Wenn das Organisationsmodell von Buurtzorg dem Dalai Lama gefällt …

Bild: Während eines Workshop auf dem Kongress „Agile Verwaltung 2017“

Standing Ovation, für Frederic Laloux, Autor des Buchs Reinventing Organizations: Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit, für seine 20-minutige Erklärung vor seiner Heiligkeit, dem Dalai Lama, darüber, welche Transformation gerade in unseren Unternehmen stattfinden.

Die Kernaussage:  Es gibt einen Paradigmenwechsel. War es vorher noch das Bild einer Maschine mit Planung und Kontrolle, so sehen sich Organisationen heute zunehmend als lebendiger Organismus, der einem schelle Wandel effektiv folgen kann. Dabei sieht Frederic drei wesentliche Dinge, die anders sind: Weiterlesen „Wenn das Organisationsmodell von Buurtzorg dem Dalai Lama gefällt …“

Schlechte Menschen – gute Menschen: die X-Y-Theorie

Foto: extrinsisches Motivieren (Wikipedia)

Wer die Menschen behandelt, wie sie sind, macht sie schlechter.
Wer sie aber behandelt, wie sie sein könnten, macht sie besser.

Johann Wolfgang von Goethe

Wir lesen hier auf dem Block immer wieder davon, dass Agil-sein primär etwas mit Haltung, also der Einstellung zu anderen Menschen hat. Gunter Dueck machte mir diesen Fakt das erst Mal in seinem Buch Abschied vom Homo Oeconomicus: Warum wir eine neue ökonomische Vernunft brauchen mit einem Blick auf die Aufs und Abs in unserer Wirtschaft  klar: Weiterlesen „Schlechte Menschen – gute Menschen: die X-Y-Theorie“

Rezension: Wie sich Menschen organisieren, wenn ihnen keiner sagt, was sie tun sollen

Bild: Logo im Twitter-Account von Lars Vollmer

Ich folge den Artikeln und Büchern des Unternehmers und Organisationsberaters Lars Vollmer schon länger, und habe auch einige Mal die von seinem mitinitiierten Netz intrinsify.me veranstalteten, sehr inspirierenden ‚Wevents‘ des Gedankenaustausches rund um Arbeitsorganisation besucht. Er hat vor ein paar Tagen sein neuestes Buch veröffentlicht, das quasi eine Ergänzung zu seinem vorherigen  Zurück an die Arbeit ist, und es genauso in sich hat, und das ich  gerne weiterempfehlen möchte.

Schon der Titel wird Viele irritieren, vermutlich sogar provozieren, besonders wenn sie sich bisher in der ausfüllenden Rolle des dirigierenden, alles kontrollierenden Chefs sehen. Mich selbst hat der Titel sehr angesprochen, reicht er doch viel Spielraum zur Entfaltung an, der Möglichkeit, sich berufen zu fühlen, seiner Bestimmung folgen zu können, oder ganz einfach, sich so einbringen zu können, dass es wie ein Spiel wird. Weiterlesen „Rezension: Wie sich Menschen organisieren, wenn ihnen keiner sagt, was sie tun sollen“

Agile Transformation: Persönlichkeitscheck

Sind sie mit Führungsaufgaben betraut und überlegen sich, ob sich der Einstieg in agile Methoden in ihrem Verantwortungsbereich lohnen könnte? Hier ist ein zusammengefasster Faktencheck, ob Sie diesen Weg gehen oder besser vermeiden sollten. Etwas ausführlicher können Sie sich im Original auf der Web-Seite von Roloff & Schumacher informieren. Wenn diese Punkte auf Sie zutreffen, lassen Sie besser die Finger weg, so die Empfehlung von Hans Jörg Schumacher:

1. Eine fehlende „Kultur des Vertrauens“

Ich vertraue meinen Mitarbeitern nicht – sie sind weder motiviert noch kompetent genug – und Kontrolle ist der einzige Weg, die Produktivität zu sichern.

2. Massenproduktion

In unserem Unternehmen produzieren wir nur Massenprodukte und erledigen Routineaufgaben für einen stabilen Markt.

3. Direktionaler Führungsstil / Management by Command and Control

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AUGENHÖHEmachtSchule – über ein förderungswürdiges Filmprojekt

Bild: Logo von AUGENHÖHE

Dass ein Arbeiten in komplexen und dynamischen Umgeben am besten gelingt, wenn die Involvierten auf Augenhöhe miteinander agieren, und es weniger gut in starren hierarchischen Befehlsstrukturen passt, das ist ein wesentlicher Schwerpunkt der Themen hier auf dem Blog. Dabei geht es im Wesentlichen um die innere Haltung. Bleibt die Frage, wie diese entwickelt oder gebildet wird. Und schon sind wir in den jungen Jahren eines Menschen, sprich der Zeit der Schule. Dazu möchte ich einen inspirierenden Text, den ich aus dem intrinsify.me-Netzwerk erhalten habe, zitieren:

Stelle Dir vor, Du wärst noch einmal 6 Jahre alt und könntest Dich im Hinblick auf Deine heutigen Herausforderungen in der Neuen Wirtschaft zwischen zwei Schulen entscheiden.

