Keine Agilität ohne Intuition

Bild: Dr. Andreas Zeuch

Dr. Andreas Zeuch hat 2010 das Buchs Feel it!: So viel Intuition verträgt Ihr Unternehmen herrausgebracht,  und das ist immer noch aktuell. Ich schrieb dazu diese Passage in einer Rezension:

agiles Geschäftsprozessmanagement über intuitive Improvisation …

… so habe ich schon einmal selbst gepostet, da ich den Bezug zum Geschäftsprozessmanagement, meinem Steckenpferd seit 1992, schon zur Hälfte des Buches erkannt hatte. Womit auch schon klar ist, an wen sich dieses Buch richtet: an Alle, die im Geschäftsleben zu lenken, zu entscheiden haben. Aber auch an alle, die merken, dass unsere Arbeitsphilosophie auf andere Füße gestellt werden muss, wollen wir raus aus dem Tal der lethargischen Mitarbeiterschaft und das Potential selbstlernender Organisation und innovativer Mitarbeiter heben. (Quelle)

Wenig später habe ich Andreas näher kennengelernt und mit ihm und Anderen den Blog „Initiative Wirtschaftsdemokratie“ initiiert. Seitdem hat mich das Thema Intuition nicht mehr losgelassen, und so folgte auch zügig einer weiterer Artikel: Wie trifft man gute Entscheidungen? Ratio versus Intuition … . In diesem Artikel ging ich auf einen hörenswerten Vortrag von Prof. Gigerenzer, dem Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, ein. Er offenbarte, dass Manager überwiegend ihren Bauch bemühen, und da das aber verpönt ist, teure Berater einkaufen, die die schon gefasste Meinung passend untermauern und es so nach eine rationalen Entscheidung aussieht.

Und dann fand ich eine Reihe sehr interessanter Kurzvideos des leider viel zu früh verstorbenen Prof. Peter Kruse. In diesem bemerkenswerten Video beantwortet er die Frage, mit welchen Strategien Menschen auf wachsende Komplexität reagieren: je komplexer die Situation desto mehr Intuition wird genutzt.

Und nun möchte ich den Kurve zum Titel dieses Artikels bekommen. Die Antwort auf komplexe und gleichzeitig dynamische Systeme ist aktuell mit dem Begriff Agilität und seinem Deutungsrahmen beantwortet. Und mit Blick auf die Ausführungen von Herrn Kruse sind wir wieder bei der Intuition. Nun hat Dr. Zeuch sein Promotions- und Buchthema Intuition in einem seinem neuesten Artikel in den Rahmen von Agilität gestellt und titelte eben genauso:

Keine Agilität ohne Intuition

Darin führt er weiter aus:

Was ist Intuition? (Quelle)

Intuition ist alles andere als ein klar definierter, trennscharfer Begriff. Irgendwie kennt ihn jeder, hat irgendeine Assoziation dazu und redet hie und da auch mal drüber. Kein Wunder, denn Intuition hat rund 2500 Jahre Begriffsgeschichte im Gepäck, das macht es nicht gerade einfacher, ein klares Verständnis zu entwickeln, vor allem im Bereich professioneller Anwendung. Niemand wird sich darüber aufregen, wenn wir bei der Partnerwahl einem Gefühl folgen und nicht vorab Zahlen, Daten und Fakten gesammelt, ausgewertet und dann ins Kalkül gezogen haben (was würdest Du wohl über mich denken, wenn ich potentielle Partnerinnen grundsätzlich in einer Matrix bewerten würde, um dann dem mathematisch besten Ergebnis zu folgen… ). Somit zu Beginn erst einmal meine Definition von Intuition:

  • Intuition ist ein unbewusstes Urteil, dass auch im nachhinein nicht erklärt werden kann.
  • Dieses Urteil zeigt sich als Erkenntnis oder Handlungsimpuls.
  • Intuition geht einher mit Gefühlen und/oder Körperwahrnehmungen.

Das ist die Grundlage meiner bis heute andauernden Auseinandersetzung und Arbeit mit professioneller Intuition. Auf diesem Weg versuche ich die Kernprägnanz von Intuition zu verdeutlichen, anstatt den Begriff trenn- und randscharf von ähnlichen und teils überlappenden Begriffen wie (Vor)Ahnung, Inspiration oder Instinkt abzugrenzen.

Seien wir also mutig und nutzen weider offensiv unsere Intuition!

Autor: Dr. Martin Bartonitz

Geboren 1958 und aufgewachsen in Dortmund, am Rande des Kohlenpotts, einem Schmelztiegel während der Gründerzeit eingewanderter Menschen. 1992 nach der Promotion in experimenteller Physik gewechselt von der Messprozess- in die Geschäftsprozesssteuerung. Mit Blick auf die Erfahrungen in der Optimierung der Effizienz von Prozessen in der Bürowelt kam in den letzten Jahren immer mehr die Erkenntnis: Das Business machen die Menschen. Und wenn nur nach der Effizienz geschaut wird, dann wird auch noch die letzte Motivation in den Unternehmen zerstört. Daher sollten Organisation und auch die eingesetzte Software die Menschen in ihrer Kreativitität unterstützen und sie nicht knechten. Selbstbestimmtheit statt Fremdbestimmung sollte uns den nächsten Schub in unserer gesellschaftlichen Entwicklung bringen. Aufgrund dieser Überzeugung schreibe ich hier mit.

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