Agile Innovationsinspirationen – Blick über den Tellerrand

Bildcredits:  CJ Dayrit on Unsplash

Agiles Denken und Innovation passen gut zusammen und Innovationsmanagement daran auszurichten, liegt ausgesprochen nahe. Nehmen wir nochmals (das kann man gar nicht oft genug tun!) das FAV-Verständnis von Agilität her:

      • Nimm das Ganze in den Blick,
      • bilde cross-funktionale Teams,
      • experimentiere mit überschaubaren Änderungen und Teilergebnissen,
      • Beziehe die Anspruchsberechtigten ein,
      • verschaffe dir regelmäßiges Feedback von innen und außen,
      • mache so dein System immer angemessener.

Kurz und knapp beschreibt dieses Statement nämlich nicht nur, was agiles Arbeiten bedeutet, sondern auch, wie innovatives Arbeiten geht:

      • statt eines vorstrukturierten, festgelegten Innovationsprozesses mit fixen Phasen, interatives, lernendes und ausprobierendes Vorgehen
      • statt perfekten Konzepten und fertigen Lösungen, die Kunden und Anspruchsgruppen stolz präsentiert werden, die Arbeit mit Prototypen und Experimenten
      • statt geschlossenen Forschungs- und Entwicklungsteams, die aus Expertensicht perfekte Lösungen entwickeln, „Open-Innovation“ /1/ und damit die Öffnung des Innovationsprozesses nach außen für Kunden, Interessierte und Neugierige.

Agiles Innovationsmanagement also!

Nun ist Innovationsmanagement, verstanden als Handlungsfeld des Managements, um Neues (strukturiert und agil zugleich) in den Alltag zu bringen, durchaus ein Thema in der öffentlichen Verwaltung. /2/ Es ist aber sicher eines, um das wir uns noch viel stärker kümmern müssen. Diese „man-sollte-dies-und-das-auch-noch-aber-wo-soll-die-Zeit-dafür-herkommen-Themen“ sind perfekt geeignet, um den Blick über den Tellerrand zu richten und sich von anderen anregen und auf die Sprünge helfen zu lassen.

Eine sehr inspirierende Quelle für agile Innovationen, die ich hier gerne vorstellen möchte, ist „Apolitical“ /3/.

Apolitical ist ein globales Netzwerk, das für sich in Anspruch nimmt, Menschen im öffentlichen Dienst eine Peer-to-Peer-Lernplattform zu bieten, um innovative Ideen, Partner und Ressourcen zu finden, die dabei helfen die gesellschaftlichen Herausforderungen anzugehen, denen sich der öffentliche Sektor gegenübersieht.

Das Netzwerk formuliert ein paar wichtige Eckpunkte für seine Arbeit  

      • Die öffentlichen Verwaltungen spielen eine zentrale Rolle bei der Lösung von globalen „wicked problems“ /4/
      • Eine innovative Lösung gibt es sicher schon irgendwo, denn überall auf der Welt arbeiten Menschen bereits an ähnlichen Problemen und haben vielleicht bereits Lösungen oder Lösungsansätze entwickelt, die man teilen könnte. Oft bleiben die aber in Silos stecken und das Rad wird immer wieder neu erfunden
      • Öffentliche Verwaltungen sind nicht perfekt, aber sie sind viel besser als ihr Ruf in der medialen Öffentlichkeit. Globales Selbstbewusstsein ist gefragt.

Der Blick über den Tellerrand auf viele Stories und Good-Practices

Wertvoll und anregend wird diese Plattform durch die Fülle an Berichten aus verschiedensten Bereichen von Verwaltung weltweit, die man nach unterschiedlichen Kriterien filtern kann und die oft zu weiteren Inspirationen, Quellen, Guides und Praxisbeispielen verlinken. Deutsche Beispiele sind noch rar – aber vorhanden! Und es könnten mehr werden,  wenn sich unsere Mission erfüllt und wir gemeinsam agiles und innovatives Denken voranbringen.

Ein paar meiner Goldkörnchen, die ich gerne empfehle, weil sie mich angeregt haben:

Die Ressourcen-Seite der Plattform und hier insbesondere der Government Innovation Altlas, in dem eine Fülle an Tools, Frameworks, Ansprechpersonen, Videos, Verweise auf Webinare… aus aller Welt zusammengetragen sind. Wer neugierig ist, wie Innovationsprozesse gestaltet werden können, wird hier fündig.

Der Blick auf Kompetenzen, die in Zukunft erforderlich sein werden, hat uns bei der Curriculumsentwicklung im Studiengang Informationswissenschaften an der Hochschule der Medien Stuttgart  wertvolle Hinweise gegeben. Denn wir bilden Menschen aus, die als Informationsvermittler/innen künftig in Bibliotheken, Kultur- und Bildungseinrichtungen – damit in Institutionen des öffentlichen Sektors – Wissen für Menschen verfügbar machen werden. Welche Kompetenzen brauchen diese Menschen künftig und was können wir als Hochschule heute dafür tun?

Oder auch die Frage, die ich mir selbst stelle, wenn ich mich aktiv in den sozialen Medien bewege, hier im Blog schreibe, twittere oder zusammen mit Studierenden einen Instagram-Kanal aufbaue: Wie gestalte ich mein „öffentliches Arbeiten“?

Spannend finde ich auch die Einblick in den Betrieb von Public Innovation Labs und ich frage  mich dabei, wie wir solche Ansätze für Hochschulen und die Weiterbildung nutzen können.

Schauen Sie selbst und lassen Sie sich anregen!


/1/ Henry Chesbrough (2003): Open innovation: the new imperative for creating and profiting from technology, Boston MA: Harvard Business School Press.

/2/ https://www.verwaltung-innovativ.de/DE/Startseite/startseite_node.html

/3/ Apolitical ist eine Stiftung und Certified B Corporation und wird u.a. durch das Horizon2020-Förderprogramm der EU unterstützt.

/4/ Wicked problems sind „vertrackte“ oder „verzwickt“ Probleme, also solche, die komplex sind und bei denen die Lösung nicht sofort auf der Hand liegt.

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