Aus der agilen Methodenkiste: Speed Estimation – 150 Stories in weniger als zwei Stunden abschätzen

SCRUM – Gewusel im Football (Foto: Quelle Pixabay)

Ich möchte in meine Rolle als Produktmanager und Scrum Product Owner eine Methode vorstellen, die wir mit Erfolg ausprobiert haben, um im Team die für das nächste Jahr umzusetzenden Stories des Backlogs abzuschätzen. Die Schätzung hilft, den ungefähren Ferstigstellungszeitpunkt auf Basis der Team-Geschwindigkeit errechnen zu können. Diese Methode ist zwar im Kontext der Software-Entwicklung angewandt worden, sie sollte aber in allen anderen Kontexten genauso gut funktionieren.

Zum Hintergrund

Wir hatten vor zweieinhalb Jahren begonnen, einen neuen Browser-basierten Client für unser Enterprise Management System zu entwickeln. Welche Funktionen in diesem Client zur Verfügung stehen sollten, war offensichtlich: er sollte möglichst das können, war schon mit dem alten Client verfügbar war.

Allerdings war ein neues Team zusammengestellt worden, das auf Basis neuer Technologie entwickelt werden sollte. Und so war das Wissen um die Funktionen bei den meisten Teammitgliedern entweder kaum oder doch eingeschränkt vorhanden war. Denn auch die Zusammenstellung des Teams war neu: Es waren sowohl Entwickler für die Oberfläche als auch für die Service-Infrastruktur dabei. Und so war meist nur ein gewisser Ausschnitt der Funktionen bekannt. Weiterlesen „Aus der agilen Methodenkiste: Speed Estimation – 150 Stories in weniger als zwei Stunden abschätzen“

„Was ist Holacracy?“ – eine Annäherung

Foto: pixelio.de – Klaus Klingberg

Ich hatte vor einiger Zeit den Artikel Soziokratie in Gemeinschaft – Beispiel Lost Valley veröffentlicht und möchte nun eine weitere Organisationsform vorstellen, die in großen Teilen darauf basiert. Inzwischen gab es einen kleinen Hype darum, siehe. Teile dieses Managementsystems sind auch für öffentliche Einrichtungen interessant. Dieses Mal schreibe ich nicht selbst, sondern sage Danke an Dennis Wittrock, der mir erlaubt hat, seinen Einführungsartikel hier auch zu veröffentlichen:

„Was ist Holacracy?“ – eine Annäherung

Holacracy ist eine neuartige soziale Technologie für Organisationen. Sie stellt einen enormen evolutionären Sprung dar, jenseits von bekannten und selbst progressiven Ansätzen von Organisation. Sie ist ein Update für das grundlegende Organisations-Betriebssystem im 21. Jahrhundert – eine konkrete Praxis, die alle Anwendungsmöglichkeiten und organisationellen “Apps” von Organisationen berührt. Die Holacracy-Praxis ist keine bloße Theorie, sondern selber das Ergebnis eines gezielten evolutionären Selektionsprozesses, gespeist aus vielerlei Quellen und Inspirationen, bewährten und bekannten Best-Practices für Business und Organisation, pionierhaft im Versuch-und-Irrtum Verfahren destilliert und entwickelt von HolacracyOne. Holacracy ist ein Exemplar eines vollkommen neuen organisationellen Paradigmas, basierend auf den Prinzipien

  • der zweckgetriebenen, evolutionären Organisation,
  • der dynamischen Steuerung,
  • der systematischen Prozessierung von Spannungen,
  • des iterativen organisationellen Lernens,
  • der integrativen Entscheidungsfindung,
  • des Non-Dominance-Leaderships,
  • der Distribution von Autorität und Leadership durch den Governance-Prozess
  • der fraktalen Selbstorganisation der organisationellen Hierarchie (Holarchie)

Zweckgetriebene, evolutionäre Organisation

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Vom Wissenshunger, der Unkonferenz und dem Unternehmens-Meetup als Werkzeuge des #NewWork

Bastian Wilkat hat sich schon zu Studienzeiten für die neuen Formen des Arbeitens begeistert und darüber geschrieben. Inzwischen, mit ein paar Jahren Berufspraxis, ist er Herausgeber des The New Worker. Und hier fand ich gerade einen Artikel von ihm, dessen Inhalte auch auf dem Blog des Forum Agile Verwealtung interessieren dürften. So bat ich um die Erlaubnis, die besprochenen 3 erprobten Ideen für ’neues Machen in konservativen Unternehmensstrukturen‘ auch hier nochmals zu posten. Dann also …

Bastian Wilkat – u.a. Herausgeber des ‚The New Worker‘

Eine Frage, die Bastian immer wieder hörte, wenn es um neue Ansätze von Arbeitsorganisation geht: “Wie soll das bei uns gehen? Wir sind zu groß (zu alt, zu konservativ, denken zu eng…)”.

Die Fragen klängen so, als ob New Work ein Ziel oder Selbstzweck sei. Dem wäre natürlich nicht so. Hinter dem Klapperbegriff verbergen sich je nach Überzeugung konkrete Methoden, Organisationskonzepte oder eine Sichtweise.

So hatte er sich Gedanken gemacht, was an “New Work” auch in „alten Strukturen“ möglich wäre. Wenn New Work verstanden wird als: Etwas besser machen, besonders beim Wissensaustausch- und in Vernetzungsformaten von Kollegen/innen untereinander.

