Wie man keine Artikel schreiben kann (aber vielleicht könnte)

Wir wollen ein Buch schreiben und haben dazu aufgerufen, mitzumachen.

Das Echo ist sehr groß (zurzeit circa 60 Interessenten und Interessentinnen). Aber uns haben auch schon Kolleginnen und Kollegen angesprochen und meinten:

Ich würde ja gerne, aber ich kann doch nicht schreiben

In diesem Artikel diskutieren wir, worin die Ursachen dieser Schreibblockaden liegen könnten und welche Strategien helfen, sie zu überwinden. Zum Schluss machen wir noch einen Vorschlag für eine Schreibwerkststatt.

Peter: Was uns beim Schreiben hemmt

Ich bin über die Aussage „Ich kann doch nicht schreiben“ nicht sehr überrascht. Mir geht es auch so. In meinem Kopf geistern viele Ideen zu Themen herum, über die ich gerne schreiben würde. Wenn ich aber anfange zu schreiben, wirkt das Geschriebene plötzlich blass, nicht mehr so wichtig. Oder ich will alles perfekt machen und finde beim Recherchieren kein Ende. Manchmal feile ich ewig an einzelnen Absätzen und Formulierungen. Auf diesem Weg ist schon mancher Artikel auf der Strecke geblieben.

Wolf, Du hast Dich ja schon längere Zeit mit dem Thema beschäftigt. Wie sind Deine Erfahrungen?

Wolf: Ist unsere Vorstellung vom Schreibprozess richtig?

Ja, ich frage mich schon länger, warum wir das Gefühl haben, nicht schreiben zu können; was uns dabei hemmt.

Ich habe ein interessantes Buch gefunden, in dem eine mögliche Antwort beschrieben wird: Sönke Ahrens schildert in seinem Buch „Das Zettelkasten-Prinzip“ /Anmerkung 1/, dass wir eine falsche Vorstellung vom „Schreibprozess“ haben. Diese falsche Vorstellung ist fest in uns verankert und stammt, so vermute ich, vor allem aus unseren Schulerfahrungen.

Was haben wir über den Schreibprozess gelernt?

Wie haben wir in der Schule Deutschaufsätze schreiben müssen? Der Deutschlehrer gab uns ein Thema, und dieses Thema sollten wir in einem bestimmten Stil (Schilderung, dialektischer Essay usw.) „behandeln“. Und dazu sollten wir

  1. am Anfang eine Gliederung machen, dann
  2. Material für die einzelnen Punkte der Gliederung sammeln und schließlich
  3. Punkt für Punkt der Gliederung ausformulieren.

1-2-3 fertig! Fertig? Von wegen …

Dieses Schema galt für Hausarbeiten und Klausuren gleichermaßen, auch wenn Zeitrahmen und Umfang des Materialsammelns unterschiedlich waren.

Deutschaufsätze waren nicht sonderlich beliebt, und das – neben dem Notendruck (Druck macht bekanntlich immer unproduktiv) – vor allem wegen des Gefühls, dass die Themen komplett neben unserer Lebenswirklichkeit liegen. Sie hatten wenig mit uns selbst zu tun.

Peter: Selbstbestimmtes Schreiben macht Spaß

Ob Druck generell unproduktiv macht, weiß ich nicht. Ich erlebe beispielsweise Zeitdruck als eher als positiv. Mit einer Deadline in Sicht lasse ich allen Firlefanz weg und werde plötzlich produktiv. Beim Timeboxing machen wir uns das ja zunutze, um uns zu fokussieren, in den Flow zu kommen.

Was ich klar teile, ist die Erfahrung, dass selbstbestimmte Themen mehr Lust machen, als vorgegebene. Insofern sollten wir bei dem Buch eigentlich kein Problem haben oder?

Wolf: Artikelschreiben als Gehen im Kreis

Wenn wir jetzt von Texten sprechen, die wir schreiben könnten, dann geht es in der Tat um Texte, die von unseren Erfahrungen, unseren Ideen, auch unseren Wünschen handeln.

