Agile Arbeitsformen im nicht-agilen Umfeld – Aus Versehen agil gewesen…..?!!?!

Nicht immer muss man ‚agil‘ einführen – zuweilen schleicht sich agiles Handeln von selbst ein.

Das Ganze in den Blick nehmen, crossfunktionale verantwortliche Teams bilden und darin Anspruchsgruppen einbeziehen. Mit überschaubaren Änderungen und lebensfähigen Teilergebnissen experimentieren, regelmässiges Feedback von innen und aussen einholen und so das System immer angemessener machen. 

Ungefähr so haben wir im Forum Agile Verwaltung versucht, auf Fragen wie „Was ist denn agil?“ einzugehen und agiles Handeln für ein Umfeld wie eine öffentliche Verwaltung kurz zu fassen.

Es war einmal in einer vor-agilen Zeit …

Vor vielen Jahren habe ich in der Lehrerinnen- und Lehrerweiterbildung gearbeitet. Eine besondere Kundschaft für Weiterbildungsangebote, selbst bildend tätig. Viele Vorbehalte oder Schwierigkeiten dabei sind aber durchaus nicht nur berufsspezifisch für diese eine Profession….

Oft ist Weiterbildung sehr punktuell –
„Es gibt so viele Brennpunkte, wie soll Weiterbildung zu EINEM Thema etwas bewirken können …?“

Für Menschen, die tagtäglich andere bilden (oder führen?), Bildungsangebote zu machen, hat Tücken:
„Ich bin Lehrer, nicht Schüler, ich sitze nicht gut in der Schulbank, mein Platz ist das Pult.“

„Für die 15%, die ich aus dem Kurs vielleicht brauchen könnte, muss ich 85% Bekanntes oder Irrelevantes absitzen…“

„Was die da vorne erzählen, kann nicht so toll sein, sonst wären wir da auch schon drauf gekommen.“

Und oft auch die Einschätzung:
„Ich weiss aus langer Erfahrung, wie Schule funktioniert – nämlich anders als andere Organisationen und Betriebe. Das kann man nicht vergleichen.“

Das Ganze in den Blick nehmen, cross-funktionale verantwortliche Teams bilden und darin Anspruchsgruppen einbeziehen. Mit überschaubaren Änderungen und lebensfähigen Teilergebnissen experimentieren, regelmässiges Feedback von innen und aussen einholen und so das System immer angemessener machen.

Ich bin ein Produkt des deutschen Bildungssystems, arbeitete weiterbildend in einer schweizer Schulbehörde und war damals Mutter einer französischen Tochter in einer französischen Schule.

Alle anders, aber alle Schulsysteme. Verschiedene, teilweise sich widersprechende Bildungsziele, unterschiedliche Ausstattung und Möglichkeiten, gleiche Zielgruppen, ein Beruf. Und erstaunlich viele gleiche Themen und Problemzonen.

weiterbildungWir haben eine sogenannte Drehscheibe gegründet, le Pont Tournant. Schuleitende und Lehrerinnen und Lehrer aus allen drei Ländern und aller Schulstufen waren eingeladen. Hauptinhalt: Austausch. Storytelling. Das eigene System formulieren müssen, damit die anderen es verstehen können. Regelmässig alle paar Wochen. Den anderen zuhören, Feedback auf Problemlösungsansätze bekommen, Erfahrungen aus anderen Blickwinkeln mitnehmen. Am Ende der Treffen mit einer gemeinsamen Idee zu einem konkreten Aspekt der Lehrtätigkeit oder der Schulorganisation wieder zurück in die eigene Schule und ausprobieren. Beim nächsten Mal berichten und weiterbauen, wo sich aus der Anwendung neue Ideen und Erkenntnisse ergaben. Konkurrenzfrei, weil ja die anderen nicht aus der Schule im Nachbarort kamen -> „wenn die Idee so toll wäre, wären wir selber darauf gekommen…“, sondern aus einem ganz fremden, anders aufgebauten Bildungswesen. Ungefährlich. Die eigene Situation beschreiben und im Vergleich zu den anderen reflektieren -> „Ich weiss aus langer Erfahrung, wie MEINE Schule funktioniert …“.

Das Ganze in den Blick nehmen, cross-funktionale verantwortliche Teams bilden und darin Anspruchsgruppen einbeziehen. Mit überschaubaren Änderungen und lebensfähigen Teilergebnissen experimentieren, regelmässiges Feedback von innen und aussen einholen und so das System immer angemessener machen. 

Keine Kursleitung, niemand, der das Curriculum setzt und dann weiss wie es geht – und dennoch viele adaptive praktische Resultate und „produktbezogene“ Anregungen für das eigene schulische Handeln.

Fast als wäre es agile Absicht gewesen….

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Nachgedanke: Ein bisschen so stelle ich mir auch unser Konferenz am 10. Februar 2017 vor . Beschreiben, formulieren, erfahren, zusammen entdecken und gemeinsam denken….. Die Idee und das Programm finden Interessierte hier …..

aufnahme18

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