Kooperativ gute Lösungen entwickeln

Gastbeitrag des Büros für Zukunftsfragen der Vorarlberger Landesregierung (Österreich)

Das Büro für Zukunftsfragen, Teil der Regierungsstabstelle der Vorarlberger Landesregierung, beschäftigt sich schon lange mit der Frage, wie gute und kooperative Zusammenarbeit gelingen kann. Bei „The Art of Hosting and Harvesting Conversations that Matter“ stehen Co-Intelligenz, Selbstorganisation, Beteiligung und Kooperation im Vordergrund. Es geht darum, Räume für gute Gespräche zu schaffen. Der Grundgedanken dahinter ist der, dass bessere Lösungen entstehen, wenn Menschen miteinander gemeinsam arbeiten, Wissen und Erfahrungen teilen und gerade aus der Vielfalt verschiedener Meinungen und Ansichten gehaltvoll profitieren. Es gibt eine ganze Menge an Methoden und Abläufen, die dabei zur Verwendung kommen. Im Grunde genommen geht es aber viel mehr um eine Haltung, eine Philosophie, die weit über herkömmliche Methodenansätze hinausgeht.

Trotz der jahrelangen Auseinandersetzung mit „Art of Hosting“ und Durchführung jährlich stattfindender Trainings in Vorarlberg, steht immer wieder die Frage im Vordergrund, wie diese Haltung gelingend im (Arbeits-)Alltag integriert werden kann. Eine konkrete Entwicklung ist das Format „Projektschmiede“, die an der Methode „Design für Wiser Action“ angelehnt ist. Grundsätzlich unterstützt diese Methode anschaulich dabei, nach einem bestimmten Prozessdesign, konkrete Projekte, Veranstaltungen, etc. zu planen. Im Folgenden wird die Projektschmiede nun kurz vorgestellt und anhand eines konkreten Beispiels gezeigt, welches Potential in solch einem Format stecken kann.

„Ideen auf den Weg bringen“ – so lautet der Slogan des aktuellen Veranstaltungs-Zyklus. Die Projektschmiede ist ein Format, das ganz im Zeichen des kooperativen Zusammenarbeitens steht. Konkret geht es darum, einen Nachmittag lang gemeinsam an Projekten aus den verschiedensten Bereichen (Soziales, Wirtschaft, Umwelt, Bildung, Freizeit,…) zu „schmieden“. Das Besondere daran ist, dass die Projektschmiede einen Blick von außen ermöglicht. Die MitdenkerInnen bringen ihr Fach- und Alltagswissen ein, stellen knifflige Fragen und lösen so wiederum Denkprozesse bei den ProjekteinreicherInnen aus, die hilfreich bei der Weiterentwicklung sein können. Begleitet wird der Nachmittag von einem Gastgeber-Team, welches für einen klar strukturierten und professionellen Rahmen sorgt. Es wird in drei Runden in zwei unterschiedlichen Gruppen geschmiedet. Die verschiedenen Blickwinkel und die Menge der Informationen, wirken sich schlussendlich positiv auf die Qualität der Ergebnisse aus. Im Zwei-Wochen Rhythmus finden die Projektschmieden an zwei Locations in Vorarlberg statt.

Auch in der Vorarlberger Landesverwaltung wird die Projektschmiede genutzt. So haben Heiko Moosbrugger und Stefan Obkircher, Abteilung für Raumplanung und Baurecht der Vorarlberger Landesregierung, an einer Projektschmiede im März teilgenommen, um gemeinsam das Konzept einer bevorstehenden Veranstaltung weiter zu entwickeln: „Der Grund, warum wir zur Projektschmiede gekommen sind, ist der, dass wir bei unserem aktuellen Projekt an einen Punkt gekommen sind, wo wir gemerkt haben, dass wir uns im Kreis drehen“, so Stefan Obkircher. Außerdem: Wir haben die Schmiede genutzt, um das Projekt nochmals offener anzuschauen und in einer Runde zu diskutieren, die einen ganz anderen Blick darauf hat.“ Eigentlich ging es darum, geplante Abläufe durchzusprechen, weitere Ideen zu sammeln und zusätzliche Anregungen zu bekommen. Während der Schmiede stellte sich dann aber heraus, dass noch wesentliche Fragen geklärt werden müssen, bevor es in die tatsächliche Vorbereitung und Klärung von Detailfragen gehen kann. Auf die Frage, welche Ergebnisse die Teilnahme zeigte, antwortete Heiko Moosbrugger: „Die Teilnahme an der Schmiede hat sicher nicht bewirkt, dass wir nun die schnelle Lösung parat haben und wir uns nur Schulterklopfer abgeholt haben. Im Gegenteil: Wir haben uns das Projekt sehr gründlich angesehen und es bahnt sich nun eine andere Lösung an, als wir vor der Projektschmiede im Kopf hatten. Es geht nicht darum, eine flotte Lösung zu finden, sondern, dass unterm Strich einfach mehr herauskommt.“

Genau hierbei liegt der Kern: Es geht nicht darum, eine einfache, schnelle Lösung zu präsentieren. Teilnehmende sollen hinterfragen, kritische Fragen stellen. Denn während Antworten eine Suche abschließen, wirken Fragen hingegen öffnend. Den Fokus anfangs auf eine einfache, klare, anregende Frage zu legen, ist somit essentiell für einen gelingenden Prozessverlauf.

Weitere Informationen:

Homepage: http://www.aoh-vorarlberg.at/projektschmiede

E-Mail: zukunftsbuero@vorarlberg.at

Telefon 0043/5574/511-20605

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