Schreiben als Lernprozess

Wenn ich schreibe, kristallisiert sich das Thema in der Regel erst im Laufe des Schreibens heraus. Das kann so weit gehen, dass das Thema am Ende ganz anders aussieht, als ich es mir am Anfang vorgestellt hatte. Für mich ist es eine Art Lernprozess, bei dem ich mein Thema von einem Blickwinkel betrachte und dann von einer ganz anderen Perspektive beleuchte. Es kommt auch vor, dass das Thema zu verschwinden scheint, sich meine Anfangsgedanken als voreilig bis falsch entpuppen, nur um am Ende plötzlich doch wieder in verwandelter Gestalt aufzutauchen. Ich erlebe Schreiben nicht als den linearen Prozess, den man uns in der Schule – oder auch später – beizubringen versucht hat.

Wissensproduktion als zirkulärere Prozess

Meine Erfahrung ist: Wissensproduktion (und das Schreiben von Blogbeiträgen ist nichts anderes) ist ein „Gehen im Kreis“. Man kommt immer wieder an den gleichen Stationen vorbei (Material sichten, Material in eigene Gedanken verwandeln, These formulieren, wieder Material sichten, Thema ändern etc.).

In einem zirkulären Prozess ist aber eine Priorisierung der Aktivitäten nicht möglich. Ein lineares Vorgehen macht in kreisförmigen Prozessen keinen Sinn. Ein zielgerichtetes Vorgehen wird zum Unding, weil es nicht möglich ist, das Ziel vor die Erforschung des Ziels zu setzen, also die am Anfang des Prozesses gerade noch unbekannten Prozessresultate vorwegnehmen zu wollen.

Peter: Welcher Schreibtyp bin ich?

Mir kommt hierbei aber auch ein Workshop in den Sinn, den Anna Koschinski (https://annakoschinski.de/) für uns im FAV gestaltet hat. Sie meint, dass es hilfreich ist festzustellen, welcher Schreibtyp man ist und welche Art von Text man schreiben will.

Die Autorinnen von „Zukunftsmodell Schreibberatung“ /Anmerkung 2/ unterscheiden fünf verschiedene Schreibtypen:

Spontanschreiber*innen

Spontanschreiber*innen haben eine Idee und lassen sie raus. Sie arbeiten gerne assoziativ, die Struktur ergibt sich im Doing. Sie haben keine Probleme mit Schreibblockaden. Ihre Texte benötigen aber viel Überarbeitung, damit sie für andere lesbar werden.

Remixer*innen

Die Remixer*innen schreiben schnell und viel, scheuen aber die langwierige Überarbeitung. Lieber nehmen sie einen neuen Anlauf und schreiben eine neue Version; das machen sie so lange, bis sie mit einer Textversion zufrieden sind. Sie haben keine Schreibblockaden, dafür aber oft Zeitprobleme.

Planer*innen

Planer*innen entwickeln zunächst die Struktur des Textes und fangen erst an zu schreiben, wenn gedanklich alles fertig ist. Das macht sie anfällig für Schreibblockaden. Dafür sind am Ende wenig Korrekturen notwendig.

Puzzler*innen

Puzzler*innen schreiben nach dem Lustprinzip, mal einen Abschnitt vorne im Text, mal hinten, dann im Mittelteil. Sie habe wenig Probleme mit Schreibblockaden. Ihre Texte brauchen aber oft viel Nacharbeit, um den roten Faden herzustellen.

Redakteurinnen und Redakteure

Schließlich haben wir die Redakteurinnen und Redakteure. Sie nähern sich dem Text durch ständiges Überarbeiten, Ergänzen, Streichen. Sie recherchieren intensiv und ihre Ergebnisse sind entsprechend gut. Dafür haben sie Probleme, sich auf ein Thema/Leitgedanken zu fokussieren – das ergibt sich oft erst im Schreiben. Vor allem aber wissen sie oft nicht, wann es Zeit wird, aufzuhören.

