen Effektstärken. (Hattie-Rakete) Der Einsatz der Filme und die grundsätzlichen Vorteile waren für die Schüler/innen immer transparent. Feedback war an der Tagesordnung. Ich wollte ja wissen, was gut funktioniert und was nicht. Hattie und meine eigene damalige Praxiserfahrung passen also für mich heute trotzdem sehr gut zusammen … Ich bin ja auch nicht umsonst bei den Luuisianern gelandet. 🙂

Fazit: Starke Lernmaterialien, die man als Lernender und als Lehrender frei zugänglich bekommen und damit eine individuelle Auswahl treffen kann, sind großartig, wenn …

… man gleichzeitig auf die starken Hattie-Faktoren (Raketenbild) setzt, denn dann werden sie sozusagen geadelt.

Ihre ganz eigenen Schlüsse können Sie sicher aus dem oberen Kraz’schen Wimmelbild zu Hattie ziehen. Zum Beispiel One-to-one-Laptops … jeder Schülerin, jedem Schüler sein Laptop … Effektstärke 0,16. Ja klar, wer meint, allein schon mit der technischen Ausstattung von Schulen, der richtigen Software und guten digitalen Materialien würde Unterricht zeitgemäß, der hat leider keine Ahnung von Schule und Lernen. Aber Laptops für alle, gute Internetanbindung verknüpft mit zeitgemäßem Unterricht samt agiler Haltung, gutem kollegialen Austausch  und der Hattie-Rakete im Hinterkopf … da geht natürlich heftig die Post in Richtung Zukunft ab.

Und in der Zukunft der Bildung wird OER auch eine äußerst wichtige Bedeutung haben.

Heinz Bayer

 

 

Autor: Heinz Bayer

Laborschule Weit im Winkl - www.aufeigenefaust.com

Ein Gedanke zu „OER, Hattie und agil lernen und lehren“

  1. Lieber Heinz,
    Du bringst es auf den Punkt. Danke. Es muss eben beides zusammen kommen. Was ist ein guter Koch schon mit stumpfem Messer? Und was bringt ein scharfes Messer einem schlechten Koch? Aber wenn ein guter Koch ein scharfes Messer in die Hand nimmt, dann wird es lecker! Oder dann „geht natürlich heftig die Post in Richtung Zukunft ab“!

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