Die drei folgenden Ideen ließen sich selbstorganisiert durchführen, bieten aber auch viele Ansätze für die Zusammenarbeit mit internen Sponsoren (Empfehlung!). Weiterlesen „Vom Wissenshunger, der Unkonferenz und dem Unternehmens-Meetup als Werkzeuge des #NewWork“

Keine Agilität ohne Intuition

Bild: Dr. Andreas Zeuch

Dr. Andreas Zeuch hat 2010 das Buchs Feel it!: So viel Intuition verträgt Ihr Unternehmen herrausgebracht,  und das ist immer noch aktuell. Ich schrieb dazu diese Passage in einer Rezension:

agiles Geschäftsprozessmanagement über intuitive Improvisation …

… so habe ich schon einmal selbst gepostet, da ich den Bezug zum Geschäftsprozessmanagement, meinem Steckenpferd seit 1992, schon zur Hälfte des Buches erkannt hatte. Womit auch schon klar ist, an wen sich dieses Buch richtet: an Alle, die im Geschäftsleben zu lenken, zu entscheiden haben. Aber auch an alle, die merken, dass unsere Arbeitsphilosophie auf andere Füße gestellt werden muss, wollen wir raus aus dem Tal der lethargischen Mitarbeiterschaft und das Potential selbstlernender Organisation und innovativer Mitarbeiter heben. (Quelle)

Wenig später habe ich Andreas näher kennengelernt und mit ihm und Anderen den Blog „Initiative Wirtschaftsdemokratie“ initiiert. Seitdem hat mich das Thema Intuition nicht mehr losgelassen, und so folgte auch zügig einer weiterer Artikel: Wie trifft man gute Entscheidungen? Ratio versus Intuition … . In diesem Artikel ging ich auf einen hörenswerten Vortrag von Prof. Gigerenzer, dem Weiterlesen „Keine Agilität ohne Intuition“

Nachlese zum Kongress „Agile Verwaltung 2017“

Die Initiatoren des Forums Agile Verwaltung möchten sich bei den 42 Teilnehmern und den Vortragenden unseres ersten Kongresses bedanken, denn ohne ihre aktive Beteiligung wäre das Alles Nichts gewesen. (Die Zahl 42 ist für das Team übrigens ein running gag gewesen: die Antwort auf Alles)

Während des Intros, die Initiaroren des Forums Agile Verwaltung - von link: Veronika Lévesque, Cornelia Vonhof, Wolf Steinbrecher, Martin Bartonitz und Thomas Michl
Während des Intros, die Initiaroren des Forums Agile Verwaltung – von links: Veronika Lévesque, Cornelia Vonhof, Wolf Steinbrecher, Martin Bartonitz und Thomas Michl

Wir würden gerne mit Ihnen / Euch, den Teilnehmern, eines der Rituale der agilen Methodik hier und jetzt nutzen und zum Mitmachen einladen:

Die Retrospektive Weiterlesen „Nachlese zum Kongress „Agile Verwaltung 2017““

New Work – geht das auch in der Verwaltung?

Mark Poppenborg, Mitinitiator des Netzwerks intrinsify.me!
Mark Poppenborg, Mitinitiator des Netzwerks intrinsify.me!

Wir sprechen auf unserem Blog über Agilität in den Organisation und über agile Methoden, die hier das Arbeiten in Teams unterstützen, aber auch über eine andere Haltung beim Arbeiten. Manche sprechen von auf #AUGENHÖHE miteinander umgehen (siehe). Es gibt inzwichen einen weiteren Begriff, unter dem dieses andere Arbeiten geführt wird: New Work (#NewWork). Der von mir sehr geschätzte Mark Poppenborg, Mitinitiator des Netzwerks intrinsify.me!, in dem sich so genannte Stypes (= Selbstbestimmte Typen) regelmäßig zum Erfahrungsaustausch treffen (sehr zu empfehlen!), hat nun einen Artikel zur Klärung des Begriffs gegeben.

Da ich der Meinung bin, dass auch für die öffentliche Verwaltung diese  andere Haltung des Miteinanders während der Arbeit für alle Beteiligten sehr förderlich ist – man lese nur den Artikel von Thomas Michl hier auf dem Blog: Scrum und Bürgerschaftliches Engagement: Der Anfang eines Gedankenspiels – möchte ich kurz die beiden letzten Aspekte des Artikels von Herrn Poppenborg hier vorstellen: Weiterlesen „New Work – geht das auch in der Verwaltung?“

Wenn agile Methoden die Prüfung in der Familie bestehen …

SCRUM: Gewusel im Football (Foto: Quelle Pixabay)

… sollten sie dann nicht generell angewandt werden können, also auch im öffentlichen Dienst?

Ich hatte vor 8 Jahren das erste Mal erleben dürfen, was es mit Menschen macht, wenn sie im Arbeitsprozess mehr in die Selbstbestimmung kommen. Die Firma, in der ich damals arbeitete, hatte entschieden, dass der gesamte Entwicklungsprozess der Software umgekrempelt werden solle. Anstatt Arbeitsaufträge bis ins Detail von einem Experten vorzudenken und einem Entwickler überzuhelfen, sollte nun ein Product Owner nur noch die funktionalen Anforderungen formulieren und mit dem Team verhandeln, wie viel von dem priorisierten Backlog = Arbeitsstapel in den nächsten 3 Wochen versprochen fertigstellt werden kann. Das WIE der technischen Umsetzung lag also allein beim Team, das sich selbst organisierte und nur von einem SCRUM Master unterstützt wurde, der für die Einhaltung der Rituale und das Beseitigen von Arbeitsbehinderungen zuständig war. Nur, wenn unterwegs noch Unklarheiten aufkamen, wurde mit mir als Product Owner nochmals Rücksprache gehalten. Am Ende habe ich mir Weiterlesen „Wenn agile Methoden die Prüfung in der Familie bestehen …“