Natürlich wird man die Schreibtypen selten in Reinkultur vorfinden. Die Kategorisierung ist aber hilfreich, wenn es darum geht, spezifische Methoden und Unterstützungsangebote zu finden.

Ich erkenne mich bei den Redakteuren wieder. Wie sieht es bei dir aus?

Wolf: Wie kann man einen ungerichteten Prozess strukturieren?

Ich schätze, dass ich irgendwo zwischen Spontanschreiber und Redakteur bin; vielleicht mit einem Schwerpunkt auf Redakteur. Was ich eben zum „Artikelschreiben als gehen im Kreis geschrieben habe“ passt jedenfalls gut dazu. Für mich stellt sich die Frage, wie kann ich einen ungerichteten, kreisförmigen, quasi „ziellosen“ Prozess strukturieren und organisieren? Also gerade das tun, was auf den ersten Blick als unmöglich erscheint.

Drei Arbeitsschritte

Der Vorschlag dafür aus Sönke Ahrens Zettelkastenbuch heißt: Schon vor dem eigentlichen Schreiben beginnen und drei Arbeitsschritte machen, die sich immer wiederholen:

  1. Wenn man etwas Interessantes liest oder eine Idee hat: Gleich eine flüchtige Notiz dazu anlegen und in einen Kontext setzen: Z. B. bei Zitaten Fundstelle notieren und kurz ergänzen, warum das interessant ist; bei Ideen vielleicht, in welchem Zusammenhang man darauf gekommen ist usw.
  2. Die flüchtigen Notizen nach mindestens einem Tag Wartezeit durchgehen und dann entscheiden, ob sie wichtig genug sind, in einen Zettel/Karteikarte überführt zu werden. Wenn man Zettel anlegt, ist es wichtig, alles in eigene Worte zu fassen (also keine Passagen abschreiben) und zwar so, dass Dritte sie verstehen würden
  3. Bezüge zu anderen, schon vorhandenen Zetteln herstellen (nicht sämtliche Bezüge, sondern nur 2, 3 ganz offensichtliche).
  4. Wieder bei 1 beginnen.

Was ist das Besondere?

Nun ist Notizen machen nicht neu. Viele Leute unterstreichen Passagen oder machen Randbemerkungen in die Texte, die sie lesen. E‑Book-Reader haben diese Technik sogar in ihre digitalen Formate integriert. Notizen an einem Schriftgutobjekt zu machen hat aber Nachteile:

  • Sie sind an das Schriftgutobjekt gebunden.
  • Da sie voneinander getrennt sind, „kommunizieren“ die Notizen nicht miteinander, Zusammenhänge werden nicht sichtbar.
  • Oft weiß man später nicht mehr, warum man eine Unterstreichung oder Anmerkung gemacht hat.

Sönke Ahrens schlägt demgegenüber vor, knappe Notizen auf ein externes Medium zu machen und zentral abzulegen.

Schritt 1

Ich habe mir z. B. einen kleinen DIN-A7-Notizblock gekauft (passt in die Hosentasche). Und wenn ich – wie jetzt gerade – das Buch „Mission“ von Mariana Mazzucato lese, dann kann ich mir z. B. eine flüchtige Notiz machen wie:

Silo-Denken im Silicon-Valley. Elon Musks Marspläne. „Ich habe eine Lösung, also suche ich dafür ein Problem.“ MM22

wobei MM22 auf Seite 22 im Buch verweist. Das wäre der Schritt 1.

Schritt 2

Schritt 2 heißt: Ich schaue die flüchtigen Notizen durch und entscheide, welche Notiz mich nach wie vor inspiriert und welche mir jetzt eher fade erscheint. Zwischen der Notiz und dieser Priorisierung lasse ich mindestens eine Nacht vergehen (in der Nacht entscheidet das Gehirn, was es für würdig erachtet, aufbewahrt zu werden).

