Aus der agilen Methodenkiste: Multitalent Mikroartikel

„Wer schreibt, der bleibt.“ „Wer schreiben kann, der macht Karriere.“[1]. „In der Kürze liegt die Würze.“ Aussagekräftige Zusammenfassungen erstellen, Informationen bündeln oder Erfahrungen teilen – das sind berufliche Erfolgsfaktoren. Vielleicht beneidest Du die Menschen, die mit links in die Tasten hauen und Texte produzieren. Doch Dir und vielen anderen fällt Schreiben nicht leicht, obwohl es zum Job gehört. In diesem Beitrag möchte ich Dir den Mikroartikel vorstellen. Damit kannst Du Beiträge recht einfach und mit viel Mehrwert für andere verfassen. Wie ist ein Mikroartikel aufgebaut? Wie kannst Du ihn nutzen? Was kann der Mikroartikel sonst noch? Hier kommen die Antworten.

Die Idee des Mikroartikels stammt von Prof. Helmut Willke[2], einem Soziologen. Die Struktur eignet sich hervorragend, um nicht nur Informationen und Sachverhalte, sondern auch Erfahrungen im lehrenden und beruflichen Kontext weiterzugeben. Dieser Beitrag ist in der Form eines Mikroartikels verfasst, so kannst Du am konkreten Beispiel sehen, wie der Artikel aufgebaut ist: Die Überschriften zeigen die Struktur.

Die Geschichte, Storyline

So Manche*r quält sich mit dem Verfassen von Berichten, Vermerken, Blogs oder auch Dokumentationen für Chefs, Vertretung oder Nachfolgende. In meiner beruflichen Praxis höre ich auch oft, dass es schwierig wäre, Erfahrungen zu dokumentieren und anderen zugänglich zu machen. Auch Führungskräfte monieren immer wieder mal Beiträge von Mitarbeiter*innen, mit denen sie nicht zufrieden sind. Und ich gebe zu, mir selbst fällt es auch nicht immer leicht, Blogbeiträge für das FAV zu schreiben. Irgendwann stellte ich fest, dass die fünf Abschnitte dieses Artikels mich sehr gut leiten, schnell und effektiv Beiträge unterschiedlicher Art zu verfassen.

Die Einsichten

Wenn ich einen Beitrag schreibe, führt mich die Struktur des Mikroartikels gut durch mein Schreibvorhaben. Es ist, als würde mich jemand zu etwas befragen und ich kann direkt antworten. Die Antworten ergeben also den Text. Charmant finde ich außerdem, dass der Mikroartikel von vorne herein nicht viel länger als eine DIN A4-Seite sein soll, also schnell geschrieben ist und deshalb auch von Leserinne*n mit wenig Zeit gerne gelesen wird. Neben der eigenen Reflektion, der Verarbeitung einer Situation oder eines beruflichen Falls und damit der Lernerfahrung als Schreiberin können Andere von den Einsichten lernen – das ist übrigens im Wissensmanagement im Sinne von Willke der eigentliche Zweck des Mikroartikels: der Erfahrungstransfer. Es gibt also ein Instrument, mit dem Du diese leicht dokumentieren kannst. Persönliche Bewertungen sind dabei gewollt, denn es geht ja auch um individuelle Erfahrungen.

Die Schlussfolgerungen

  • Beim Schreiben von Beiträgen senken die Stichworte meine Anfangshürden. Ich finde damit einen besseren Einstieg und schreibe mit der Struktur leichter. Übringes entstand auch der Blogbeitrag mit Lucy Zalas über working-out-loud nach den Fragen des Mikroartikels.
  • Der Mikroartikel eignet sich für den Wissenstransfer von Menschen, die die Stelle verlassen und Wissen weiter geben wollen, oder auch eine gute Vertretung sichern wollen. Inhaltlich sind weniger die Standardfälle, sondern die außergewöhnlichen, kritischen Ereignisse interessant, die neue Lösungen forderten. Hier wird Nachfolgenden auch deutlich, wo Risiken liegen oder worauf besonders geachtet werden könnte.
  • Du könntest den Artikel auch nutzen, um Seminarwissen mit anderen zu teilen oder in Interviews Fragen zu stellen.

Anschlussfragen

  • Wofür könnte ich den Artikel sonst noch nutzen?
  • Welcher Effekt entsteht, wenn jeweils ein Mikroartikel von verschiedenen Personen zum gleichen Thema geschrieben wird?
  • Wie schaffen wir  Akzeptanz für den Zeitaufwand?
  • Wie können wir den Mikroartikel als Instrument in ganzen Teams und Bereichen einführen?

Mein Fazit

Ich stelle fest, ich möchte mehr damit experimentieren und die Fragen in weiteren Lebenslagen ausprobieren. Ich könnte die Fragen zum Beispiel in einem Review oder einer Retrospektive in einem Team anwenden. Und ich könnte mir vorstellen, dass die Fragen gut für das Storytelling in Familien über Generationen oder Kulturen hinweg anwendbar sind, so nach dem Motto: „Opa, erzähl doch mal, wie war das damals für Dich…?“

Ich wünsche Dir leichteres Schreiben, mehr Freude und viel Erfolg beim Ausprobieren – und reiche Erkenntnisse beim Lesen anderer Mikroartikel. 😊


[1] Autorin: Ulrike Scheuermann, https://www.schreibkurs-online.de/wer-reden-kann-macht-eindruck-wer-schreiben-kann-macht-karriere/

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Willke

alle links abgerufen am 23.08.2020


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