Die eine Schule heißt Procrustes. Dort sitzt Du täglich 5-7 Stunden auf einem Stuhl, durchläufst einen Standardlehrplan, der nichts mit Deinen Interessen zu tun hat, lernst für Klausuren und nicht fürs Leben und wirst ermahnt, wann immer Du eine kritische Grundsatzfrage stellst.

Die andere Schule heißt Kairos. Dort lernst Du mit Mitschülern unterschiedlichsten Alters in Form von Projekten, hast immer einen Bezug zur Lebenspraxis, kannst Deinen Interessen nachgehen und wirst angehalten, kritische Fragen zu stellen und Verantwortung zu übernehmen.

Für welche Schule würdest Du Dich entscheiden?

Dachte ich mir. So geht es mir auch.

Es gibt solche Kairos Schulen mit Kindern, die nicht nur ihre Persönlichkeit frei entfalten können und Spaß am Schulalltag haben, sondern den Procrustes Schülern auch überwiegend haushoch überlegen sind: kreativer, reifer, differenzierter, interessierter, verantwortlicher.

Doch viele kennen diese Schulen nicht und es gibt viel zu wenige davon. Stelle Dir vor, es gäbe einen Film über die Kairos Schulen. Und stelle Dir weiterhin vor, es gäbe an jeder der über 30.000 Schulen in Deutschland nur eine Person, die den Film in der eigenen Aula zeigen möchte…und danach reden alle darüber!

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Agile Führung auf den Punkt gebracht …

Gerne möchte ich den Schlusssatz eines aktuellen Artikels von Dr. Marcus Raitner bringen, der den Wandel im Agilitätsrahmen von Verwaltung ( = Management) hin zu Führung auf den Punkt bringt:

Dr. Marcus Raitner, Agile Transformation Agent der BMW Group München

… Übrig bleibt also Führung. Anstatt bloßer Verwaltungskräfte brauchen wir Führungskrafte mit Führungsqualitäten, denen Vertrauen vor Kontrolle geht und die mit Absicht statt Anweisung führen. Wir brauchen weniger Schachmeister, sondern Gärtner. Wir brauchen Visionäre, die sich mit dem Warum der Organisation auseinandersetzen und Menschen inspirieren und motivieren, ihnen zu folgen. Wir brauchen Vorbilder, die dem Leben dienen und Menschen erfolgreich machen. Wir brauchen Menschen, die Führung als Dienstleistung statt als Privileg verstehen, es wie Götz W. Werner halten: „Führung ist heute nur noch legitim, wenn sie die Selbstführung der anvertrauten Mitmenschen zum Ziel hat.“

Sein Artikel kann auf seinem Blog Führung erfahren gelesen werden:
Agile Leadership: Von Verwaltung zu Führung

Selbstausbeutung: das neue Leiden des 21. Jahrhunderts?

Fremdausbeutung mit extrinsischer Motivation (Foto: Wikipedia)

In der modernen Arbeitswelt mit u.a. agilen Elementen, in der von der besonderen Haltung gesprochen wird, sich selbst weniger fremdbestimmt sondern mehr selbstbestimmt wahrzunehmen, in der nicht befohlen sondern geführt wird, in der Freiräume zur eigenen Entfaltung geschaffen werden, in der eigenverantwortliches Arbeiten Spaß macht, scheint es zu einem neuen Krankheitsbild zu kommen. In meiner Familie als auch im Bekanntenkreis habe ich inzwischen mehrere Fälle von Depression und Burn-Out miterleben müssen.

Prof. Byung-Chul Han führt in seinem Buch Müdigkeitsgesellschaft aus, dass diese Erkrankung eine Selbstausbeutung ist. Während noch bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts der Arbeiter über offenkundigen Gehorsamkeit angetrieben wurde und so deutlich erkenntlich war, dass er in der Fremdausbeutung war, wandelte sich das Bild nun zunehmend. Die alten Zügel wurden immer mehr gelockert. An ihre Stelle tritt nun eine andere, kaum wahrnehmbare strukturelle Gewalt, die des Können-dürfens, die am Ende auch nur wieder ins Müssen ausufert:

Anstatt sich vor einer wie auch immer gearteten äußeren Macht zu fürchten, kollabiere der Mensch des 21. Jahrhunderts an der Unendlichkeit seiner Möglichkeiten.

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