Wenn aus der flüchtigen Notiz ein „Zettel“ werden soll, formuliere ich den Gedanken grob, aber so, dass ein Dritter sie verstehen würde. Passagen schreibe ich nicht einfach ab (diese Technik hat sich u. a. bei Doktorarbeiten nicht bewährt 😊), sondern verwende meine eigenen Worte. Aus der Notiz oben wird also:

„Viele Vordenker im Silicon Valley sehen sich als Problemlöser für die Menschheit. Angeblich wollen sie alle ‚die Welt ein Stück besser machen‘. Aber tun sie das wirklich? Sie haben riesige Ressourcen zu ihrer Verfügung und beherrschen bestimmte Techniken (der Software- oder allgemeiner der Produktentwicklung). Und ihr grundlegender Ansatz besteht dann darin, Probleme zu suchen oder zu „definieren“, die mit diesen Mitteln gelöst werden können.

Das sind niemals drängende soziale Probleme. Lassen wir mal Riesenthemen wie die materielle Ungleichheit in der Welt und die globale Armut außer Betracht. Selbst ein kleineres Problem wie die Begrünung unserer Städte ist so komplex – von so vielen Wechselwirkungen bestimmt und von so vielen Stakeholdern mit unterschiedlichen Interessen geprägt (es ist ein sog. „vertracktes Problem“) -, dass es mit rein technologischen Ansätzen nie zu lösen wäre.

Also werden sich z. B. ein Jeff Bezos oder ein Elon Musk niemals mit solchen Herausforderungen abgeben. Zum Mars fliegen – ja das kann Musk, und dahinein viele Milliarden zu investieren, das leuchtet ihm ein. Wie weit ist er entfernt von der Statur und dem Charakter eines John F. Kennedy, dessen Vision einer Mondlandung von 1961 vor allem gesellschaftlich bestimmt war.

M. Mazzucato, 2021, S. 22“

Für diesen „Zettel“ habe ich 8 Minuten gebraucht. Die Formulierungen sind nicht toll ausgefeilt, aber ich kann sie ohne Probleme noch in Zukunft verstehen. Und ich kann sie in einen Artikel einfügen, wenn ich tatsächlich mal in die Verlegenheit komme, etwas über das Silicon-Valley zu schreiben.

Schritt 3

Im Schritt 3 verknüpfe jetzt diesen Zettel mit anderen zur gleichen Problematik. Ich habe zum Beispiel einen Zettel „Mythos der Effizienz der Wirtschaft“. Dazu besteht ein inhaltlicher Zusammenhang. Und ein anderer heißt „Denken in meiner Blase“, wo ich aus einem anderen Buch Anregungen geschöpft habe, wie groß die blinden Flecken in unserem Bewusstsein sind.

Ich verwende für das Verfassen der Zettel das Programm „Obsidian“, das Jan Fischbach in seinem Artikel empfohlen hat /Anmerkung 3/. Darin ist es besonders leicht, Zettel miteinander zu verknüpfen und diese Verknüpfungen auch grafisch darzustellen.

Mit Zeitdruck funktioniert es nicht

Zuletzt: Die Methode funktioniert überhaupt nicht, wenn ich schon einen konkreten Artikel vor Augen habe und eine Deadline der Abgabe. „Zettel“ kann ich nur formulieren, wenn mein Geist frei ist und ich keinen (Zeit-)Druck auf dem Magen habe.

Die Belohung für die Zettelproduktion:
Rohfassung in kürzester Zeit

Die „Belohnung“ besteht darin, dass sich aus dem fertigen Zetteln in kürzester Zeit Artikel schreiben lassen. Es ist ein riesiger Unterschied, mit einem leeren Blatt zu beginnen, oder eine aus Zetteln rasch zusammengefügte Rohversion zu überarbeiten, zu ergänzen und zu glätten.

Aber diese Methode hilft vielleicht nicht allen. Du hast vorhin gesagt, es gibt unterschiedliche Schreibtypen. Welche Tipps gibt es noch, um mit Schreibblockaden umzugehen.

Peter: Was wir sonst noch empfehlen können

Ich möchte einen Bogen zu unserem Ausgangspunkt schlagen: Wir wollen ein Buch schreiben. Das schränkt die Zahl der Textarten – beispielsweise gegenüber einem Blog – deutlich ein. Wir brauchen uns also nicht mit den Eigenarten von Top-10-Listen, Rantartikeln /Anmerkung 4/, Tutorials oder Tippartikeln, nur um einige zu nennen, herumzuschlagen.

Es bleibt aber das Problem der Schreibblockaden.

Ich habe den Inhalt selber in der Hand

Ich finde es hilfreich zu wissen, dass ich als Autor*in immer einen Vorsprung vor den Leserinnen und Lesern habe. Ich kann also einfach Dinge weglassen, nicht belegte Punkte umschiffen, indem ich sie als Hypothese formuliere usw. Ich habe es selber in der Hand.

Es muss nicht auf Anhieb perfekt sein

Gerade wenn es um Texte geht, die in ein Buch Eingang finden sollen, ist klar, dass zahlreiche Überarbeitungen erforderlich sein werden. Sich das immer wieder klarzumachen hilft, sich nicht an einem Absatz oder einer speziellen Formulierung festzubeißen und stattdessen woanders weiterzuschreiben. Auf die problematische Stelle kann man bei der nächsten Überarbeitung zurückkommen.

Nicht leerschreiben

Für längere Texte habe ich vor langer Zeit eine Tipp aufgeschnappt, nämlich man solle sich nicht leerschreiben. Also mit dem Schreiben aufhören, solange man noch im Fluss ist. So findet man am nächsten Tag viel leichter wieder hinein, weil man den Kopf noch voll mit den Dingen hat, die man schreiben wollte. Funfakt am Rande: Ich meine, das bei Hemingway gelesen zu haben. Trotz allem Recherchierens habe ich die Stelle aber nie wieder gefunden. Hätte ich mir nur damals einen Zettel dazu angefertigt 😊.

Rohfassung diktieren

Wer ein aktuelles Mobiltelefon hat, kann auch versuchen, seine Gedanken zu diktieren und automatisch transkribieren zu lassen. Ich habe auf meinem Androiden Word installiert und da funktioniert das mit verblüffender Qualität. Die Transkription muss ich hinterher selbstverständlich noch überarbeiten, aber das Problem „Weißes Blatt“ habe ich umschifft.

Pairwriting

Zuletzt: Niemand sagt, dass man alleine am Text arbeiten muss! Beim Pairwriting können sich zwei Personen zusammentun und synchron oder asynchron an einem Text arbeiten. So wird es gemacht:

  1. Thema und Termin vereinbaren
  2. Leeres Dokument anlegen, in dem beide Personen gleichzeitig lesen und schreiben können (z. B. mit Google Docs oder in unserem Wiki)
  3. Timebox zwischen 45 und 90 Minuten für die gesamte Arbeit vereinbaren
  4. Eine Person fängt an zu schreiben. Die andere schaut einfach zu, ohne etwas zu sagen
  5. Nach 2, 3, 5 Minuten wird gewechselt. Die zweite Person darf alles tun: weiterschreiben, ergänzen, überschreiben, Formulierungen ändern usw.
  6. Nach 5 Minuten wieder Wechsel usw., bis die Timebox vorbei ist.
  7. Zuletzt übernimmt eine Person die Aufgabe, im Laufe des nächsten Tages den Text zu „glätten“, ohne den Sinn zu ändern.

Beim asynchronen Pairwriting beginnt man eben falls mit einem gemeinsamen Dokument, arbeitet aber nicht gleichzeitig. Wenn eine Person fertig ist, benachrichtigt sie die andere, woraufhin diese, so wie oben beschrieben, überarbeitet. Auch hier sollte man sich ein Zeitlimit setzen.

Schreibkette

Eine Variante für mehre Personen wäre die Schreibkette. Sie funktioniert nach dem gleichen Grundprinzip wie das Pairwriting, nur dass der Text von mehreren Personen hintereinander (Reihenfolge ad hoc oder vorher festgelegt) bearbeitet wird. Nach einer festgelegten Zahl von Überarbeitungen sollte man eine gemeinsame Review- und Planning-Sitzung veranstalten, um den Text zu strukturieren und zu straffen.

Wolf: Schreibwerkstatt für Autoren und Autorinnen?

Ich denke wir haben jetzt schon ziemlich viele Tipps zur Vermeidung von Schreibblockaden gesammelt. Was mir jetzt noch einfällt wäre, allen die sich am Buch beteiligen wollen, eine Schreibwerkstatt anzubieten, am Besten auch mit praktischen Übungen. Wenn viele mitmachen, dürfte sich das zu recht geringen Kosten für jede*n organisieren lassen.

Schreibt uns bitte eure Meinung dazu unten in die Kommentare!

Anmerkungen

/1/ Sönke Ahrens: Das Zettelkasten-Prinzip. Erfolgreich wissenschaftlich Schreiben und Studieren mit effektiven Notizen, BoD –Books on Demand, Norderstedt 2017. ISBN 978-3-7431-2498-1. Jan Fischbach hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht xxx

/2/ Ella Grieshammer, Franziska Liebetanz, Nora Peters, Jana Zegenhagen: Zukunftsmodell Schreibberatung, Eine Anleitung zur Begleitung von Schreibenden im Studium, Schneider Verlag Hohengehren GmbH

/3/ https://agile-verwaltung.org/2021/06/14/wissen-sammeln/ Das kostenlose Tool Obsidian kann man unter https://obsidian.md/ herunterladen. In Youtube gibt es verschiedene gute Videos, die die Bedienung von Obsidian erklären. Am besten gefällt mir die Reihe, die mit https://youtu.be/QgbLb6QCK88 beginnt.

/4/ Schimpfkanonaden zum Dampf ablassen


Ein Gedanke zu „Wie man keine Artikel schreiben kann (aber vielleicht könnte)“

  1. Sönke Ahrens hat uns mit seinem Buch „Das Zettelkasten-Prinzip“ eine wunderbare und großartige Praxis-Anleitung für den Luhmann’schen Zettelkasten beschert.
    Beeindruckendes Beispiel darin: wie der Frachtcontainer den Welthandel transformierte und ‚Globalisierung‘ dadurch möglich machte. Besonders erhellend: es war anfänglich die Idee eines LKW-Spediteurs. Die Reedereien sperrten sich dagegen – „Zu hohe Kosten“.

    In unserem Buch haben Tobias Leisgang und ich einen anderen Ansatz des Pair-Writings gewählt:
    Der eine schreibt und stellt den Text zur Verfügung. Der andere überarbeitet nach seinem eigenen Verständnis.
    Der Hack dabei: wir haben auf Englisch begonnen und der andere hat auf Deutsch übersetzt und umgekehrt. Dadurch haben wir so manches Fehlverständnis entdecken können.
    Beispiel: „Das scharfe Eck“. Bis kurz vor der Veröffentlichung hatten wir es mit „Hot Edge“ übersetzt. Das wäre für eine Kneipe aber auf Englisch Quatsch gewesen. So wurde es das „Hot Inn“. Das kommt noch herrlich mehrdeutiger daher …
    Wer mag: https://www.buch7.de/produkt/die-kunst-des-zusammenwirkens-tobias-leisgang/1041509241?ean=9783752627190

    Im Laufe des Buchprojekts lernte ich bei einem Auftraggeber ein wunderbares Wort das Ihr so ähnlich verwendet:
    Drittverständlichkeit
    Seither ist das ein für mich sehr wesentliches Qualitätskriterium für Texte aller Art.

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